Avalon (sagenhafte Insel)

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aus: Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905)

Abb. 1 La Mort d’Arthur, Gemälde von James Archer (1860). Im Hintergrund die Barke zur Überfahrt des sterbenden Königs nach Avalon zu sehen.

Avalon (Avalun), in der mittelalterlichen Ritterdichtung das Feenland, in dem König Arturs Schwester, die Fee Morgana [...], mit mildem Zepter herrscht, und wohin König Artur nach seiner letzten Schlacht, später auch andre Helden (z. B. Ogier, Roland, Iwein) von der Sage versetzt wurden. Augenscheinlich handelt es sich um die sehr früh bezeugte keltische Sage von der »Insel der Seligen« im Weltmeer des Nordens, die von einigen meiner Apfelinsel (Abalus bei Plinius, Pomona im Mittelalter), vergleichbar dem apfelreichen Eiland der Phäaken, gemacht wurde.

Später hat man (zuerst Wilhelm von Malmesbury 1139) Avalon mit der von mehreren Flüssen gebildeten Klosterinsel Glastonbury (Grafschaft Somerset) identifiziert, und der Abt von Glastonbury ließ dort 1189 das Grab des Königs Artur in der angeblich von Joseph von Arimathia gegründeten Abteikirche finden, eine Komödie, die inszeniert wurde, um die an die Wiederkunft Arturs glaubenden Kymren mit dem Haus Anjou zu versöhnen. – Noch [heute] braucht man den Namen Avalon zur Bezeichnung der Apfelländer am Rhein. [1]



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Anmerkungen und Quellen

Fußnote:

  1. Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 2. Leipzig 1905, S. 194-195; online bei Zeno.org (abgerufen: 18. März. 2020)

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