Vormals aufragende Krusten-Blöcke im Äquatorial-Atlantik

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von William Hutton

[...] Unsere Überschrift entspricht dem Titel einer Arbeit ("Formerly Emerging Crustal Blocks In The Equatorial Atlantic"), die 1981 im Journal Tectonophysics veröffentlicht wurde. Ihre Autoren sind Enrico Bonatti von der Columbia University und dem Marine Geology Laboratory in Bologna, Italien, sowie Andy Chermak von der University of Miami. Die National Science Foundation (NSF) und das Office of Naval Research (ONR) haben ihre Arbeit finanziell unterstützt, die an der Romanche-Frakturzone (Abb. 1) durchgeführt wurde.

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Abb. 1 Schematisches Struktur-Muster der Romanche- u. anderer äquatorialer Fraktur-Zonen im Atlantik. SPSP = St. Peter/St. Paul Inseln. DSDP 25 = Deep Sea Drilling Project, Meeresboden-Bohrung No. 25. Das schwarze Dreieck markiert das Gebiet, wo Flachwasser-Kalkstein entdeckt wurde. (Mod. nach Fig. 1 von Bonatti u. Chermak)

Als eines der Resultate ihrer Studien identifizierten Bonatti und Chermak einen Streifen des Meeresbodens mit einer Länge von mehr als 300 Meilen entlang der Romanche-Fraktur-Zone (FZ), die mit mit Tiefen von mindestens sechs Zehnteln einer Meile [...] anomal flach ist. Sie nehmen an, dass die am höchsten liegenden Punkte des Meeresbodens schrittweise von Karbonat-Bänken bedeckt wurden, als sie fast den Meeresspiegel erreichten, und möglicherweise sogar darüber lagen. Sie schätzen, dass die Aufstiegs- und Absink-Rate des anomalen Krusten-Blocks etwa bei der doppelten Geschwindigkeit anderer Kruste von entsprechendem Alter lag.

Die beiden Autoren stellen zudem fest, dass beim Deep Sea Drilling Project (DSDP), Bohrung 25 (Abb. 1), Flachwasser-Kalkstein aus dem Zeitalter des Eozän [vor 55 Millionen bis 36 Millionen Jahren; d.Ü.] entdeckt wurde. Sie vermuten, dass die [über den Meeresspiegel] aufragende Kruste “sogar noch bis zum frühen Känozoikum, nachdem sich die beiden Kontinente bereits voneinander getrennt hatten, ‘Land-Brücken’ für Migrationen von Pflanzen zwischen Afrika und Südamerika" gebildet habe. [...]

Hier haben wir Informationen zu einem vormals aufragenden Kontinent im Atlantischen Ozean, die von MacKenzie Keith [1] bezüglich vormaliger Flachwasser-Stätten oder [über die Meeresoberfläche] aufragender Orte zusammengestellt wurden, von welchen vom Deep Sea Drilling Project (DSDP) Proben genommen wurden. Die Plätze der Probenentnahme liegen heute in der Region des Mitteltlantischen Rückens (MAR) unter Wasser. Die Positionen von drei dieser Stätten (Keith, 2001, Tafel 1) werden in Abbildung 2 - eine Relief-Karte der Azoren-Region, die wir bereits für frühere Artikel auf der Webseite THE HUTTON COMMENTARIES verwendet haben - durch große rote Punkte markiert. Die roten Punkte sind ziemlich groß, weil, während die aufgelisteten Koordinaten der Stellen von Proben-Entnahmen Gradangaben zur nördlichen Breite angeben, diejenigen Grade zur westlichen Länge fehlen. Es wird jedenfalls deutlich, dass die Proben in der Nähe des axialen Tals des MAR genommen wurden, wie deutlich in Abbildung 2 zu sehen ist.

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Abb. 2 Auf dieser topograpischen Relief-Karte des heutigen MAR-Meerebodens (putativ: Atlantis) von N. Zhirov (1970) wurden durch William Hutton u.a. diejenigen Stellen durch große rote Markierungen (1-8) eingezeichnet, an welchen das Deep Sea Drilling Project z.T. 'anomale' Bohrproben zutage gefördert hat.

Folgendes wurde an dem mit 'A' markierten Punkt in einer Tiefe von 12 802 Fuß gefunden: hoch vesicularer [?; orig: "vesicular"; d.Ü.] Basalt, verwitterter und oxydierter Basalt, und eine größere Kluft in der basalen [?; orig: "basal"; d.Ü.] sedimentären Sektion, die subaeriale Erosion indiziert. An Stätte B, in einer Tiefe von 12 440 Fuß, wurden basaltische Kiesel sowie verwitterter und oxidierter Basalt entdeckt. Und an Stätte C, in 12 313 Fuß Wassertiefe, wurden wiederum basaltische Kiesel sowie verwitterter und oxydierter Basalt gefunden. Alle oben genannten Funde sind starke Indikatoren für einen vormals aufragenden MAR. Und sie lassen darauf schließen, dass dieses vulkanische Terrain um mindestens 12 300 Fuß abgesunken ist, seit es der Atmosphäre ausgesetzt war.

Man bemerke, dass Keith’s Tafel 1 sechs zusätzliche Stätten von MAR-Probe-Entnahmen süd-lich von jenen auflistet, die auf unserer Abbildung 2 eingezeichnet sind, bis hinunter zum Äquator. Zwei dieser Stellen von Probe-Entnahmen weisen [Gebirgs-] Rücken-Kuppen auf, die durch wellenbedingte Erosion abgeflacht wurden, deren eine Flachwasser-Sediment aus dem Tertiär enthüllte, und die andere Flachwasser-Sediment aus der Kreidezeit. Ein letzter, ziemlich überraschender Fund besteht aus Canyons und einem [...] Drainage-System in einer Tiefe von mehr als 9800 Fuß, das mit großer Wahrscheinlichkeit subaerial geformt wurde. Jene Gegend des MAR liegt zwischen 26º und 27º N, im Süden des Areals, das mit Abbildung 2 abgedeckt wird.


Das Azoren-Vulkanplateau - Ein Hot Spot an einem Tripel-Knotenpunkt?

Das größtenteils untergegangene vulkanische Plateau der Azoren ist der Treffpunkt dreier lithosphärischer Platten: die amerikanische Platte im Westen, die eurasische Platte im Nord-osten sowie die afrikanische Platte im Südosten. Der MAR stellt also die Grenze zwischen den amerikanischen, eurasischen und afrikanischen Platten dar. Die Grenze zwischen den afrikanischen und eurasischen Platten ist umstritten. Falls, wie einige Wissenschaftler meinen, die Meeresboden-Spreizung [orig.: "sea floor spreading"; d.Ü.] in der Nähe des Azoren-Plateaus auftritt, so ist ein rezentes Alter der Spreizung indiziert. [2]

Andere Geophysiker denken, dass unter dem Plateau ein Hot Spot liegt und dass das Plateau Ausdruck eines persistent aufsteigenden Magma-Schwadens [orig.: "plume"; d.Ü.] aus heißem Mantel-Material ist. Der Hot Spot selbst hat möglicherweise einen Durchmesser von 60 bis 120 Meilen und die Position seines Zentrums wird für gewöhnlich bei etwa 38.5º N und 28.0º W festgelegt, oder in etwa an jenem roten Punkt gelegen, der in Abbildung 2 mit 'C' markiert ist.

Südwestlich, möglicherweise gerade noch innerhalb, der Oberflächen-Ausformung [orig.: "surface expression"; d.Ü.] des Hot Spot liegen ein Areal von "anomal geringen Tiefen (örtlich weniger als 400 m)" und "zwei vulkanische Regionen, die durch vorspringende, nach innen gerichtete Abhänge [orig.: "inward-facing scarps"; d.Ü.] begrenzt werden, welche die beiden Flanken eines [kleinen] zerklüfteten Vulkan-Plateaus zu sein scheinen." Diese Örtlichkeit ist auf Abbildung 2 zu sehen. [3] Ebenfalls beobachtet wurde ein vorspringendes Kamm-Segment, welches "hoch tektonisiert [orig.: "tectonized"; d.Ü.] ist, mit hunderten kleiner Störungen und Fissuren, die den Meeresboden unterbrechen … Die Sediment-Decke nimmt nach Osten hin zu, auch wenn Cluster kleiner Vulkan-Kegel durch das Sediment hindurch erscheinen. Die Kuppe des Rückens wird durch drei Kegel charakterisiert; sie umgeben eine Vertiefung, die mit einem Lava-See gefüllt ist."


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von William Hutton ©, wurde erstmalig unter dem Titel ADDITIONAL EVIDENCE FOR THE ATLANTIS OF THE EDGAR CAYCE READINGS, (Abschnitt: ("Formerly Emerging Crustal Blocks In The Equatorial Atlantic"), online bei: The Hutton Commentaries Inc. veröffentlicht; bei Atlantisforschung.de erscheint er (2007) in einer redaktionell bearbeiteten Fassung.

Anmerkung des Übersetzers: Sorry, aber ich bin kein Geologe! Bevor ich somit durch meine fachliche 'Unbedarftheit' Fehler in die Übersetzung bastele, habe ich es in diesem Fall vorgezogen, an einigen für mich unklaren Stellen sicherheithalber die englischen Original-Formulierungen mitzuliefern. Sollten sich trotz aller Bemühungen Fehler eingeschlichen haben: vielleicht liest ja ein wohlwollender Kenner geologischer Terminologie mit, der korrigieren oder weiterhelfen möchte?

Im übrigen: Einfügungen durch den Autor (William Hutton) in eckigen Klammern und kursiv = [Einfügung]; Einfügungen durch mich in eckigen Klammern und nicht kursiv = [Einfügung]; Auslassungen durch den Autor = ... Auslassungen durch mich = [...]. (bb)

  1. Quelle: Keith, M., 2001, "Evidence for a Plate Tectonics Debate," Earth-Science Reviews, 55 pp. 235-336
  2. Quelle: Lourenco, N., et al., 1998, “Morpho-tectonic analysis of the Azores Volcanic plateau from a new bathymetric compilation of the area,” Marine Geophysical Researches v. 20, pp. 141-156, plus map
  3. Anmerkung von W. Hutton: Information in this paragraph comes from three abstracts in the Proceedings Volume for the December 1998 meeting of the American Geophysical Union (Abstracts T72F-07, T22C, and T12C-11). These abstracts describe the results of detailed sea-floor mapping programs southwest of the Azores hot spot, closer to the central Sargasso Sea. The studies cover an area where the normal V-shaped median valley of the MAR is interrupted by a messed-up area of the sea floor.


Bild-Quellen

(1) Enrico Bonatti u. Andy Chermak: "Formerly Emerging Crustal Blocks In The Equatorial Atlantic"), in: Tectonophysics, 1981; nach: The Hutton Commentaries Inc.

(2) William Hutton, The Hutton Commentaries Inc. (Original-Karte: Zhirov, Nikolai F.: "Atlantis - Atlantology: Basic Problems", Progress Publishers, Moskau, 1968, 1970, S. 362)