Lankā

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Ein sagenhaftes vorzeitliches Inselreich im Südem Indiens

Abb. 1 Eine künstlerische Abbildung von Lankā, der Residenz des dämonischen Königs Ravana

(red) Lankā (Sanskrit: "Insel") ist der Name eines sagenhaften vorzeitlichen Eilands bzw. einer dortigen Inselfestung in der indischen Mythologie, die im Ramayana und dem Mahabharata als Herrschersitz des legendären Dämonenkönig Ravana erwähnt wird. Diese Festung soll auf einem Plateau zwischen drei Berggipfeln gelegen haben, die Trikuta-Berg(e) genannt werden. Über die ebenfalls auf dieser Insel gelegene altertümliche Stadt Lankapurí, die Metropole von Ravanas Rakshasa-Königreich, heißt es in den Überlieferungen, sie sei vom 'Affengott' Hanuman niedergebrannt worden. (Abb. 2) Nachdem die Gottheit Rama den schurkischen Tyrannen Ravana mit Hilfe von dessen Bruder Vibhishanaden getötet hatte, wurde letzterer zum König von Lankapurí gekrönt. Wie es heißt, sollen seine Nachkommen das Königreich noch bis zur Zeit der Pandavas regiert haben.

Beschreibung der Festung und Stadt

Nur wenig realistisch erscheinen die in den altindischen Quellen zu findenden, geradezu phantastischen Größenangaben zur Bergfeste Lankā inmitten von Ravanas Reichshauptstadt Lankapurí auf der Hochebene der Trikuta-Bergkette. So soll der zentrale Palastbereich (die Haupt-Zitadelle) ein massiver Komplex von Prunkbauten gewesen sein, der eine Höhe von mehr als einer Yojana (8 Meilen oder 12,88 Kilometer) erreichte, und eine Länge von ebenfalls einer Yojana sowie eine Breite von einer halben Yojana aufwies. Über die Grundfläche der Stadt heißt es, sie solle eine Länge von 100 Yojanas (800 Meilen oder 1288 Kilometer) und eine Breite von 30 Yojanas (240 Meilen oder 386,4 Kilometer) aufgewiesen haben. [1] [2] [3]

Die Herrscher von Lankā

Abb. 2 Der Affengott Hanuman betrachtet den Brand Lankās

Sowohl dem Ramayana als auch dem Mahabharata zufolge herrschte über Lankā ursprünglich ein Rakshasa namen Sumali. Dann ergriff ein gewisser Kubera dort die Macht und errichtete das Yaksha-Königreich. Doch unverhofft erhielt er Konkurrenz durch seinen ebenso brillanten wie skrupellosen Halbbruder Ravana, den Sohn des Weisen Vishravaya und der Tochter Sumalis. Ravana besiegte Kubera im Kampf und entriss ihm die Herrschaft über die Stadt und das Königreich. Später machte er sich jedoch Rama zum Feind, indem er dessen Gattin Sita entführte. Es kam es zu einer Schlacht zwischen ihnen - u.a. abgebildet im kambodschanischen Angkor Wat auf einem berühmten Relief in einem Khmer-Tepmpel - in der Ravana unterlag und getötet wurde. Bei dem letzten namentlich bekannten Herrscher auf Lankā scheint es sich um seinen bereits erwähnten Halbbruder Vibhishanaden zu handeln, der von Rama als Regent eingesetzt wurde.

Ansätze zur Lokalisierung von Lankā

Lankā, das in einigen der noch existierenden alten Hindu-Texte erwähnt, und im Ramayana als "Ravanas Lankā" (Ravanas Insel) bezeichnet wird, stellt sich im Grundsatz als großer Inselstaat im Indischen Ozean dar. Es wird vermutet, dass Lankā dort zu einer ganzen Reihe von Insel-Nationen auf heute submarinen Bergen und Plateaus gehörte. [4] Im Ramayana und anderen dieser Texte heißt es eindeutig, dass Ravanas Lanka 100 Yojanas (800 Meilen oder ca. 1288 Kilometer) vom Festland Indiens entfernt lag. Einige Gelehrte haben den Inhalt dieser Texte so interpretiert, dass Lankā an jenem Punkt zu finden war, wo Indiens Nullmeridian (orig.: Prime-Meridian; d.Ü.) den Äquator passiert. [5] Die Insel würde somit mehr als hundert Meilen südwestlich des heutigen Sri Lanka liegen. Verschiedene andere Gelehrte haben hypothetisiert, Ravanas Lankā könne im Gebiet der - ebenfalls im Indischen Ozean gelegenen - Malediven gelegen haben oder mit ihnen identisch sein. Die ursprünglichste der überlieferten Versionen von Valmikis Ramayana legt jedenfalls eine Verortung von Ravanas Lankā im Westen des Indischen Ozean nahe.[6] [7] [8] Möglicherweise existiert auch ein Zusammenhang wischen den Legenden um Lankā und dem sagenhaften verschollenen Kontinent Kumari Kandam südlich von Indien, oder dem versunnkenen Sundaland östlich des Indischen Ozeans.


Anmerkungen un Quellen

Dieser Beitrag basiert auf dem Lemma "Lanka" bei Wikipedia - The Free Encyclopedia (Stand 29. August 2015). Übertragung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de.

Fußnoten:

  1. Siehe: "Valmiki Ramayana - Sundara Kanda - Sarga 9", bei Sanskritdocuments.org
  2. Siehe: Ananda W.P. Guruge, "The Society of the Ramayana", Abhinav Publications, 1991
  3. Siehe: Vālmīki, "Srimad Valmiki-Ramayana", Gita Press (o.J.)
  4. Siehe z.B.: Vālmīki, Swami Venkatesananda, "The Concise Ramayana", SUNY Press, 1988, S. 209
  5. Siehe: Robert Sewell und S.B. Dikshit, "The Indian Calendar, with Tables for the Conversion of Hindu and Muhammadan Into A.D. Dates, and Vice Versa", Motilal Banarsidass Pub., 1995, S. 20
  6. Siehe: Edward Moor, "The Hindu Pantheon", Asian Educational Services, 1999, S. 328
  7. Siehe: Harry Charles Purvis Bell, "Excerpta Máldiviana", Asian Educational Services, 1998, S. 555
  8. Siehe: M. S. Purnalingam Pillai, "Ravana - The Great King of Lanka", Asian Educational Services, 1928, S. 81

Bild-Quellen:

1) Gunduu bei Wikimedia Commons, unter: File:The golden abode of King Ravana India.jpg (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Sridhar1000 und Sridhar Babu Peram bei Wikimedia Commons, unter: File:Hanuman Watches Lanka Burn.jpg