Die Ruinen von Lixus

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von R. Cedric Leonard

Abb. 1 Die Lage der prähistorischen Hafenstadt Lixus ('Maqom Shemesh') in Nordafrika. Karte: © R. Cedric Leonard

Eine [...] interessante Ruinen-Stadt ist Lixus im nordafrikanischen Marokko. Lixus ist von Archäologen weitgehend ignoriert worden: nur etwa zwanzig Prozent der Ruinen sind ausgegraben worden. Nirgendwo in der Nähe gibt es Aufsichts-Personal oder -Einrichtungen, und Touristen können auf dem Gelände herumstromern wie es ihnen passt, Picknicks veranstalten, Müll verstreuen und alles mitnehmen, was ihnen interessant erscheint - eine beklagenswerte Situation.

Zwischen Rabat und Tanger gelegen, nahe der mäandrierenden Serpentinen des Flusses Loukkos auf einer Hügelkuppe thronend, wo es den Atlantischen Ozean überblickte, war Lixus einst ein prähistorischer Seehafen. Die Karthager, welche die alten megalithischen Mauern und Fundamente überbauten, besetzten diesen Hafen um 800 v. Chr.; doch das Alter der Ruinen, die sich bereits dort befanden, muss noch herausgefunden werden.

Laut Dr. Gerald S. Hawkins [1] vom Smithsonian Astronomical Observatory sind die unteren (megalithischen) Mauern sorgsam nach der Sonne ausgerichtet: tatsächlich lautete der frühere Name der Stadt Maqom Shemesh, oder "Stadt der Sonne" (Hawkins, 1973). Der norwegische Forschungs-Reisende Thor Heyerdahl wies auf die deutliche Gleichartigkeit des polygonalen Steinmetz-Stils mit jenem in Peru und Bolivien hin - dem selben, der auch in Andalusien (in Süd-Spanien) und bei submarinen Ruinen entlang beider Küstenlinien des Atlantik zu finden ist.

Abb. 2 Eine der megalithischen Mauern in Lixus, die mit Steinmetz-Arbeiten der Karthager überbaut sind. Auf der linken Seite der Aufnahme ist eine römische Mauer zu sehen. Foto: © R. Cedric Leonard

Bei dieser Betrachtung gewinnt man den vollen Eindruck von der Überlegenheit der Baukunst (man bemerke die mörtellosen, sauberen Verbindungen zwischen den größeren Steinen), die in den unteren Teilen der Ruinen von Lixus zu finden ist. Die viel später errichteten Mauern der Karthager sind nicht nur aus weitaus kleineren und schlechter arrangierten Steinen gefertigt, sondern die meisten von ihnen sind inzwischen eingestürzt, während die älteren megalithischen Steine sich noch an ihrem Platz befinden. Es ist wirklich eine Schande, doch so sehr ich mich auch bemüht habe, konnte ich im Internet keine einzige brauchbare Fotographie finden, die diese megalithischen Teile der Ruinen von Lixus zeigt.

Die Verbindung zwischen den Ruinen von Lixus und der Legende von den Aufgaben des Herakles ist stark. Als ich die Ruinen 1975 sah - auf der Marokko-Expedition, die vom Europa House der University of Illinois gesponsort wurde - enthüllten meine Untersuchungen, dass es dort eindeutig und unbestreitbar drei Ebenen gibt, die drei völlig unterschiedliche Kulturen repräsentieren: die oberste (jüngste) Schicht ist römisch; darunter liegt die karthagische; doch es war die tiefste Ebene, die mein Interesse weckte: diese Steinmetz-Arbeiten repräsentieren eine völlig unbekannte, prähistorische Kultur.

Dieses unterste Level springt dem Beobachter regelrecht ins Auge, da es massive Steine und jenen besonderen polygonalen Stil aufweist [...], der im prähistorischen Südamerika Verwendung fand. Es drängt sich mir die Frage auf: Was hat es mit diesen vergleichbaren Bau-Techniken auf sich, die auf den beiden gegenüber liegenden Seiten des Atlantik zu finden sind?


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von R. Cedric Leonard © wurde seinen Webseiten Quest for Atlantis - adventures in science entnommen (Vers. 1.7, 27. März 2006), wo er unter dem Original-Titel ARCHEOLOGICAL PERSPECTIVES (Abschnitt: THE LIXUS RUINS) erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de (2006) nach http://www.atlantisquest.com/Archeology.html

  1. Siehe: Hawkins, Gerald S., "Beyond Stonehenge" Harper & Row Publ., New York, London, 1973


Bild-Quelle

(1) http://www.atlantisquest.com/Archeology.html