Brasilien - Wiege der amerikanischen Zivilisationen? - Teil III

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Warum verschwanden die Urzeit-Kulturen Brasiliens?

Abb. 1 Bei allen alten Völkern des heutigen Lateinamerika finden sich Sintflut-Berichte und Überlieferungen, in denen von gewaltigen vulkanischen Katastrophen die Rede ist. Die Indios im heutigen Brasilien machen da keine Ausnahme.

(bb) Lassen wir dahingestellt sein, ob Yurchey - wie zuvor schon Fawcett - zu Recht eine Verwandtschaft der Amazonas-Zivilisation mit den alten Atlantern vermutet, und ob seine krypto-technologischen Spekulationen zutreffen. Unzweifelhaft erscheint uns jedoch, dass die alten Brasilianer der Spät-Eiszeit und des (europäischen) Neolithikum sich keineswegs hinter, uns besser bekannten, Hochulturen, wie etwa den Olmeken in Mittelamerika oder dem Alten Reich der Ägypter zu verstecken brauchen; es würde uns somit auch keineswegs erstaunen, wenn die Wissenschaftler in Amazonien bald die ersten eindeutigen Belege für Metall-Verarbeitung entdecken würden!

Damit kommen wir jedoch zum Abschluss unserer alternativ-prähistorischen Reise durch Brasilien zu einer ganz wesentlichen Frage: Wieso ist diese alte Hochkultur, die dort beheimatet war, SO spurlos verschwunden, dass sie erst in jüngster Zeit mit modernsten Forschungs-Methoden und Hilfsmitteln wiederentdeckt werden konnte? Langsame (aktualistische) Veränderungen von Klima und Topographie, wie sie etwa Heckenberger et al. in Betracht ziehen, kommen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht als einzige Erklärung in Frage. Verfügen doch sowohl "Naturvölker" als auch entwickelte Kulturen im Grundsatz über die notwendige Mobilität, um regionalen bzw. großräumigen Veränderungen dieser Art auszuweichen. Sie "verschwinden" nicht einfach, sondern werden nach ihrer Abwanderung allenfalls von anderen Völkern assimiliert, in deren Lebensraum sie eindringen.

In jedem Fall hinterlassen sie auch dort, wo sie sich hinwenden, ihre Spuren und somit wird in Zukunft - wenn die Archäologen wissen, WONACH sie zu suchen haben - zu prüfen sein, ob sich solche Spuren etwa bei den Anden-Kulturen im Westen des Kontinents nachweisen lassen. Möglicherweise stoßen sie dabei z.B. auf die bisher noch unklaren Ursprünge der faszinierenden Kultur von Chavin (siehe dazu: Die Chavin-Kultur von Antje Baumann). Wir sollten aber auch katastrophistische Modelle in Betracht ziehen, mit denen sich auch eine plötzliche und fast völlige Auslöschung der alten Amazonier erklären ließe. Werfen wir dazu noch einen Blick auf den nordwestlichen Rand des Orinoko-Guayana-Berglandes, wo wir auf Indizien für gewaltige Flutkatastrophen stoßen.

Der Wissenschafts-Historiker Dr. Horst Friedrich, 'Grand Old Man' des Katastrophismus und Diffusionismus im deutschsprachigen Raum, wies 1996 (siehe: Tepumerene und Pedra Pintada) auf einen Reisebericht Alexander von Humboldts hin (der übrigens ebenfalls das historische Vorbild für Platons Atlantis in Südamerika vermutete). Friedrich schrieb damals: v. Humboldt "erwähnt Legenden der dortigen Indios, bei einer Art Sintflut hätten einst die Wellen des Meeres die Felsen von Encaramada bespült. Er besuchte auch den berühmten Tepumerene: »Ein paar Meilen von Encaramada steht mitten in der Savanne ein Fels, der sogenannte Tepumerene, der gemalte Fels. Man sieht darauf Tierbilder und symbolische Zeichen ... Häufig sind die hieroglyphischen Figuren sehr hoch oben in Felswände eingehauen, wohin man nur mittels sehr hoher Gerüste gelangen könnte. Fragt man nun die Eingeborenen, wie es möglich sei, die Bilder einzuhauen, so erwidern sie lächelnd, als sprächen sie eine Tatsache aus, mit der nur ein Weißer nicht bekannt sein kann, 'zur Zeit des großen Wassers seien ihre Väter so hoch im Kanoe gefahren'«." [1]

Amazonasgebiet Schelfmeer.jpg
Abb. 2 Wurde das ganze Amazonastiefland bis zu den Anden (!) und den Llanos des Orinoko
während rezenter Perioden durch gewaltige Naturkatastrophen zeitweilig zum Schelfmeer?

Friedrich korreliert diese Angaben mit den geographischen Gegebenheiten des Großraums und kommt dabei zu dem Ergebnis: "Sowohl der Tepumerene wie die Pedra Pintada liegen heute - meinen Atlanten zufolge - knapp unterhalb der 200-Meter-Höhenlinie über dem Meeresspiegel. Sollten sie einst bis zu etwa 2/3 ihrer Höhe im Wasser gelegen haben, sodass die Vorfahren der heutigen Indios von ihren Booten aus ihre Felsbilder anbringen konnten, so würde dies bedeuten, dass damals - für eine gewisse Zeit - das ganze Amazonastiefland bis zu den Anden (!) und die Llanos des Orinoko Schelfmeere, Teil des Atlantischen Ozeans, gewesen wären. Peru wäre damals also vom Atlantischen Ozean her erreichbar gewesen! Der Atlantische Ozean wäre also damals - in der Gegend der heutigen peruanisch-ekuadorianischen Grenze - nur noch 300 Kilometer vom Pazifik entfernt gewesen." [2]

Auch der bekannte, nonkonformistische Naturforscher Ivan T. Sanderson "geht davon aus, dass das Amazonas-Tiefland in spät-prähistorischer/protohistorischer Zeit wiederholt ein Nebenmeer des Atlantischen Ozeans war, und dass dies zum letzten Mal um -1200 der Fall war. Er konstatiert, dass das Amazonas-Tiefland erst in allerjüngster Zeit (!) durch die Tier- und Pflanzenwelt zurückerobert worden sein kann, und zwar in mehreren Strömen, die von jenen um-gebenden quasi-kontinentalen Landblöcken ausgingen (Orinoko-Guayana-Massiv etc.), die von den Meerestransgressionen unberührt geblieben waren." [3]

Kataklysmische Vorgänge dieser Art würden allerdings erklären, warum heute kaum noch greifbare archäologische Spuren früher, brasilianischer Hochkulturen zu finden sind: Sie wären mitsamt der meisten Menschen, die dort beheimatet waren, schlichtweg in den Atlantik gespült worden - und das möglicherweise nicht nur einmal! Aber selbst ohne ein solches 'Worst-Case-Szenario' zu bemühen, lassen sich diverse Modelle "kleinerer" Katastrophen und dramatischer Klimaveranderungen denken, die zu einer rapiden Zerstörung des alt-amazonischen Lebensraums geführt haben könnten.


Quellen und Anmerkungen:

  1. Quelle: A. von Humboldt, autorisierte Übersetzung (Stuttgart 1859-1860) seines Originalwerkes »Voyage aux régions équinoctiales du Nouveau Continent« (Paris 1808-1834). Das Zitat stammt aus der deutschen Bearbeitung »Vom Orinoko zum Amazonas« (Wiesbaden 1958), S. 223; zitiert nach Dr. Horst Friedrich, "Tepumerene und Pedra Pintada", in EFODON-SYNESIS Nr. 13/1996; online unter http://www.efodon.de/html/archiv/wissenschaft/friedrich/tepu.htm
  2. Quelle: Dr. Horst Friedrich, "Tepumerene und Pedra Pintada", in EFODON-SYNESIS Nr. 13/1996; online unter http://www.efodon.de/html/archiv/wissenschaft/friedrich/tepu.htm
  3. Quelle: Ivan T. Sanderson: »Abominable Snowmen - Legend Come to Life«, Philadelphia/New York 1961, S. 155-156; zitiert nach Dr. Horst Friedrich, "Tepumerene und Pedra Pintada ", in EFODON-SYNESIS Nr. 13/1996; online unter http://www.efodon.de/html/archiv/wissenschaft/friedrich/tepu.htm


Bildquellen:

(1) Tony O’Connell, "Maler, Teobert", bei: Atlantipedia.ie


(2) http://www.tsunamis.de/pics/tsunamiwelle.jpg