John Lock: The Mystery of Atlantis (2015)

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"Dies ist der wohl unverfrorenste Fall von gedrucktem Plagiarismus, der mir je begegnet ist..." (Tony O'Connell)

Abb. 1 'John Locks' The Mystery of Atlantis - ein schlampig erstelltes Plagiat von...

(red) Nun ja, da gibt es ja noch den - eigentlich kaum zu toppenden - Fall eines gewesenen Bundesverteidigungsministers und seiner fast komplett im copy & paste-Verfahren erstellten Dissertation [1], aber selbst besagter Herr von niederem Adel hat zumindest hie und da ein paar selbst formulierte Sätze einfließen lassen. Ein wirklich 100-prozentiges Plagiat, mit dem er jene 'Doktorarbeit' in der Tat in den sprichwörtlichen Schatten stellt, legte 2015 ein gewisser John Lock (vermutlich ein Pseudonym) mit der Veröffentlichung 'seines' Buches The Mystery of Atlantis (Abb. 1) [2] vor.

Abb. 2 ...Jürgen Spanuths Atlantis-Buch aus dem Jahr 1956

Dass Locks dummdreiste Aktion schon bald darauf aufflog, ist übrigens nicht der vielbeschworenen 'Schwarmintelligenz' zu danken, die wenige Jahre zuvor den prominenten deutschen 'Dissertationär' als Abschreiber entlarvte - dazu war und ist Lock einfach zu unbedeutend. Vielmehr erledigte dies der irische Atlantologie-Enzyklopädist Tony O’Connell im Alleingang, wozu er in seiner Atlantipedia kurz notiert:

"Als ich das Buch durchlas, stieß ich zunächst auf kleine Hinweise darauf, dass [es] bereits Jahrzehnte vor seiner Veröffentlichung im Jahr 2015 verfasst wurde. Inhaltlich stützt das Buch die [Vorstellung der] Nordsee als Örtlichkeit von Atlantis, ein Konzept, das in den 1950er Jahren von Jürgen Spanuth (1907-1998) massiv präsentiert wurde. Eine weitere Untersuchung enthüllte dann, dass der Text Wort für Wort aus Spanuths Atlantis - The Mystery Unreavelled (Abb. 2) [3] übernommen war, das wiederum die Übersetzung ins Englische von Das enträtselte Atlantis [4] ist. Es ist unübersehbar, dass der Text schlecht eingescannt wurde, war zu armseliger Formatierung, zahlreichen Druckfehlern und fehlenden Bildern führte." [5]

Zu der aus bibliophiler Sicht grottenschlechten Qualität von The Mystery of Atlantis, das bezeichnenderweise nicht bei einem regulären Verlag, sondern bei der CreateSpace Independent Publishing Platform - einer Tochtergesellschaft von Amazon.com - erschien, bemerkt Tony O’Connell ergänzend: "Das Buch wird mit seiner seltsamen Formatierung, vielen fehlenden Seitenzahlen, dem Fehlen eines Titelblatts etc. etc. sehr schlecht dargeboten." [6] Neben dem Umstand, dass wohl niemand einen derartigen Extrem-Plagiarismus unterstützen möchte, mittels welchem sich offenbar ein atlantologischer 'Nobody' profilieren will, ist dies ein weiterer Grund, vom Erwerb des Buches Abstand zu nehmen.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Karl-Theodor zu Guttenberg, "Verfassung und Verfassungsvertrag - Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU", Berlin (Duncker & Humblot), 2009
  2. Siehe: John Lock, "[ The Mystery of Atlantis]" (Taschenbuch), CreateSpace Independent Publishing Platform, 10. Mai 2015
  3. Siehe: Jürgen Spanuth, "Atlantis - The Mystery Unravelled, Citadel Press, 1956; sowie: London (Arco Publishers), 1956
  4. Siehe: Jürgen Spanuth, "Das enträtselte Atlantis: nebst einer Stellungnahme von Wissenschaftlern", Union Dt. Verlag-Ges., 1953
  5. Quelle: Tony O’Connell, "Lock, John (L)", 19. Juli 2015, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 18. März 2019; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  6. Quelle: ebd

Bild-Quellen:

1) Amazon.com / Bild-Archiv Atlantisforschung.de
2) Arco Publishers / Bild-Archiv Atlantisforschung.de