Erstaunliche Megalith-Funde in Andalusien

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Die rätselhaften urgeschichtlichen Steinmetzarbeiten der Peña de los Gitanos

Abb. 1 Die "Piedras labradas" (behauenen Steine), wie Manuel de Góngora sie mangels einer besseren Bezeichnung nannte, erscheinen in ihrem neolithischen Fundkontext völlig fehl am Platz. Existieren diese 1868 dokumentieten 'Out of place'-Objekte heute noch? Warum hat sie seithher offenbar niemand zur Kenntnis genommen? Wie alt sind sie - und welchem Zweck dienten sie vormals?

(fs und bb) In ihrem 1928 erschienenen Werk “Atlantis in Andalusia[1] verweist die bekannte spanische Archäologin Elena Maria Whishaw (1857-1937) auf ein Buch über prähistorische Funde in Andalusien. Der Autor dieses, 1868 unter dem Titel "Antigüedades prehistóricas de Andalucía" (Prähistorische Altertümer Andalusiens) veröffentlichten, Buches war ihr Berufskollege Don Manuel de Góngora. Er beschreibt darin seine eigenen archäologischen Entdeckungen sowie die anderer Forscher seiner Zeit. Darunter befinden sich einige außergewöhnliche und offensichtlich uralte Funde, deren erstaunlichste mehrere extrem kunstfertig bearbeitete Großsteine sein dürften, welche sich in kein bekanntes Muster europäischer Ur- und Frühgeschichte einordnen lassen. (Abb. 1)

Der Fundort dieser mysteriösen Objekte liegt im Gebiet von La Peña de los Gitanos (Zigeunerfelsen) bei Montefrio, einer etwa 50 km nordwestlich von Granada befindlichen Ortschaft. La Peña de los Gitanos ist ein Areal von besonderem archäologischem Interesse: aus geschichtlicher Zeit stammen das Dorf und die Nekropolis von Castellón; aus prähistorischer Zeit gibt es verschiedene altsteinzeitliche Höhlenfunde und eben jene neolithische Gräberstätte mit diversen Dolmen, wo im Jahr 1868 die beagte Entdeckung erfolgte.

Abb. 2 Ein weiterer 'Krypto-Megalith' - hier rot markiert - befand sich zumindest bis 1868 in unmittelbarer Nachbarschaft des Dólmen de la Cañada del Herradero.

Manuel de Góngora beschreibt sie folgendermaßen: „Auf dem Weg von den >Penas de los Gitanos< über den Canjorro del Quejigar entdeckte ich über einem steilen Felsen, etwa 800 m östlich des Hofes von Castillon, große Steinquader von mehr als einem Quadratmeter, die durch Metallklammern [!!!; die Autoren] miteinander verbunden waren, deren Formen sich perfekt geschnitten erhalten hatten. Auf dem weiteren Weg durch eine riesenhafte Natur lag eine große Zahl der Steine in dem Gelände, sie erinnerten an die Sage von den Riesen. Besondere Aufmerksamkeit riefen zwei große bearbeitete Steine hervor, die Herr Ilivas mit seinem Bleistift im Bild 102 (Abb. 1) zeichnete. Ungefähr 70 m entfernt lag ein weiterer, der im Bild 97 (Abb.2) rechts von dem Dolmen gezeigt ist. Was bedeuteten diese Steine? Dienten sie für Menschenopfer, wenn ja, wie wurden sie verwendet?

Góngoras Vermutung, dass es sich um vormalige Opfersteine handeln könne, erscheint allerdings wenig überzeugend. Man darf nicht vergessen, dass damals alle möglichen Relikte alter nichtchristlicher Kulturen - z.B. die großen Kalendersteine der Maya - als 'heidnische' Altäre für Menschenopfer betrachtet wurden. Um heute jedoch realitätsbezogene Überlegungen zu Sinn und Zweck dieser Objekte anstellen zu können, muss nun zunächst einmal geklärt werden, ob sie sich nach wie vor bei Montefrio befinden, oder wie so viele andere urzeitliche Großstein-Relikte noch im 19. oder 20. Jahrhundert zerschlagen und irgendwo verbaut wurden. Immerhin erscheint es seltsam, dass dieses so außergewöhnliche archäologische Fundgut seit seiner Katalogisierung durch Don Manuel de Góngora anno 1868 keine Erwähnung mehr gefunden zu haben scheint. Jedenfalls waren im Internet bisher keinerlei Hinweise auf den Verbleib dieser Steine oder auf wissenschaftliche Untersuchungen zu finden.


Anmerkungen und Quellen

Fußnote:

  1. Siehe dazu die neu betitelte Reprint-Ausgabe: Elena Maria Whishaw, "Atlantis in Spain", Adventures Unlimited Press, 1997

Bild-Quellen:

1) Manuel de Góngora, "Antigüedades prehistóricas de Andalucía", Madrid, 1868, S. 87
2) Manuel de Góngora, op. cit., S. 84 (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)