Die Pumpen und ihre Teile

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Hermann Waldhausers Theorie zur Großen Pyramide - Teil 5


von unserem Gastautor Stefan Erdmann

Hermann Waldhauser übertreibt wohl keineswegs, wenn er die Erbauer als Meister der klassischen Mechanik beschreibt. Folgen wir seinen Thesen weiter und gehen von ihrem Wahrheitsgehalt aus, hat er unzweifelhaft recht. So sah er in den schrägen Gängen, die teilweise weit unter die Standflächen der Oberbauten führten, rechteckige Hohlräume, in die Kolben geführt wurden. Dazu ist anzumerken, daß die Boden-, Seiten- und Deckenflächen mit äußerster Genauigkeit geglättet wurden. Die langen, schrägen Gänge waren dementsprechend rechteckige Zylinder.

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Abb. 1 Niveauschema einer Pyramidenanlage: 1 Der Hochwasserstand des Nilkanals; 2 Tiefster Punkt der Pumpe.

Hieraus sollte man keinen physikalischen Widerspruch ableiten, denn ein Zylinder kann einen beliebigen Querschnitt haben. Wird eine Maschine aus Steinen gebaut, kommt nur der rechteckige Querschnitt in Frage. Die Dimensionen der gebauten Maschinen waren gewaltig, und die Zylinder konnten in Verbindung mit den dazugehörigen Kolben und einem Zugseil als hydraulische Zugmaschinen verwendet werden: „Wenn die schrägen Gänge als Kraftzylinder verwendet werden konnten, dann konnten sie ohne weiteres auch als Pumpenzylinder benutzt werden. Dazu mußte der Kolben ein Ventil haben; und am unteren Ende des Zylinders war ein weiteres Ventil notwendig, um den Rückfluß des Wassers zu verhindern.[1]

Es war natürlich auch ein Wasserzuleitungskanal erforderlich, der ja laut Herodot vorhanden war. Diesen besagten Kanal haben Forscher bereits vor einigen Jahren entdeckt, wie ich weiter oben bereits erörtert habe: „Der Antrieb dieser im Prinzip sehr einfachen Pumpen erfolgte durch Zug am Seil. Die Schräglage des Zylinders erwies sich in dieser Hinsicht als äußerst vorteilhaft, weil nicht nur der Kolben, sondern auch das Gewicht der hochgeförderten Wassersäule auf einer schiefen Ebene ruhte und somit leichter beherrscht werden konnte.

Weiteres Nachdenken über den Gegenstand ergibt aber folgende Tatsache: Wenn die Wassersäule dreißig Tonnen Zug abgeben konnte, dann sind auch dreißig Tonnen Zug notwendig um diese hochzuziehen. Eine überschlägige Rechnung ergibt jedoch sofort, daß hierzu eine kleine Armee als Zugmannschaft notwendig gewesen wäre. Das hat zur Entwicklung eines weiteren Bauelementes geführt, durch welches die genannte Schwierigkeit beseitigt werden konnte. Es war das Druckausgleichsgefäß... Überall dort, wo in prähistorischen Zeiten schräge Gänge in die Erde getrieben wurden, ist die Annahme naheliegend, daß Pumpen- oder Kraftmaschinenbau zumindestens versucht wurde. Zur Beobachtung der Gestirne hätten diese mit größter Mühe und Sorgfalt hergestellten Schächte hingegen wenig Sinn gehabt![2]

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Abb. 2 Der Oberbau der Cheopsanlage als Verdunstungsanlage

Die Gegenkraft dieser Wassersäule wurde mit Hilfe der Druckausgleichskammern erreicht. Die Maßnahme bestand darin, den Druck mit Hilfe eines Luftpolsters federnd abzufangen, und dazu dienten die Druckausgleichsgefäße.

Die Pyramidenanlage“, so erklärt Hermann Waldhauser, „war ihrem Wesen nach hauptsächlich eine Sonnenenergieanlage. Der mechanische Teil der Pumpe mußte jedoch durch menschliche Arbeitskraft angetrieben werden.“ Die Wirkungsweise der Pumpen war in ihrer gesamten Bauart sehr einfach, wie Waldhauser bemerkt: „Beim Hochziehen des Kolbens im schrägen Zylinder entstand natürlich unterhalb desselben ein Unterdruck, und es wurde Wasser angesaugt. Bewegten sich die im Zylinder befindliche Wassersäule und der Kolben nach unten, so erfolgte ein Druckanstieg, aber es wurde durch das Luftpolster verhindert, daß ein sogenannter Wasserschlag entstand.

Weil die schwingende Wassersäule eine Eigenfrequenz besaß, so ähnelte die Betätigung einer derartigen Pumpe mittels Seilzug dem Läuten einer schweren Glocke. Wollte man die Förderhöhe oder die Fördermenge steigern, so konnte dies nur durch die Verwendung mehrerer Zylinder und der dazugehörigen Kolben erfolgen. Die Pumpenanlage wurde dann entweder mehrzylindrig oder mehrstufig, weil man über einen gewissen Zylinderquerschnitt nicht hinausgehen konnte. Man darf nicht vergessen, daß beispielsweise ein Druck von vier atü auf einer Fläche von einem Quadratmeter eine Belastung von vierzigtausend Kilogramm hervorbringt. Es war daher kein Zufall, daß die Hohlräume in den Oberbauten der Pyramidenanlagen im Verhältnis zum Gesamtvolumen des Bauwerkes immer winzig klein waren. Diese waren ja nicht nur der einseitigen und ruhenden Belastung des Bauwerkes ausgesetzt, sondern auch dem wechselnden Druck des Wassers.[3]


Die Riesenpumpe der Cheopsanlage

Nun wenden wir unseren Blick auf den eigentlichen Pumpvorgang der Cheopsanlage. Von zwei Annahmen muß bei der von Waldhauser aufgestellten Theorie ausgegangen werden:

1. Die Konstruktion der Pyramidenanlage von Gizeh unterlag einer zielorientierten Gesamtplanung. Die Baumeister, wer immer sie auch waren, haben hier nichts dem „Zufall“ überlassen, und die theoretische Planung der Anlage wurde bis ins Detail auch praktisch umgesetzt.
2. Wie bereits beschrieben, dienten die Hohlräume nach Waldhausers Theorie einzig und allein dem Zweck der Förderung von Wasser auf die Flanken des Oberbaus der Anlage. Praktisch bedeutet dies, daß die Anlage nichts anderes als eine Pumpanlage gewesen sein kann.

Bei der Anlage handelt es sich um eine komplizierte technische Großanlage, deshalb ist es hier auch nur möglich, einen groben Überblick zu vermitteln, um die Grundidee verständlich zu machen.


Fortsetzung: Die Funktionsweise der Anlage


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Hermann Waldhauser, "Regenzauber der Pharaonen", Junior-Druck Behamberg 1976, sowie: Patentschrift Herrn Waldhausers und Artikel in „Neues Steyr-Magazin“, April 1978
  2. Quelle: Peter Tompkins, "Cheops - Die Geheimnisse der großen Pyramide", München 1973
  3. Quelle: ebd.

Bild-Quellen:

1) Stefan Erdmann, op. cit. (2005), Abb. 123
2) Stefan Erdmann, op. cit. (2005), Abb. 124