Belial

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von unserem Gastautor Frank Joseph

Abb. 1 Eine künstlerische Darstellung Belials aus dem Jahr 1801

Die letzten Generationen von Atlantis [1] im 14. und 13. Jahrhundert v.Chr. waren dem Luxus und militärischer Aggression verfallen. Ihr Monopol auf den Kupferhandel [2] machte sie zum begütertsten, einflussreichsten Volk in der zivilisierten Welt, was es ihnen ermöglichte, ein Reich aufzubauen, das an Größe und Ruhm bis hin zum Römischen Imperium unübertroffen war. Der nationale Wohlstand wurde zur neuen Religion, die sich in Belial personifizierte, der weniger ein Gott als die Vergöttlichung des Materialismus war. Seine Anhängerschaft wuchs zusehends, bessesen von der Technologie zur Verwaltung und Erzeugung des Luxus, während frühere Naturkulte aufgrund der allgemeinen Versessenheit auf seichte Zerstreuungen dahinsiechten, bis sein [Kult] zum herrschenden Staats-Monotheismus wurde.

Belial war eine exakte Projektion der dekadenten Atlanter, als sie ausschließlich an vergänglichem Reichtum, Macht und Vergnügungen interessiert waren. In seinem Namen plünderten sie nicht nur andere Völker, sondern auch die Erde selbst aus, bis ihre Heimat von einer Naturkatastrophe ausgelöscht wurde. Die Verehrung Belials wurde von seinen überlabenden Anhängern fortgeführt, die seinen Kult auf die Britischen Inseln und den Nahen Osten übertrugen. Mit der Zeit wurde sein beschränkter Materialismus von den alten Iren als Ausdruck verdienten Wohlstands interpretiert. Sie verankerten ihn erneut in ihrem Beltane-Fest, mit dem sie die Großzügigkeit der Sonne und die ihr unterstellte Güte feierten. Näher an seiner ursprünglichen Konzeption bleibend, machten ihn die plutokratischen Babylonier passenderweise zu ihrem obersten Gott: Bel, den "Herrn von Himmel und Erde".

Seine atlantidische Identifizierung ist gewiss, denn in der babylonischen Version der Legende von der Großen Flut verursachte er die Katastrophe. Die Rehabilitation des verruchten Gottes, der für die Zerstörung von Atlantis verantwortlich ist, wird im sumerischen Gilgamesch-Epos beschrieben, wo Bēl von seinem Vorgesetzten Ea, einer anderen Flut-Gottheit, die Anordnung erhält: "Du hörtest nicht auf meinen Rat und verursachtest die Sintflut. Ja, bestrafe den Sünder für seine Verbrechen und den Übeltäter für seine Schlechtigkeit, doch sei gnädig und vernichte nicht die gesamte Menschheit" (Mackenzie). Von nun an wurde Bēl als ein Beschützer der Tugendhaften und Königsmacher verehrt. Doch bei den Autoren des Alten Testaments, wo sein Name zum Beinamen für eine böse oder umstürzlerische Person wurde, sah man ihn als das an, was er wirklich repräsentierte. In der späteren jüdischen apokryphischen Literatur war Belial dann gleichbedeutend mit Satan höchstpersönlich.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Frank Joseph (©) wurde seinem Buch The Atlantis Encyplopedia entnommen (Lemma 'Belial', S. 69), das 2005 bei Career Press, Inc. erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de.

Frank Joseph - The Atlantis Encyclopedia.jpg

Fußnoten:

  1. Red. Anmerkung: Frank Joseph geht von einem bronzezeitlichen Atlantis im Atlantik aus. Siehe dazu vor allem seine Bücher: "The Destruction of Atlantis - Compelling Evidence of the Sudden Fall of the Legendary Civilization" (2004); und: "Survivors of Atlantis: Their Impact on the World" (2004)
  2. Red. Anmerkung: Gemeint ist der (nicht nur!) von Frank Joseph vermutete transatlantische Handel mit Kupfer aus dem prähistorischen Minen am Lake Superior. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: "Prähistorischer Kupferbergbau in Nordamerika und eine frühe Transatlantik-Connection (I)" und Teil II

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