Platons Werke

Aus Atlantisforschung.de
Wechseln zu:Navigation, Suche
Abb. 1 Fragment einer antiken Schriftrolle mit Werken Platons

Platon schrieb seine Werke in Dialogform: Anhand von Gesprächen zwischen zwei oder mehreren Personen werden philosophische Gedanken vorgetragen, diskutiert und kritisiert. Die älteste Sammlung von Platons Werken umfasst 35 Dialoge und 13 Briefe, wobei die Echtheit einiger Dialoge und der meisten Briefe umstritten ist. Die Dialoge werden nach ihrer Entstehungszeit in frühe, mittlere und späte Dialoge eingeteilt.

Die frühesten Dialoge folgen der Methode der sokratischen Dialektik. Zumeist trifft Sokrates auf eine Person, die behauptet, ein umfassendes Wissen zu besitzen. Sokrates stellt sich unwissend und wendet sich Hilfe suchend an den vermeintlich Wissenden. Aufgrund seiner Fragen jedoch muss derjenige, der sich weise dünkt, erkennen, dass seine Kenntnis nicht ausreicht und Sokrates somit der Weisere von beiden ist, da er zumindest weiß, dass er nichts weiß.

Abb. 2 Das Gastmahl des Plato, Gemälde von Anselm Feuerbach, 1873, Berliner Nationalgalerie

Diese Erkenntnis steht am Anfang der Weisheit. Die frühen Dialoge umfassen Laches (eine Untersuchung über die Bedeutung der Tapferkeit), Lysis (Gespräche über die Freundschaft), Charmides (ein Versuch zur Beschreibung der Besonnenheit), Euthyphron (Betrachtungen über das Wesen der Frömmigkeit), Protagoras (die Verteidigung der These, dass Tugend im Sinn von Tüchtigkeit bzw. Fertigkeit Wissen – und lehrbar – sei), und das erste Buch der Politeia (die von der rechten Staatsverfassung handelt).

Die Dialoge der mittleren und späten Schaffensperiode spiegeln Platons eigenen philosophischen Werdegang wider, obwohl Sokrates immer noch als Hauptgestalt im Zentrum steht. Die Schriften der mittleren Periode sind Gorgias (Betrachtungen zu einer Reihe von ethischen Fragen), Menon (eine Diskussion über das Wesen der Erkenntnis), Apologia (Sokrates’ Verteidigungsrede vor Gericht), Kriton (Sokrates verteidigt die Befolgung der staatlichen Gesetze), Phaidon (Sokrates’ Todesszene, worin die Theorie der Formen, das Wesen der Seele und die Frage der Unsterblichkeit besprochen werden), Symposion, das eine Reihe von Gesprächen über Schönheit und Liebe enthält, und die Politeia.

Zu den Werken der späteren Periode, in der Sokrates als Figur deutlich zurücktritt, gehören Parmenides (eine kritische Betrachtung der Ideenlehre), Theaitetos (die Ablehnung der Theorie, dass Erkenntnis mit Sinneswahrnehmung gleichzusetzen sei), Sophistes (weitere Betrachtungen zur Formen- bzw. Ideenlehre), Philebos (eine Besprechung des Verhältnisses von der Lust und dem Guten), Timaios (Platons Anschauungen zu Naturwissenschaft und Kosmologie) und Nomoi („Gesetze", eine praktische Analyse politischer und sozialer Fragen).

Platons Werke in zeitlicher Abfolge (nach G. Martin):

Über Atlantis berichtet Platon in den Dialogen Timaios und Kritias. (Für eine Zusammenfassung siehe bei Atlantisforschung.de den Beitrag: Atlantisbericht) Weitere Aussagen von ihm zur Menschheits- und Zivilisations-Geschichte finden sich im Dialog Nomoi.


Externa

Timaios u. Kritias - Atlantis betreffende Auszüge in der Übersetzung durch Hieronymus Müller von 1857, angepasst an heutige Sprache und Rechtschreibung (PDF-File, 61,64 KB), bei: www.atlantis-schoppe.de

Timaios - Übersetzung durch Franz Susemihl von 1856, bei: Zeno.org

Kritias - Übersetzung durch Franz Susemihl von 1857, bei: Zeno.org

Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Tetralogie (Platon)


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Zur Frage, ob der 'Nomoi' tatsächlich Platons letztes Werk war, oder ob der 'Kritias' als solches anzusehen ist, siehe den Beitrag: "Nomoi".