Die Maya-Brücke von Yaxchilán, Mexiko

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An den Ufern des Usumacinta stand einst die längste Brücke Altamerikas

"Wir neigen dazu, an die Ingenieurkunst der Maya nur in Bezug auf die eindrucksvollen Pyramiden in Tikal, Copán und vielen anderen Orten zu denken, aber sie waren auch erfahrene Straßen- und Brückenbauer." (William R. Corliss, 1996) [1]

Abb. 1 Hier ein zeichnerischer Rekonstruktions-Versuch der enormen Hängebrücken-Anlage von Yaxchilán im heutigen mexikanischen Bundesstat Chiapas - etwas Vergleichbares gab es im zeitgenössischen Europa nicht.

(bb) Die Richtigkeit dieser Aussage des 2011 verstorbenen amerikanischen Anomalisten zeigt sich nicht zuletzt an einem längst zerstörten, zur zeremoniellen Maya-Metropole Yaxchilán gehörende Brücken-Bauwerk, das offenbar auch Corliss gehörigen Respekt abnötigte, da er sich wiederholt mit dieser Anlage beschäftigte.

Das erst im vierten Jahrhundert nach der Zeitenwende gegründete Yaxchilán entwickelte sich während der Klassischen Perioode der Maya zu einem der mächtigsten ihrer Königreiche. Bei der englischsprachigen Wikipedia heißt es dazu: "Auf dem Höhepunkt ihrer Macht errichteten die Könige von Yaxchilán glänzende Tempel, Pyramiden und luxuriöse Paläste, die sich längs des großen Platzes entlang der Ufer des wilden Usumacinta-Stromes gruppierten. Dieser breite Fluss, der heute Mexiko von Guatemala trennt, bildete eine große U-förmige Biegung (oder einen 'oxbow' [Flussbogen; d.Ü.]), welche die Stadt Yaxchilán umfasste. Diese natürliche Barriere schützte die Stadt vor Angriffen von außen.

Abb. 2 Die Überreste eines der beiden Pfeiler der Brücke von Yaxchilán

Während der sechsmonatigen Regenzeit befand sich der Fluss jedoch in einer Hochwasserphase. In dieser Zeit wurde Yaxchilán aufgrund der schnell fließenden Wassermassen des Flusses, der die Stadt umfasste, zu einer Insel. Ein Allwetterpassage über den tückischen Strom war eine Notwendigkeit, um Zugang zu den landwirtschaftlichen Flächen im Norden der Stadt zu erhalten." [2]

Wie die Bewohner von Yaxchilan dieses Problem gelöst hatten, war lange Zeit unklar, doch man vermutete schon in den frühen 1990er Jahren, es müsse eine Brücke über den Usumacinta existiert haben. [3] Schließlich, im Jahr 1995, wurde die Entdeckung archäologischer Evidenzen gemeldet, welche diese Annahme untermauerten:

"Wissenschaftler, die im zeremoniellen Zentrum der Maya in Yaxchilan, Mexiko, arbeiten, haben die Überreste einer hochentwickelten 600 Fuß [ca. 183 m; d.Ü.] langen Hängebrücke aus dem siebten Jahrhundert nach Christus entdeckt. Die Brücke [...] hatte massive Betonpfeiler, ein Seilstrang-Aufhängesystem, das an Steinmechanismen verankert war, Türme und eine Auflagefläche aus harten Holzplanken. Sie stand wahrscheinlich 500 Jahre lang über 40 bis 150 Fuß tiefem Wasser mit einer konstanten Strömung von 5 bis 7 mph, die [bisweilen; d.Ü.] auf 10 bis 15 mph anstieg. Der Bauingenieur und Archäologe James O'Kon sagt, die Brücke sei bis 1377 die längste der Welt gewesen, als in Italien eine größere Brücke gebaut wurde." [4]

James A. O'Kon war direkt an den Untersuchungen der Brücken-Ruine beteiligt, deren Rekonstruktion mit Hilfe von Computer-Simulationen, Fernerkundung (remote sensing) und von ihm entwickelten Archeoengineering-Techniken durchgeführt wurde. [5] Die Ergebnisse des Forschungsprojekts wurden 1995 ausführlich in der Zeitschrift National Geographic vorgestellt. [6]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: William R. Corliss, "A Picture Speaks Louder Than Words", in: Science Frontiers Nr. 105: Mai-Juni 1996 (Abruf der Online-Version: 06. Juli 2018)
  2. Quelle: Wikipedia - The Free Encycopedia, unter: "Maya Bridge at Yaxchilan" (abgerufen: 06. Juli 2018; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  3. Siehe: Carolyn Elaine Tate, "Yaxchilan: the design of a Maya ceremonial city", University of Texas Press, 1992, S. 134
  4. Quelle: o.A., "Mayan Suspension Bridge", in: INFO Journal (INFO = International Fortean Organization) Nr. 73, Sommer 1995, S. 44; Quelle dort: The Washington Times, 26. Februar 1995; zit. nach: William R. Corliss, "A Remarkable Mayan Suspension Bridge", in: Science Frontiers Nr. 103: Januar-Februar 1996 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  5. Siehe: James A. O’Kon (2005), "Computer Modeling of the Seventh Century Maya Suspension Bridge at Yaxchilan", Computing in Civil Engineering, Proceedings of the 2005 ASCE International Conference on Computing in Civil Engineering Cancun, Mexico. 179: 124
  6. Quelle: Wikipedia - The Free Encycopedia, unter: "Maya Bridge at Yaxchilan" (abgerufen: 06. Juli 2018; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) James A. O'Kon, "Bridge to the Past", in: Civil Engineering, Januar 1995, S. 62; nach: William R. Corliss, "A Picture Speaks Louder Than Words", in: Science Frontiers Nr. 105: Mai-Juni 1996
2) Neatguy in der Wikipedia auf Englisch bei Wikimedia Commons, unter: File:Yaxchilan Pile.JPG (Lizenz: Creative-Commons, „Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert“)