Helen O’Clery

Aus Atlantisforschung
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Forscherinnen- und Autorinnenportrait

Abb 1 Die irische Autorin und Privatforscherin Helen O’Clery (1910-2006)

(red) Helen O'Clery (Abb. 1), geborene Gallagher (* 1910; † 11. Oktober 2006), war eine irische Schriftstellerin und Privatforscherin. Als Autorin spezialisierte sie sich schon früh auf Literatur für Kinder sowie Jugendliche, und eines ihrer Bücher für junge Erwachsene [1] widmete sie dem Atlantis-Problem und seiner Lösung. Als Forscherin galt ihr besonderes Interesse den keltischen und vorkeltischen Relikten ihrer Heimat, speziell den “Pipers Stones”, einem bronzezeitlichen Steinkreis im County Wicklow.

Biographische Notizen

Helen Gallagher kam 1910 in Stranorlar im County Donegal in 1910 als zweites Kind von später drei Geschwistern (sie selbst, ein älterer und ein jüngerer Bruder) zur Welt. Ihr Vater, Henry Thomas Gallagher, war Kronanwalt (Crown Solicitor) für den County Donegal, Ihre Mutter Eileen (geborene Cullen) stammte aus dem County Wexford. [2]

Helen ging zunächst in Dublin und später in Frankreich zur Schule. Danach folgte eine Ausbildung zur Krankenschwester im St. Vincent’s Hospital in Stephen’s Green, die sie mit Auszeichnung (Gold Medal) abschloss. Im Alter von 21 Jahren ging sie alleine auf eine Weltreise mit längeren Aufenthalten in Australien (wo ihr älterer Bruder inzwischen als Arzt praktizierte), Japan und den Vereinigten Staaten. Nach Irland zurückgekehrt, bildete sie sich zur Physiotherapeutin weiter und arbeitete am Adelaide Hospital in Dublin.

Abb. 2 Das Frontcover von THE MERMAID READER, einer 1964 erschienenen, von O'Clery zusammengestellten Sammlung von Erzählungen und Berichten über sagenhafte Meeresbwohner/innen

Wenig später lernte Helen Dermot O’Clery kennen, einen Bau- und Maschinenbauingenieur, den sie 1936 heiratete. Aus dieser Ehe gingen fünf Kinder (Ann, Henry, Peter, Edward und Eliza) hervor, welchen sie zu deren großem Vergnügen Geschichten zu erzählen und bald auch aufzuschreiben begann. Um die nötige Ruhe dafür zu finden, nutzte sie ihr Auto als mobiles Arbeitszimmer und suchte sich geeignete Orte außer Haus, an denen sie ungestört ihre Ideen mit dem Kugelschreiber auf Notizblöcken zu Parier brachte. Nachfolgend redigierte und lektorierte dann ihre Schwägerin Una Coonan - Helen war für ihre eigenwillige Rechtschreibung bekannt - das Material. [3]

Helen O'Clerys erstes Kinderbuch - SPARKS FLY - erschien 1948 bei einem Londoner Verlag, gefolgt von zwei weiteren Büchern, die dort herausgeben wurden - SPRING SHOW (1949) und SWISS ADVENTURE (1951). Ihre Autorinnen-Karriere bekam aber erst richtig Schwung, nachdem es durch Vermittlung des amerikanischen Schriftstellers Alden R. Hatch zu einer fruchtbaren Kooperation zwischen ihr und der US-Verlegerin Helen Hoke Watts kam, in deren Verlauf bis 1965 zahlreiche Kinder- und Jugendbücher von Helen O'Clery bei Franklin Watts Inc. in New York erschienen. Hoke Watts machte Helen auch mit dem Londoner Verlag Dennis Dobson bekannt, der u.a. eine Reihe, "Pegasus Books" genannter, informativer Sachbücher für junge Erwachsene produzierte. Für diese Reihe verfasste sie fünf Bücher, vor allem über verschiedene Länder und Regionen. Die Recherchen dafür waren auch mit Reisen dorthin verbunden, was ihr großes Vergnügen bereitete. Ihr letztes Buch für diese Reihe, "The Pegasus Book of East Africa", erschien 1972.

1973 erlitt Helens Ehemann Dermot, der sie stets bei ihren schriftstellerischen Aktivitäten unterstützt und motiviert hatte, einen ersten Schlaganfall, dem weitere folgten. Schließlich war er stark pflegebedürftig und seine Frau kümmerte sich hingbungsvoll um ihn, bis er 1977 nach langer schwerer Krankheit verstarb. [4] Aus dieser Zeit und den nachfolgenden Jahren sind keine Schriften von ihr bekannt.

Helen O’Clery als Privatforscherin

Offenbar erst lange nach dem Tod ihres Gatten begann Helen sich wieder dem Schreiben und verstärkt ihren Interessen an der Vorgeschichte, der Archäoastronomie sowie der Astrologie zu widmen. Angefacht wurde dies vor allem durch einen Besuch der bereits erwähnten "Piper Stones" (Abb. 3) bei Hollywood im County Wicklow. Dazu heißt es bei ihrer Tochter und Biographin Ann O’Clery Shouldice:

Abb. 3 Die so genannten Piper's Stones bei Athgreany, County Wicklow. Mit diesem megalthischen Steinkreis beschäfigte sich Helen O'Clery in ihrem letzen Lebensabschnitt sehr intensiv.

"Sie beschloss, mehr über den Zweck dieses Steinkreises herauszufinden. Sie gelangte zur Überzeugung, dass die Steine im Zusammenhang mit Sonnenaufgang und Sonnenuntergang bei den Schlüsselfesten des vorkeltischen Kalenders – Imbolc, Bealtaine, Lúnasa und Samhain – standen, den Solstitien und Äquinoktien. Sie beschloss, dies zu beweisen und verbrachte drei Jahre damit, die Stätte zu besuchen, um während und im Umfeld dieser Schlüsseldaten Fotographien von Sonnenaufgang und -untergang zu machen. Sie folgerte, dass einer ein Pilot-Stein war, von dem aus bei Sonnenaufgang Schatten zu zu beobachten sind, und dass es auf der gegenüberliegenden Seite des Kreises einen anderen gab, um Schatten bei Sonnnuntergang zu betrachten. Sie beobachtete die Längung der Schatten von den entsprechenden Steinen aus [...] Diese Arbeit machte es notwendig, im Sommer schon um etwa vier Uhr morgens auf der Stätte anwesend zu sein, und häufig waren mehrere Besuche wegen Wolken oder Nebel nötig, die das Aufnehmen von Fotographien verhinderten. Diese wurden zwischen den Besuchen in ihrer eigenen Dunkelkammer entwickelt und abgezogen.

Abb. 4 Der Astronom Dr. Ian Elliot vom Dunsink Observatorium (Bild) bei Dublin unterstützte Helen bei ihren Forschungen zu den Piper's Stones.

Helen kontaktierte das Dunsink Observatorium (Abb. 4) und Dr. Ian Elliot. Mit Hilfe seines Computers berechnete er den Sonnengang bei Athgreany während der acht wichtigen Tage des Jahres in dem alten Kalender. Ihr Sohn Edward – ein Bauingenieur - untersuchte für sie die Stätte, überprüfte the Ausrichtungen, zeichnete ein Profil der umgebenden Hügel hinter jedem Stein und legte sie über den Verlauf der Sonnenwanderung. Dadurch wurde bestätigt, dass die Positionen von Sonnenauf- und untergang über den Steinen mit der über die Zeit hinweg erfolgten Verschiebung der Erdachse in Übereinstimmung standen.

Dies verlieh dem Konzept des Athgreany-Steinkreises als megalithischer Kalender für signifikante Daten starke Glaubwürdigkeit. Dieses wichtige Stück Forschung wurde 1990 von Al Morrison in New York als >Athgreany Stone Circle – The Stones of Time< veröffentlicht. Danach hielt Helen in Hollywood, County Wicklow, einen Vortrag, um der örtlichen Bevölkerung, die neugierig war, was sie dort so lange getan hatte, zu erklären, was sie herausgefunden hatte. Man war höchst interessiert! Ihre jüngste publizierte Arbeit war >Zodiacal Archetypes in Celtic Myths<, veröffentlicht 1992 von Al Morrison." [5]

Atlantis

Über den Inhalt von Helen O'Clerys Atlantisbuch aus dem Jahr 1971 ist heute allgemein nur noch wenig bekannt. Tony O’Connell bemerkt jedenfalls, es handele sich bei "The Pegasus Story of Atlantis" vor allem "um einen Überblick über Atlantis-Theorien, und obwohl die Autorin mit der Vorstellung seiner Existenz zu sympathisieren scheint, versäumt sie es, ihre Meinung bezüglich seiner exakten Örtlichkeit auszudrücken." [6] Interessant genug ist, wie es bei ihm weiter heißt, dass sie die Meinung vertrat, dass "die frühen Bewohner Irlands eher Flüchtlinge als Kolonisatoren von Atlantis gewesen sein können. Zu den Göttern Ägyptens meint sie, dass diese mehr mit den Kelten als mit den Pantheons des alten Griechenlands und Roms zu tun haben." [7]


Publikationsverzeichnis

  • SPARKS FLY – Written by H O’C, Published by Collins, London. 1948
  • SPRING SHOW – Written by H O’C, Published by Collins, London. 1949
  • SWISS ADVENTURE – Written by H O’C, Published by Collins, London. 1951
  • THE MYSTERY OF BLACK SOD POINT – Written by H O’C A Junior Literary Guild Selection, Illustrated by Ann O’Clery, Published by Franklin Watts, Inc. New York. 1959
  • THE MYSTERY OF THE PHANTOM SHIP – Written by H O’C, Published by Franklin Watts. Inc., New York. 1961
  • THE IRELAND READER – Compiled by H O’C, Illustrated by Ann O’Clery, Published by Franklin Watts Inc., New York. 1963
  • MYSTERIOUS WATERWAY - Written by H O’C, Illustrated by Ann and Edward O’Clery. Published by Allen Figgis, Dublin. 1963
  • THE MERMAID READER – Selected by H O’C. Published by Franklin Watts Inc., New York. 1964
  • HET SPOOKSCHIP (The Mystery of the Phantom Ship) Translated into Dutch. Published by Prisma-Boeken, Utrecht. 1964
  • REBEL SEA QUEEN – The Story of Grace O’Malley - Written by H O’C. Published by Franklin Watts Inc., New York. 1965
  • QUEENS, QUEENS, QUEENS – Selected and edited by H O’C. Published by Franklin Watts Inc., New York. 1965
  • THE PEGASUS BOOK OF IRELAND – Written by H O’C. Illustrated by Ann and Edward O’Clery. Published by Dennis Dobson, London. 1967
  • THE PEGASUS BOOK OF EGYPT – Written by H O’C. Illustrated by Ann O’Clery. Published by Dennis Dobson, London. 1968
  • THE PEGASUS BOOK OF THE NILE – Written by H O’C. Illustrated by Ann O’Clery. Published by Dennis Dobson, London. 1970
  • THE PEGASUS STORY OF ATLANTIS – Written by H O’C. Illustrated by Ann O’Clery. Published by Dennis Dobson, London. 1971
  • THE PEGASUS BOOK OF EAST AFRICA – Written by H O’C. Illustrated by Ann O’Clery. Published by Dennis Dobson, London. 1972
  • ATHGREANY STONE CIRCLE – The Stones of Time – Written by H O’C. Illustrated with photographs by H O’C and diagrams by Ann and Edward O’Clery. Published by Al Morrison, New York. 1990
  • ZODIACAL ARCHETYPES IN CELTIC MYTHS -Written by H O’C. Published by Al Morrison, New York. 1992


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Helen O’Clery, "THE PEGASUS STORY OF ATLANTIS" (illustriert von Ann O’Clery), Dennis Dobson, London, 1971
  2. Quelle: Ann O’Clery Shouldice, "Helen O’Clery (née Gallagher) - writer", South Dublin Libraries Biography, Dezember 2005 (online als PDF-Datei; abgerufen am 1. März 2016)
  3. Quelle: ebd.
  4. Quelle: ebd.
  5. Quelle: Ann O’Clery Shouldice, "Helen O’Clery (née Gallagher) - writer", South Dublin Libraries Biography, Dezember 2005 (online als PDF-Datei; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  6. Tony O’Connell, "O'Cle(...)ry, Helen", 3. Sept. 2010, bei Atlantipedia.ie
  7. Quelle: ebd.

Bild-Quellen:

1) Ann O’Clery Shouldice, "Helen O’Clery (née Gallagher) - writer", South Dublin Libraries Biography, Dezember 2005
2) Bildarchiv Atlantisforschung.de
3) Rob Hurson (Own work), bei Wikimedia Commons, unter: File:Piper's Stones at Athgreany, Co. Wicklow.jpg; Lizenz: CC BY-SA 4.0
4) David Malone (own work) / Jaqian (Bearbeitung), bei Wikipedia - The Free Encyclopedia, unter: File:Dunsink.jpg