Die Fahrten des Maeldune

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Ein altirischer Verweis auf Platons Atlantis?

Abb. 1 Das Front-Cover von C.V. Stanfords 'Voyage of Maeldune' (1903) - eine der vielen modernen Adaptionen der irischen Legende

(red) Maeldune ist der Held der Immram Curaig Máele Dúin (Reise von Máel Dúins Boot), einer der Geschichten über fabelhafte Seereisen (die Immrams) in der frühen irischen Literatur, die zwischen dem späten 8. und 11. Jahrhundert in Irland entstanden. [1] Gerade im angelsächsischen Sprachraum des Viktorianischen Zeitalters ist diese Erzählung gerne adaptiert worden, z.B. in Alfred Tennysons Gedicht "The Voyage of Maeldune" und in einer gleichnamigen Ballade (Abb. 1) von Charles Villiers Stanford.

Dass Maeldune tatsächlich als historische Person existiert hat, erscheint eher unwahrscheinlich. Auch Frank Joseph vertritt in seiner Atlantis Encyclopedia die Ansicht, dass der legendäre irische Reisende bzw. die um ihn gewobene Erzählung "in Wirklichkeit ein poetischer Kunstgriff" sei, "um vorkeltisches und frühkeltisches Wissen über das Meer zu versinnbildlichen." [2]

Zudem verweist Joseph dort auch auf einen atlantologisch interessanten Aspekt der Immram Curaig Máele Dúin: "In einem Abenteuer segelt Maeldune zu einer unbekannten, nebligen, verlassenen Insel mit hohen Bergen und einer seltsamen Stadt, die in konzentrischen Kreisen aus abwechselndem Land und Wasser angeordnet ist, die durch Kanäle verbunden sind. Jeder Landring war von Wällen umgeben, die mit Gold, Silber und einem unbekannten Edelmetall [namens] bath geschmückt waren, das heller schimmerte als glänzendes Kupfer oder Bronze." [3]

Die Schlussfolgerung, zu der Frank Joseph diesbezüglich gelangt, dürfte allgemein nachvollziehbar sein: "Maeldunes namenlose Insel ist zweifellos die gleiche wie Atlantis, von den Bergen bis zum ringförmigen Stadtplan und den prächtig überzogenen Mauern. Bath ist Platos Oreichalkos, die Gold / Kupfer-Legierung, welche die Atlanter gerne zur Schau gestellt haben. Dass die Insel von Nebeln verborgen und unbewohnt dargestellt wurde, ist eine Metapher für ihr Verschwinden." [4]



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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Oxford Reference, unter: "Overview Maeldune - Quick Reference" (abgerufen: 01. April 2020)
  2. Quelle: Frank Joseph, "The Atlantis Encyclopedia", Career Press, Inc., 2005, S. 174-175 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  3. Quelle: ebd.
  4. Quelle: ebd.

Bild-Quelle: