Das 'Kaninchen im Mond': Weiterer Beweis für kulturelle Diffusion?

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von William R. Corliss

Abb. 1 Eine Mixteken-Stele aus Tiaxiaco, Oaxaca, Mexico, zeigt das 'Kaninchen im Mond'-Motiv.

Diffusionisten benutzen alle Arten von Artefakten, um zu beweisen, dass Völker der verschiedenen Kontinente - lange vor Erkundung des Planeten durch die Europäer - häufig Kontakte untereinander hatten. In der jüngstem Ausgabe [dieser Artikel erschien erstmals 1986; d. Red.] von Archaeoastronomy (datiert auf 1984, aber 1986 publiziert), analysierte C.R. Wicke das 'Kaninchen-im-Mond'-Motiv.

"Darstellungen eines Hasen oder Kaninchen auf dem Mond wurden in der Kunst des alten China und im präkolumbischen Mexiko gefunden. Mythologien in beiden Gebieten platzieren ebenfalls ein Kaninchen auf dem Mond. Auch wenn eine solche Verbindung willkürlich erscheinen könnte, enthüllt ein Vergleich der sichtbaren Oberfläche des Vollmondes mit der Silhouette eines Kaninchens einen gewissen Grad von Übereinstimmung. Nicht nur die unverkennbaren Ohren des Kaninchens, sondern auch alle anderen Formen scheinen auf der Mondoberfläche skizziert zu sein." [1]

Könnte der Parallelismus in Kunst und Mythen in China und im alten Mexiko nicht eine simple Koinzidenz sein, die durch das kaninchenähnliche Antlitz des Vollmondes befördert wurde? Wickes Artikel beschäftigt sich eingehend mit dieser Möglichkeit, aber er verwirft sie im folgenden Absatz:

"Darüber hinaus erscheint, wenn man sich eingehend mit der Verbindung von Hasen und Mond als Ausdruck in Mythologie und graphischer Symbolik befasst, die Übereinstimmung zwischen denjenigen aus China und aus Mexiko gleichermaßen zu komplex und zu willkürlich, um unabhängig voneinander aufgekommen zu sein. In der Tat scheint dann der Mythos vom Hasen auf dem Mond in Mesoamerika aus transpazifischen Quellen zu stammen." [2]


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von William R. Corliss (© 1986-2000) erschien zuerst bei Science Frontiers Nr. 45, Mai Juni 1986. Übersetzung ins Deutsche nach: http://www.science-frontiers.com/sf045/sf045p03.htm durch Atlantisforschung.de

  1. Quelle: Wicke, Charles R.; "The Mesoamerican Rabbit in the Moon: An Influence from Han China?" Archaeoastronomy, 7:46, 1984.)
  2. Quelle: ebd.


Bild-Quelle

(1) http://www.science-frontiers.com/sf045/sf045p03.htm