Sundaland

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Abb. 1 Sundaland und Sahul (zur Vergrößerung bitte das Bild anklicken!)

(red) Sundaland, oder auch kurz Sunda ist die geologische Bezeichnung für eine einstmals zusammenhängende Landmasse, die während der jüngsten Eiszeit bestand und einen südostasiatischen Subkontinent bildete. (Abb. 1)

Wie bereits der Geologe und Ozeanograph Bruce C. Heezen vor mehr als 50 Jahren feststellte, lag der Meeresspiegel vor dem Abschmelzen der eiszeitlichen Gletschermassen - vor etwa 11.600 Jahren - zwischen 100 m und 150 m niedriger als in der Gegenwart [1], sodass die heutigen Inseln Borneo, Sumatra, Java, Palawan und weitere kleinere Inseln Südostasiens sowie Hinterindien mit dem asiatischen Kontinent verbunden waren. Die vormals tief liegenden Landflächen Sundalands sind heute von flachen Schelfmeeren, wie der durchschnittlich nur etwa 80 m tiefen Javasee, bedeckt.

Im Südosten von Sundaland befand sich damals die heute ebenfalls nicht mehr existierende Großinsel Sahul (auch Meganesia genannt). Diese beiden Landmassen waren lediglich durch schmale Meerengen voneinander getrennt, sodass urzeitlich Menschen sie mit Schiffen, Booten oder Flößen überqueren konnten. Südöstlich von Sundaland verläuft auch die so genannte Wallace-Linie, welche die biogeografische Übergangszone zwischen asiatischer und australischer Flora und Fauna beschreibt. [2]

War Sundaland Atlantis?

Abb. 2 William Lauritzen, ein US-amerikanischer Universalgelehrter, war vermutlich der erste Forscher, der Sundaland mit Atlantis gleichsetzte.

Über diejenigen Experten, welche diese Frage mit 'ja' beantworten, heißt es bei der Wikipedia [3]: "Einer der ersten Forscher, die Atlantis dort (bereits Mitte der 1990er Jahre) lokalisiert haben, ist der US-amerikanische Polyhistor William Lauritzen [4] (Abb. 2), in etwa zeitgleich mit Arysio Nunes dos Santos (1937–2005), einem vormaligen Professor für Kernenergie-Technik an der brasilianischen Universidade Federal de Minas Gerais, der die Sundaland-Hypothese auch international bekannt machte. Nachdem er die Ergebnisse seiner langjährigen Studien zunächst im Internet [5] vorgestellt hatte, veröffentlichte Nunes dos Santos 2005 auch ein voluminöses und - vor allem von asiatischen Kommentatoren - viel beachtetes Buch dazu. [6]

Zuvor hatte bereits der pakistanische Forscher Zia Abbas sein Sundaland-Modell zur Verortung von Atlantis in Buchform publiziert. [7] Ein weiterer profilierter Vertreter dieser Atlantis-Lokalisierung ist Sunil Prasannan, ein Molekularbiologe, der u.a. am Imperial College London tätig war. [8] Flankiert wird die atlantologische Sundaland-Hypothese zudem durch die Studien des Geologen und Geophysikers Robert M. Schoch vom College of General Studies an der Boston University, der allgemein eher als Atlantis-Skeptiker bekannt ist. Gemeinsam mit Robert Aquinas McNally hat Schoch 2003 ein Buch vorgelegt, in welchem die beiden Autoren die begründete Vermutung äußern, das Konzept des Pyramidenbaus sei von einer verschollenen Zivilisation entwickelt worden, welche vormals auf Sundaland existierte. [9]." Im Jahr 2013 schloss sich auch der indonesische Geologe Danny Hilman Natawidjaja nach seiner Entdeckung, dass der Berg Padang in der Provinz Cianjur, West-Java, offenbar vor ca. 13.000 Jahren von Menschen in Pyramidenform gebracht wurde, der Annahme an, Atlantis habe im Großraum des heutigen Indonesien gelegen. [10]

Sundaland, Le(Mu)ria, Kumari Kandam und der Homo floresiensis

Abb. 3 Der britische Arzt und Kulturanthropologe Stephen Oppenheimer vertritt die Annahme, dass der der Mythos vom 'Garten Eden' (Paradies) auf Überlieferungen zum versunkenen Sundaland beruht.

Wenn auch die Gleichsetzung von Sundaland mit Atlantis zweifelhaft erscheinen mag, könnte der versunkene Subkontinent an der Schwelle zwischen Indischem Ozean und Pazifik - gerade vor dem Hintergrund der Forschungsergebnisse von Schoch und McNally (2003) sowie Hilman (2013) - sehr wohl eine Erklärung für die Legenden um andere verschollen Landmassen und Reiche der Vorzeit liefern: Mu, Lemuria sowie Kumari Kandam.

Für alle diese mythisch-sagenhaften, versunkenen "Kontinente", die nach schulwissenschaftlicher Ansicht lediglich Ausgeburten menschlicher Phantasie sein sollen, stellt Sundaland nicht nur aufgrund seiner geographischen Lage eine geradezu verblüffend naheliegende, rationale Erklärungsgrundlage bar jedes metaphysischen, ideologischen oder esoterischen Aspekts dar. Möglicherweise lassen sich auf Basis der 'Wiederentdeckung' von Sundaland sogar noch weitere uralte Schlüssel-Mythen der Menschheit 'dekodieren', wie jener um den "Garten Eden" des Alten Testaments, der sumerischen Mythologie ("Guan") und des jüdischen Tanach. Davon ist jedenfalls der britische Mediziner und Kulturanthropologe Stephen Oppenheimer (Abb. 3) überzeugt, der diese These, die u.a. Unterstützung durch den US-amerikanischen Privatforscher und Publizisten Dale Drinnon findet [11], und auch von dem bereits erwähnten Prof. Nunes dos Santos vertreten wurde, 2003 in einem Buch vorstellte. [12]

Abb. 4 Rekonstruktions-Modell einer Angehörigen der lange ausgestorbenen, sehr kleinwüchsigen urtümlichen Menschenart Homo floresiensis

Vage, uralte und mythisierte Überlieferungen über das versunkene Sundaland mit seiner üppigen Vegetation sowie über seine kulturell hochstehenden Bewohner, deren späte Repräsentanten durch die katastrophalen Verhältnisse am Ende der jüngsten Eiszeit [13] aus ihrem 'irdischen Paradies' vertrieben wurden, könnten durchaus im Rahmen von Migrationsbewegungen und sehr frühen Handelsbeziehungen zwischen Altindien und dem Nahen Osten [14] in den Mittelmeer-Raum gelangt sein.

Im Rahmen einer 'scheuklappenfreien', euhemeristischen Analyse dravidischer und tamilischer Mythen und Legenden, im Verbund mit einer forcierten archäologischen Spurensuche im Bereich der überseischen Restgebiete Sundalands, warten vermutlich aufregende neue, das derzeit gängige Weltbild verändernde Erenntnisse auf uns. [15] In einer Verbindung konventioneller und grenzwissenschaftlicher Ansätze sowie als Ergebnis einer konsequent umgesetzten Interdisziplinarität könnten sich gerade in Hinsicht auf die Sundaland-Forschung überraschende und höchst interessante Synergie-Effekte ergeben.

Abb. 5 Der 'Affengott' Hanuman betrachtet die brennende Stadt Lanka. Gehörten er und sein Volk womöglich zur Art Homo floresiensis?

Als Beispiel für mögliches Interaktionspotential sei hier auf die sich überlappenden Bereiche der Mythologie, der (klassischen oder universitären) Paläo-Anthropologie und der nonkonformistischen Krypto-Anthropologie hingewiesen: Im September 2003 wurden auf der heute zu Indonesien gehörenden Insel Flores die ca. 18.000 Jahre alten Überreste von Angehörigen einer, der modernen Wissenschaft zuvor unbekannten, sehr kleinwüchsigen Frühmenschen-Art (Abb. 4) entdeckt. Diese zwergenhaften, Homo floresiensis getauften 'Urmenschen', die offenbar zur Typ Homo erectus [16] oder einer anderen Menschenart gehörten [17], müssen sehr lange Zeit neben den zeitgenössischen Vertretern des spätpaläolithischen bzw. prädiluvialen Homo sapiens in dieser Region gelebt haben, denen sie sicherlich wohlbekannt waren. Wann der 'Floresmensch' dann letztlich ausgestorben ist, lässt sich aus den bisherigen Einzelfunden natürlich nicht exakt ableiten, aber möglicherweise haben diese - in den Medien gerne, aber durchaus irreführend als "Hobbits" bezeicheten - 'Zwergmenschen' des Sundalands noch Jahrtausende später existiert!

Hinweise darauf könnten in der vedischen Literatur der Alten Inder - also der nachgeborenen westlichen Nachbarn des überfluteten Subkontinents - zu finden sein, beispielsweise im Ramayana bzw. in dessen 4. bis 6. Buch. [18] Darin werden die Abenteuer des 'Affengottes' Hanuman beschrieben, seines Zeichens General einer ganzen Armee von 'Affen', mit denen er letztlich dem Gott Rama zum Sieg über den 'Dämonenfürsten' Ravana verhilft, welcher Ramas Gemahlin Sita in sein Reich auf der Insel Lankā entführt hat und sie in seiner (gleichnamigen) Hauptstadt gefangen hält. Hanuman ist es, der die feindliche Hauptstadt ausspioniert und sogar - wenn auch unfreiwillig - mit seinem Schwanz, der von seinen Feinden angezündet wurde, in Brand steckt. Schließlich bauen er und seine Armee einen gewaltigen Damm, der vom Festland bis nach Lankā reicht [19], stürmen, jeden Widerstand brechend, die feindliche Metropole und befreien Sita. Den schurkischen Ravana tötet schließlich Rama im Zweikampf.

Bei einer euhemeristischen Interpretation dieser Erzählung erscheinen diese Ereignisse als Bericht über kriegerische Ereignisse und später vergöttlichte Heldengestalten der Vorzeit, und es ergibt sich zwangsläufig auch die Frage nach der tatsächlichen Natur der als 'Affen' beschriebenen Verbündeten Ramas. Echte Primaten, wie die von modernen Biologen nach dem 'Affengott' benannten Hanuman-Languren, kommen für die diesen Wesen zugeschriebenen Leistungen (Kriegsführung, Dammbau etc.) natürlich nicht in Frage, sehr wohl aber die kleinen, zwar 'äffisch' wirkenden, aber ihren größeren 'Vettern' in Sachen Intelligenz und Geschicklickeit wohl nicht nachstehenden Flores-Menschen. Diese Hypothese mag derzeit noch recht spekulativ sein, hat aber einiges Erklärungspotential - und gesetzt den Fall, dass außerhalb von Flores jüngere Relikte dieser noch sehr rätselhaften Urmenschen-Art entdeckt werden sollten, dürfte sie durchaus diskursfähig werden.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Atlantis - The Lost Continent Finally Found - by Prof. Arysio Nunes dos Santos, unter: Corroborating Evidence on The Reality of Atlantis (abgerufen: 25.11.2013)
  2. Verwendetes Material: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Sunda (Geologie) (abgerufen: 25.12.2013)
  3. Siehe: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Lokalisierungshypothesen zu Atlantis, Abschnitt: 6.2 Indonesien; Anmerkung: Der betreffende Abschnitt des Wikipedia-Lemmas wurde von Atlantisforschung.de-Redakteur Bernhard Beier verfasst.
  4. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: William Lauritzen, "Der verlorene Kontinent"
  5. Siehe: "Atlantis: The Lost Continent Finally Found" (abgerufen: 25.12.2013)
  6. Siehe: Arysio Nunes dos Santos, "Atlantis: The Lost Continent Finally Found", Atlantis Publications, 1. Juni 2005 (Neuauflage 2011)
  7. Siehe: Zia Abbas, "Atlantis the Final Solution - A Scientific History of Humanity Over the Last 100,000 Years, iUniverse, 2002
  8. Siehe: Sunil Prasannan, "Where Was Atlantis? Sundaland Fits The Bill, Surely!" (abgerufen: 25.12.2013); Dieser Text ist auch auf Graham Hancocks Webseiten zu finden.
  9. Siehe: Siehe: Robert M. Schoch und Robert Aquinas McNally, "Voyages of the pyramid builders: the true origins of the pyramids, from lost Egypt to ancient America", Jeremy P. Tarcher/Putnam, 2003
  10. Siehe: David Tampubolon, "RI was home to Atlantis, says geologist", bei: Jakarta Post, 28. Mai 2013 (abgerufen: 25.12.2013); sowie: Danny Hilman, "Penemuan Atlantis Nusantara" (Engl.: The Discovery of Atlantis in the Archipelago), Indonesien, 2013; bei Atlantisforschung.de außerdem: "Atlantis in Indonesien - News (Mai 2013)" (red)
  11. Siehe: Dale Drinnon, "Eden in the East", bei: Frontiers of Anthropology, 16. Oktober 2011 (abgerufen: 25.12.2013)
  12. Siehe: Stephen Oppenheimer, "Out of Eden: The Peopling of the World", Constable & Robinson Limited, 2003
  13. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de:: Graham Hancock, "Das Ende der Eiszeit - Epoche der Katastrophen"
  14. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: Sushama Londhe, "Ägypten und das alte Indus-Empire"
  15. Vergl. dazu die Forschungsergebnisse von Schoch und McNally (2003) und Hilman (2013)!
  16. Siehe: Peter Brown et al., A new small-bodied hominin from the Late Pleistocene of Flores, Indonesia, in: Nature, Band 431, 2004, S. 1055-1061
  17. Siehe: Alice Roberts, "Evolution: The Human Story", Dorling Kindersley Ltd., London 2011, S. 142, ISBN 978 1 4053 6165 1
  18. Siehe: Kishkindah Kanda, Sundara Kanda und Yuddhya Kanda (hier verlinkt sind die üppig illustrierten Zusammenfassungen der Inalte dieser Bücher bei Terraculta - Die Welt der Mythologie & Evolution; abgerufen: 25.12.2013)
  19. Vergl. dazu bei Atlantisforschung.de: "Satellitenbilder enthüllen: Ein künstlicher Damm verband Indien und Sri Lanka" (VNN Vaishnava News), 7. Oktober 2002; sowie: "Kann der Affengott Rama´s versunkene Brücke retten?" (Ruth Gledhill & Jeremy Page), The Times, 27. März 2007

Bild-Quellen:

1) Chumwa bei Wikimedia Commons, unter: File:Karte von Sunda und Sahul.png
2) lifeboat foundation - SAVEGUARDING HUMANITY (Advisory Board), unter: William Lauritzen, M.S.
3) Tony O’Connell auf Atlantipedia.ie, unter: Oppenheimer, Stephen (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)
4) Momotarou2012 bei Wikimedia Commons, unter: File:Homo floresiensis Restoration model.jpg
5) Sridhar_Babu_Peram bei Wikimedia Commons, unter: File:Hanuman Watches Lanka Burn.jpg