Nachwort und Ergänzungen

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Hermann Waldhausers Theorie zur Großen Pyramide - Teil 8


von unserem Gastautor Stefan Erdmann

Abb. 1 Eine Originalskizze von Hermann Waldhausers funktionstüchtigem Modell der Großen Pyramide als enormes Wasserpumpwerk

Abschließend möchte ich hier noch einige relativierende Bemerkungen zu H. Waldhausers Pumpentheorie sowie inhaltliche Ergänzungen folgen lassen. Vorweg die Feststellung: Hermann Waldhauser genießt meinen allergrößten Respekt. Immerhin hat er den experimentellen Nachweis erbracht, dass die Große Pyramide als technische Anlage konzipiert wurde, indem er ihr Modell im Maßstab 1:100 nachgebaut hat, das einwandfrei als Pumpensystem funktionierte. Im Film „Die Cheops Lüge“ wurde dies für jedermann nachvollziehbar dargestellt.

Allerdings kam der österreichische Forscher, wie zuvor dargestellt wurde, letztlich zur Ansicht, dass man mittels der Großen Pyramide als Wasserhebeanlage - einem riesigen Wasserwidder sozusagen - das Mikroklima in der trockenen Region beeinflusst habe. Sprich: Man soll damit Wolken erzeugt und Regen gemacht haben. Dies ist aber eine Schlussfolgerung, der ich mich aus guten Gründen nicht anschließen kann.

Natürlich ist es im Grundsatz durchaus vorstellbar, dass die Erbauer der Großen Pyramide auch danach gestrebt haben mögen, das Wetter zu beeinflussen. Dies ist ja seit eh und je ein Wunschtraum des Menschen, der heute längst zu einem konkreten Gegenstand der Forschung geworden ist und in gewissem Maße längst praktiziert wird - man denke nur an das 'Impfen' von Wolken (Abb. 2), um Regen zu erzeugen sowie an andere Methoden zur Wetterbeeinflussung. Trotzdem teile ich die Auffassung Waldhausers nicht, es sei der Zweck der Pyramide gewesen, das Mikroklima zu beeinflussen.

Seine Annahme, die Große Pyramide sei errichtet worden, um als eine Art "Regen-Maschine" für ihre weiträumige Umgebung zu dienen, macht aus meiner Sicht einfach keinen Sinn. Zum einen: Zwar eignet sich der Neigungswinkel der ägyptischen Pyramiden bestens dazu, auf ihren Flanken Wasser verdunsten zu lassen, wobei auch eine merkliche Thermik entstehen dürfte; aber selbst die dürfte kaum ausreichen, um über ihr die Bildung von Wolken zu bewirken, welche dann nachfolgend in der Region abregnen könnten. Darüber hinaus stand der Bevölkerung zur Zeit des angeblichen Pyramidenbauherrn Cheops - aber auch auch schon früher - Wasser noch mehr als ausreichend zur Verfügung, sodass es absurd erscheint, ein solch ungeheuerliches Bauprojekt diesem Zweck zu widmen.

Abb. 2 'Regenmacher-Technologien', z.B. durch das 'Impfen' von Wolken mit Chemikalien (Bild), sind heute gang und gäbe. Hermann Waldhauer war der Überzeugung, dass bereits die alten Ägypter sich als 'Regenmacher' betätigten.

Aus meiner Sicht muss der technische Hintergrund der 'Cheops-Pyramide' viel umfangreicher und komplexer gewesen sein, was mittlerweile auch verschiedene andere Forscher, wie z.B. der britische Maschinenenbau-Experte Christopher Dunn, vermuten. Es ist zudem aber auch anzunehmen, dass dass die ägyptischen Pyramiden zum Teil viel älter sind, als bisher seitens der universitären Forschung zugestanden wird. Diesbezüglich unterscheide ich zwischen zwei konstruktiven sowie zeitlich differierenden Komplexen:

1) ...dem Großpyramiden-System (-> die drei Gizeh-Pyramiden, die Rote Pyramide, die Pyramide von Meidum, Knickpyramide und die Pyramide von Abu Roach)
2) ...den Klein-Pyramiden ab der 5. und 6. Dynastie (-> z.B. die Pyramiden bei Abusir, die Pyramiden von Unas und Teti und weitere z. B. in Sakkara)

Während die Klein-Pyramiden, was die Zeit ihrer Entstehung angeht, in den heute von der Ägyptologie angenommenen chronologischen Rahmen passen, repräsentiert das Großpyramiden-System meines Erachtens Anlagen, die möglicherweise sogar sehr viel älter sind, als bisher angenommen. Interessanter Weise waren diese pyramidalen Groß-Bauwerke alle von hohen Umfassungsmauern umgeben und standen in einer Art Wasserbecken, mit direkter Verbindung zum Nil.

Was die Große Pyramide betrifft, so erwähnte bereits der griechische Historiker Herodot (um 486 - um 430 v. Chr.) einen Kanal, der von ihr aus zum Nil führte. Dass es diesen Herodot-Kanal tatsächlich gibt, wurde mir von einem Zeugen bestätigt, der ihn persönlich inspiziert hat. Auch ein anderer Ägyptologe aus Kairo, den ich seit Jahren kenne, hat mir gegenüber bekräftigt, dass dieser Kanal existiert. Zudem haben die Untersuchungsergebnisse im Rahmen meiner Feldforschung auf dem Gizeh-Plateau zweifelsfrei bewiesen, dass auf jeden Fall in der unterirdischen, so genannten 'unvollendeten Kammer' über längere Zeiträume Wasser geflossen ist, das aus dem Nil durch den 'Herodot-Kanal' direkt dorthin gelangte.

Abb. 3 Stefan Erdmann bei seinen Untersuchungen in der Großen Pyramide

Auch viele andere Aspekte lassen an einem technischen Ursprung und einer technischen Nutzung, in Verbindung mit Wasser, kaum Zweifel, so z.B. auch das Vorhandensein von Salzrückständen in der Großen Pyramide. Nicht nur Hermann Waldhauser hat diese Rückstände dort noch finden können, auch andere Wissenschaftler berichten davon. In meinem Buch, „Die Jahrtausendlüge“ bin ich detailliert auf diese Dinge eingegangen. Verschiedene weitere Einzelheiten dazu werde ich in meinem neuen Buch veröffentlichen, dass 2015 erscheinen soll. Darin werde ich auch meine inzwischen gut fundierte Arbeitshypothese erläutern: Aufgrund umfassender, weiterführender Forschungen bin ich zu dem vorläufigen Ergebnis gekommen, dass die Große Pyramide offenbar als eine Art Kraftwerk konzipiert wurde, in der Wasser eine zentrale Rolle spielte.

Diesbezüglich gibt es natürlich noch viele offene Fragen. z.B. was mögliche "Verbrennungsspuren" in der Großen Galerie betrifft, auf die Christopher Dunn und andere hinweisen, aber auch in der so genannten Königskammer. Diese Spuren - insbesondere die von mir entdeckten Rückstände an der Decke der Königskammer (Abb. 4), welche übrigens aus Rosengranit gefertigt ist, einem ausgezeichneten Isolator - könnten darauf hindeuten, dass:

Abb. 4 Die augenfälligen und regelmäßig auftretenden, dunklen Verkrustungen an den Decken-Blöcken der Königskammer in der Großen Pyramide.
a) ... sich in der Königskammer vormals heute nicht mehr vorhandene Baukörper oder womöglich Geräte befunden haben
b) ...auch Hitzeentwicklung bzw. hoher Druck [1] eine wesentliche Rolle im „Cheops-Kraftwerk“ spielten

Die von mir gemeinsam mit Dr. Dominique Görlitz im April 2013 durchgeführten Untersuchungen in der Großen Pyramide dienten vor allem dem Zweck, hierzu nähere Aufschlüsse zu gewinnen. Die dabei erzielten Ergebnisse können aber aus juristischen Gründen noch nicht veröffentlicht werden.

Die Nilschlammspuren, die ich 2007 in den Entlastungskammern fand, legen jedenfalls den Schluss sehr nahe, dass selbst in den obersten Bereichen der Pyramide Wasser geflossen ist. Auch was dies betrifft, stehen natürlich noch zusätzlich erforderliche Untersuchungen an. Dazu und für die weiteren Studien zum Pyramiden-Problem wünsche ich mir vor allem eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Vertretern aller relevanten wissenschaftlichen Fachrichtungen sowie anderen kompetenten Privatforschern, um nach und nach zu einer definitiven Lösung der Rätsel um die Große Pyramide und das Groß-Pyramidensystem zu gelangen.

Schon jetzt gilt mein Dank allen mutigen, im Bereich der 'pyramidalen Streitpunkte' vorurteilsfrei und ergebnisoffen arbeitenden Privatorschern, Berufswissenschaftlern und Autoren, die auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahrzehnten Pionierarbeit geleistet haben, ohne sich sich dabei vom gängigen 'Wissensfilter' zur Aufrechterhaltung orthodoxer Lehrmeinungen beirren zu lassen.


Anmerkungen und Quellen

Fußnote:

  1. Red. Anmerkung: Dazu vergl. auch Hermann Waldhausers Feststellungen zu den Schäden an der 'Großen Pyramide', unter: Weiterführende Überlegungen und Ergebnisse

Bild-Quellen:

1) Bild-Archiv Stefan Erdmann
2) DooFi bei Wikimedia Commons, unter: File:Cloud Seeding.svg
3) Bild-Archiv Stefan Erdmann
4) ebd.