Carl L. Johannessen

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Forscherportrait

Abb. 1 Der Zoogeograph Prof. emeritus Dr. Carl Lewis Johannessen

(red) der amerikanische Zoologe, Geograph und Zoogeograph Carl L. Johannessen gehört zu den herausragenden akademischen Verfechtern der Annahme präkolumbischer transpazifischer Kontakte zwischen Alter und Neuer Welt. In jüngeren Jahren ein Schüler von George F. Carter, trug Dr. Johannessen entscheidend dazu bei, die Historische Biogeographie zu einer wesentlichen Hilfswissenschaft des modernen Diffusionismus zu machen. Zudem vertritt er engagiert die Annahme einer sehr frühen Besiedlung Amerikas durch den Menschen.

Geboren wurde Carl L. Johannessen am 28. Juli 1924 in Santa Ana, Kalifornien. Er studierte an der Universität von Kalifornien in Berkeley. Dort graduierte er 1950 zum BA in Wildlife Conservation and Management, erwarb 1953 den akademischen Grad eines MA in Zoologie und promovierte i959 im Fach Geographie. Dr. Johannessen forschte zunächst langjährig zu den Vereinigten Staaten und Lateinamerika. Ab 1985 begann er mit Studien Südasiens und Chinas. Dr. Johannessens wissenschaftliche Interessenschwerpunkte liegen in den Bereichen der physischer, kultureller, historischer und Human-Geographie.

Was den Bereich der Lehre betrifft, so unterrichtete Dr. Johannessen als Mitglied der Fakultät des Department of Geography an der University of Oregon, Eugene, mehr als 30 Jahre lang. Während dieser Zeit folgten seiner Forschungen und Entdeckungen folgender Entwicklungslinie:

Abb. 2 Gibberella zeae (Zea mays) aus Waimea, Hawaii
1. Verbreitung von durch den Menschen modifizierten Wildpflanzen
2. Modifizierungen von Pflanzen durch Menschen, welche Pflanzen und Tiere im Prozess der Domestizierung an einen Ort gebracht haben
3. Die Nutzung von Kulturpflanzen wie Mais (Abb. 2) sowie Haushaltungs-Tieren, wie Hühnern, um anhand ihrer historischen Verbreitung zu aufzuzeigen, wo und wann Menschen über die Erde gereist sind
4. Die Suche nach mit diesen veränderten Pflanzen und Tieren im Zusammenhang stehenden Merkmalen, die als kulturelles Gepäck transportiert werden.
5. Suche nach Beweisen für frühe menschliche Anfänge in der Neuen Welt.
6. Die Hingabe an die Verminderung der Diskriminierung von Menschen, die sich an irgendeinem Ort unserer globalen Gesellschaft von der Mehrheit unterscheiden.

Er selbst schreibt über seine Arbeit: "Wie Prof. Herbert Mason zu sagen pflegte: >Wenn Deine Beobachtungen nicht zu Deinen Hypothesen passen, schöpfe neuen Mut. Du bist gerade dabei, etwas Neues zu lernen.< In China entfernten wir uns von der Sicherheit steinerner Bildskulpturen von Maiskolben, Sonnenblumen und Ananas, die man unter der Bildhauerkunst Alt-Indiens gefunden hatte. Wir hatten es mit einer nicht ganz so zufriedenstellenden Faktenlage zu tun: mit linguistischen und archäologischen Fakten, die einige chinesische Gelehrte - obwohl sie mit dem Stand der archäologischen Entdeckungen nicht direkt vertraut sind - in Frage stellen. Gerichtsmedizinische Techniken könnten das übernehmen, da es hier um Tempel und Gräber geht, und ich gehe davon aus, dass die Antworten uns in die Lage versetzen werden, logische Entscheidungen zu treffen.

Das Datieren eines Stückchens organischen Gewebes, oder das Datieren von gebranntem Lehm mittels der Thermoluminiszenz-Methode, oder die DNA-Sequenzanalyse von genetischem Material, etwa von Samen der Sonnenblume, Chilipfeffer, Muskatkürbis, Ananas, Guaven, Jicama oder Yambohne, führt mich in unbekannte Bereiche. Diese beiden letzteren wissenschaftlichen Verfahren sind mir neu, und die Notwendigkeit, abwarten zu müssen, finde ich frustrierend, aber es ist wichtig für die Entwicklung einer soliden Basis, um die Paradigmata in den Glaubenssystemen der Sozialwissenschaften zu verändern, so weit sie sich auf den Diffusionismus und die Verbreitung kultureller Charakteristika beziehen. Noch schlimmer ist jeoch, dass diese Notwendigkeiten mehr Mittel erfordern als die Meinigen. So suche ich also nach Mitteln, um den Job auf eine Weise erledigen zu können, wie es angebracht wäre, möglicherweise mit Unterstützung von jemandem, der diese Webseite liest." [1]


Publikationen von Carl L. Johannessen

Online-Artikel:

  • "Pre-Columbia American Sunflower and Maize Images in Indian Temples: Evidence of Contact between Civilizations in India and America.", in: Neara Journal, Vol. XXXII, No. 1 Summer 1998, First Page, First Figure

Bibliographie:


Anmerkungen und Quellen

Dieses Forscherportrait basiert auf der Präsentation von Carl L Johannenssens Leben und Werk unter dem Titel "Carl L. Johannessen, Professor Emeritus" (2006) des Department of Geography der University of Oregon, Eugene, die für Atlantisforschung.de von Dr. Horst Friedrich ins Deutsche übersetzt und von Bernhard Beier redaktionell überarbeitet wurde. Bibliographische Hinweise nach: Carl L. Johannessen, Professor Emeritus - articles.

Fußnote:

Bild-Quellen:

1) Carl L. Johannessen, Professor Emeritus" des Department of Geography der University of Oregon, Eugene
2) Scot Nelson Honolulu, USA / Jacopo Werther bei Wikimedia Commons, unter: File:Gibberella ear rot (Gibberella zeae) on Corn (Zea mays) at Waimea, Hawaii.jpg