Gab es Riesen?

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von unserem Gastautor Gernot L. Geise

Abb. 1 Mythologischer Riese (Sage von Vanapagan)

Zum Beitrag von Reinhard PrahlMythos und Realität der Riesen“ in SYNESIS Nr. 2/2003 seien hiermit noch einige Details hinzu gefügt. „Riesen“ sind nicht zwangsläufig das, was wir unter „Riesen“ verstehen. In der Mythologie, in Überlieferungen und Sagen wurde zwangsläufig Dichtung und Wahrheit mit Übersetzungsfehlern und Wortfalschdeutungen vermengt, meist ähnlich wie in dem beliebten Spielchen „Stille Post“, da gerade die älteren Überlieferungen meist mündlich von Person zu Person weiter gegeben wurden.

Schon Anfang der Neunzigerjahre stellte Thomas Riemer bei seinen Forschungen fest, dass das deutsche Wort „Riese“ absolut nichts mit einem groß gewachsenen Menschen zu tun hat. Das Wort ist abgeleitet von Riesiger, Reisiger = Reisender. Ein mittelalterlicher „Riese“ war also meist ein reisender Händler, der nicht zwangsläufig von großer Gestalt war.

Das soll nicht heißen, dass es keine groß gewachsenen Menschen gab. Bleiben wir im Mittelalter, so ist überliefert, dass die Herrscher nicht nur ihr „blaues Blut“ hatten (hier wären Untersuchungen angebracht, die durchaus überraschende Ergebnisse zeitigen könnten!), sondern durchschnittlich rund einen Kopf größer gewachsen waren als ihre Untertanen. Es gibt verschiedene Überlieferungen von Situationen, dass ein Herrscher sich „unerkannt“ unter sein Volk mischen wollte, um ihre Meinung zu irgend etwas zu erfahren. Diese Vorhaben schlugen regelmäßig fehl, weil sie aufgrund ihrer körperlichen Größe sofort enttarnt wurden.

Woran dieser Größenwuchs lag, der auch an den erhaltenen Ritterrüstungen nachvollzogen werden kann, ist bisher nicht erklärbar. Nur die Inzucht der Herrscher und des Adels untereinander als Grund anzunehmen, ist wohl zu kurzsichtig.

Eine einleuchtende These zum Größenwachstum geht von der Intensität elektrischer Felder aus, denen Lebewesen ausgesetzt sind. Etwa in den Siebziger-/Achtzigerjahren wurden hierzu Untersuchungen angestellt und Messungen an den verschiedensten Stellen der Erde vorgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass das Größenwachstum um so stärker ausgeprägt ist, je höher das elektrische Feld ist. Das natürliche elektrische Feld der Erde ist keineswegs überall auf der Welt gleich hoch ausgeprägt. Zusätzlich unterliegt es diversen Schwankungen, die - wie auch im obigen Beitrag ausgeführt - durch Sonnenenergie-Einflüsse, Polumkehr, schnellere oder langsamere Rotation, nähere oder weitere Entfernung des Mondes usw. ausgelöst werden können.

So lässt sich das allgemeine Größenwachstum in der Saurier-Ära problemlos mit einem stärkeren elektrischen Feld erklären, hervorgerufen durch eine lang anhaltende Sonnenaktivität.

Das Gegenteil ist im Mittelalter zu beobachten, in einer Phase verminderter Sonnenaktivitäten, die sich nicht nur durch eine abgesenkte Temperatur bemerkbar machte - diese Zeit wird allgemein als „Kleine Eiszeit“ bezeichnet -, sondern sich auch im Größenwachstum zeigt. Die Menschen des Mittelalters waren in der Regel um bis zu einem halben Meter kleiner als wir.

Abb. 2 Die Errichtung eines Großsteingrabes durch Riesen (Picardt 1660)

Die genannten Untersuchungen zeigten, dass Lebewesen in Regionen mit schwächerem elektrischen Feld kleinwüchsiger sind. Hierzu gehören beispielsweise die afrikanischen Pygmäen, die in einer solchen Zone leben. (Natürlich wäre es interessant, zu erfahren, wie sich Pygmäen größenmäßig entwickeln würden, wenn man sie in eine Region mit stärkerem elektrischen Feld umsiedelt.)

Zu unseren heutigen Verhältnissen und dem - schon im obigen Beitrag erwähnten - gerade in den letzten Jahrzehnten zu beobachtenden Größenwachstum passt der Einfluss elektrischer Felder ebenfalls. Nur ist er heute nicht mehr natürlichen Ursprungs, sondern technischer Natur.

So verläuft eine zunächst langsam, dann schneller fortschreitende Veränderung des Größenwachstums in unserer Zeit völlig parallel mit der Einführung und dem immer stärkeren Ausbau der Elektrifizierung. Heutige Menschen sind (in Mitteleuropa) elektrischen Feldern ausgesetzt, die in ihrer Intensität mehrtausendfach stärker sind als das natürliche. Man denke nur daran, welche elektrischen Felder sich in einer Wohnung befinden, die elektrifiziert ist (und welche Wohnung ist das heute nicht?). Jeder Rutengänger weiß, dass jede in einer Wand verlegte Stromleitung ein elektrisches Feld ausbildet, das bis zu fünfzig Zentimeter in den Raum hinein reicht. Jeder Transformator (z.B. Steckernetzteile) baut ein Feld um sich auf, das bis zu zwei Meter im Umkreis wirkt. Und wenn wir aus dem Haus gehen, setzen wir uns anderen elektrischen Feldern aus: von den Hochspannungs-Überlandleitungen angefangen über die Starkstromleitungen von Eisenbahn und Straßenbahn bis hin zu Radio-, TV- und den mörderischen Mobilfunkstrahlungen.

Ein auf elektrischen Feldern basierendes Größenwachstum ist heute geradezu vorprogrammiert. Wobei natürlich zusätzlich veränderte Lebens- und Essgewohnheiten kommen, die sich ebenfalls in dieser Richtung auswirken können.

Doch damit kommen neue Probleme auf uns zu, denn der menschliche Körper (bei Tieren wird es ähnlich sein, doch die fragt niemand) ist nur bis rund zwei Meter funktionsfähig, da mit zunehmender Größe zwangsläufig auch das Gewicht zunimmt und die Gelenke irgendwann ihren Dienst versagen, weil sie überfordert sind. Mitte Januar sah ich im Fernsehen einen Bericht über groß gewachsene Menschen (leider merkte ich mir die Sendung nicht). Darin wurde auch der „größte Mensch der Welt“ gezeigt, ein Russe mit einer Körpergröße von 2,40 Metern, wobei hier das Größenwachstum nicht durch den Einfluss elektrischer Felder hervor gerufen wurde, sondern krankheitsbedingt war. Dieser Mann besitzt zwar eine imposante Statur und ist überall eine Attraktion, er hat jedoch, obwohl zur Zeit der Filmaufnahme erst Anfang dreißig, ständig Schmerzen in den Gelenken, die aufgrund seines Gewichts bereits verschlissen sind. Er kann sich nur schleppend fortbewegen.

Deshalb ist ein extremes Größenwachstum in vergangenen Zeiten mit Vorbehalt zu betrachten. Wurden Lebewesen wirklich übermäßig groß, kann ihre Lebensdauer nicht allzu lang gewesen sein, weil unweigerlich Gelenkprobleme auftreten. Eine Lebensspanne wie heute muss ausgeschlossen werden.

Abb. 3 Ritterlicher Kampf gegen einen riesigen Waldmenschen (Mittelalterliche Buchmalerei)

Tatsache ist, dass man menschliche Knochen, Zähne und Werkzeuge ausgegraben hat, die auf ein ehemaliges Riesenwachstum hindeuten. Verglichen mit den Problemen heutiger groß gewachsenen Menschen können diese Menschen jedoch keinesfalls die „Helden“ oder „Kämpfer“ gewesen sein, als die sie in Überlieferungen geschildert werden (z.B. David und Goliath). Diese Menschen waren wohl schon froh, wenn sie sich einigermaßen normal fortbewegen konnten. Noch zusätzlich eine schwere Rüstung oder Kampfgerät zu tragen, muss fast unmöglich gewesen sein, geschweige denn Kämpfe zu bestreiten. Warum konnten sich dann die riesenhaften Giganten der Urzeit, die Saurier, problemlos bewegen, ohne Schwierigkeiten mit ihren Gelenken zu bekommen? Das mag daran liegen, dass ihr Skelett massiver und robuster aufgebaut war als unseres. Diese Tiere hatten Millionen Jahre Zeit, um ihr Größenwachstum kontinuierlich zu entwickeln (nicht wie beim heutigen Menschen innerhalb weniger Jahrzehnte).

Wenn es also - unbestrittenermaßen - über 2,50 Meter große Menschen gegeben hat (wobei wir die Frage der zeitlichen Datierung, ob Saurier und Menschen gleichzeitig lebten, einmal außer Acht lassen wollen), so könnte als weitere Möglichkeit eine damalige Verringerung der irdischen Schwerkraft in Frage gekommen sein. Dieser Gedanke wird jedoch von der Wissenschaft abgelehnt, bleibt reine Spekulation und lässt sich in keiner Weise belegen.

Bezogen darauf, dass in den Überlieferungen groß gewachsene Menschen ihre Abstammung von den „Göttern“ herleiten, hätten wir einen weiteren Aspekt. Bekanntlich waren nicht nur körperliche Größe, sondern auch Langlebigkeit Attribute der „Götter“. Auch die ersten Menschen der Bibel besaßen diese Langlebigkeit, die von Generation zu Generation abnahm. Leider ist bei ihren Beschreibungen keine Rede von ihrer körperlichen Größe, was damit zusammenhängen könnte, dass man normalerweise keine Selbstverständlichkeiten erwähnt. Wenn alle Menschen übermäßig groß waren, dann waren das ganz selbstverständliche Attribute. Zu (späteren) Zeiten Davids und Goliaths könnte inzwischen, analog zur immer kürzeren Lebensspanne, auch ihre Körpergröße auf heutige Maße „geschrumpft“ sein.

In meiner Trilogie „Unser marsianisches Erbe“ führe ich den Beweis dafür, dass die Menschheit (bzw. einige wenige Überlebende) sich ursprünglich vom Mars auf die Erde rettete, als der Rote Planet durch eine gigantische Katastrophe unbewohnbar wurde. Auf dem Mars herrscht eine Schwerkraft, die mindestens zehn Prozent niedriger als die irdische ist. Hier hätten wir eine Begründung für das Größenwachstum und die lange Lebensdauer der ersten Menschen, die von späteren Generationen als „Götter“ bezeichnet wurden, weil sie noch technische Möglichkeiten besaßen, die späteren in die Primitivität abgesunkenen Menschen unglaublich erscheinen mussten. Inzwischen hat man nämlich herausgefunden, dass mit abnehmenden Schwerkraftbedingungen die Lebensdauer länger wird. Demgemäß verkürzt sie sich unter höheren Schwerkraftbedingungen.

Sie sehen, das Thema „Riesen“ ist noch lange nicht abgeschlossen.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Gernot L. Geise (© 2003) erschien erstmalig unter dem Titel "Gab es Riesen? in EFODON-SYNESIS Nr. 2/2003, online unter http://www.gernot-geise.de/html/archiv/geschichte/riesen/riesen.htm (dort nicht mehr online)