Die Azoren und Atlantis – Atlantisforschung

Die Azoren und Atlantis

Eine kurze Zusammenfassung von Evidenzen zur Anregung weiterer wissenschaftlicher Erforschung und Analyse der Probleme durch Spezialisten, um O'Briens These der rezenten Existenz einer großen Insel auf dem Mittelatlantischen Rücken, mit Zentrum auf den Azoren, zu beweisen oder zu widerlegen


von Edmund Marriage (Golden Age Project)

Christian O'Brien liefert in Kapitel 18 von The Shining Ones die grundlegenden historischen und geologischen Evidenzen, welche die Azoren als den Ort identifizieren, wo sich die Insel Atlantis befunden hat. Bei seiner herausragenden Karriere als Explorations-Geologe war es ihm nicht fremd, etablierte Auffassungen erfolgreich herauszufordern, und dazu hob er als zentrale Fragen die Frakturbildung tief in der Erdkruste [orig: "deep crustal rifting"; d.Ü.] im Zusammenhang mit Flutbasalt-Ausbildungen hervor.

Bild:Atlantis100.jpg
Abb. 1 Verkleinerte Abbildung einer topographischen Karte
des Azoren-Gebiets (Institute of Oceanographic Sciences)

1985 fertigte O'Brien ein Gutachten über die Insel an, wobei er Karten der portugiesischen Admiralität auswertete, die jetzt durch die Karte des Institute of Oceanographic Sciences ersetzt wurde, die oben (Abb. 1) abgebildet ist, und durch weitere neue, detaillierte hydrographische Beiträge, von denen 20% in unsere 3D-Visualisierung [1] eingeflossen sind, ergänzt wurde. Es wird nach weiteren Informationen gesucht, welche die Positions-Bestimmung und Erfassung von neuen Sediment-Verläufen in störungsfreien Arealen [orig.: "un-disturbed areas"; d.Ü] erlauben.

Bei der Identifizierung eines substantiell uralten, trockenen bzw. hängenden Flussbetts an einer Felswand bei einer neuen Straße an der Südküste von São Miguel durch O'Brien handelt es sich um die gradlinige geologische Analyse der beobachteten Evidenzen durch einen erfahrenen Geologen. Er verfolgte diese Entdeckung weiter, indem er anhand von Meeresboden-Karten der portugiesischen Admiralität nach den vormaligen Flussystemen einer [zu vermutenden] Großinsel suchte und fündig wurde.

Er stellte fest: "Die gesamte Inselgruppe der Azoren ist abgegrenzt und umgeben von einem Netz submariner Täler, welche alle Kennzeichen dafür aufweisen, dass sie einst Flusstäler an der Oberfläche waren. Die Azoren könnten während vergleichsweise rezenter Zeiträume viele tausend Fuß abgesunken sein – und wahrscheinlich sind sie es auch."

Die Technologie, die benötigt wird, um die Atlantis-Frage positiv oder negativ zu beantworten, steht nun zur Verfügung. Die Wissenschaft hat nun einen Punkt erreicht, an dem sie in der Lage ist, sowohl die Entstehung von solchen großen Strukturen als auch die nachfolgenden katastrophischen Bewegungen in der Erdkruste zu verstehen, welche sie zerstört haben. Das Auffinden und die Datierung der Überbleibsel von Süßwasserlebewesen in Tiefen bis zu 4000 Metern, die Entdeckung von Korallen, Sandstränden und vulkanischem Material unterhalb des Meeresspiegels und die Identifizierung vormaliger Flusstäler ist nun in Reichweite und wir erwarten, im Verlauf des Jahres weitere Neuigkeiten zu diesem Thema bereitstellen zu können.

Dr. Nikolai F. Zhirov berichtete 1970 über Sandstrände und Korallen südlich der Azoren, in einer Tiefe von zwei Meilen. Es gibt gesicherte Evidenzen dafür, dass Teile des Mittelatlantischen Rückens in der Vergangenheit über dem Meeresspiegel gelegen haben, und Süßwasser-Diatome, die man im Raum der Azoren in zwei Meilen Tiefe gefunden hat, datieren auf 10.000 bis 12.000 v. Chr.

Vulkanisches Material, das als nicht-zersetzter Tachylit beschrieben wurde, wurde auf dem Telegraphen-Plateau (Abb. 2), 500 Meilen nördlich der Azoren entdeckt, was nahelegt, dass es irgendwann zwischen 50.000 v. Chr. und 10.000 v. Chr. Oberhalb des Meeresspiegels abgelagert wurde. Die Analyse von Sediment-Kernen von Orten vor der Küste von Afrika haben das zwei Meilen tiefe Absinken vulkanischer Insel-Strukturen, ähnlich denen der Azoren, nachgewiesen.

Bild:Telegraphen-Plateau 2.jpg
Abb. 2 Das so genannte 'Telegraphen-Plateau' (hier rot mar-
kiert). Ausschnitt einer Karte aus: Gerhard Schott, "Geogra-
phie des Atlantischen Ozeans", 1. Aufl. (1912)

Noch detaillierte Evidenzen, die von den jüngsten Unterwasser-Erkundungen erbracht wurden, werden dabei helfen, den vormaligen glazialen Meeresspiegel zu identifizieren, und die Strom-Täler einer großen Insel zu finden, von der aus vor dem Anstieg der Meerespiegel Flüsse ins Meer mündeten; Strom-Täler, die mit den Canyon-Formationen von Flüssen an den amerikanischen, europäischen und afrikanischen Kontinental-Schelfen vergleichbar sind.

Unvoreingenommene Geister werden benötigt, um die jetzigen Ressourcen aus den vielen Disziplinen zu bündeln, die notwendig sind, um dieses Mysterium wieder auferstehen zu lassen oder aufzulösen, welches immense Bedeutung für unser Verständnis menschlicher Ursprünge und der Verbreitung des Menschen hat. Insbesondere gilt dies für Migrationen von Afrika nach Nord- und Südamerika um 60.000 v. Chr.

Anderen Ortes ist wichtiges Wissen zusammengetragen worden über Flutbasalt-Formationen, kollabierte Vulkan-Kegel, Plattentektonik, Fraktur-Bildungen in der tiefen Kruste, in Verbindung mit der Rückfederung der, vom Gewicht des glazialen Eises befreiten, dicken und alten Erdkruste von bis zu einem Kilometer, und über das kompensierende Absinken von vielleicht 4 km in fragilen, jungen und dünnen ozeananischen Krusten-Arealen, die an größere aktive Bruch-Zonen angrenzen.

Die in Metern skalierte Karte des Institute of Oceanographic Sciences zeigt die Azoren-Inseln als die vulkanischen Gipfel der größten Bergkette der Welt. Das Areal im Westen wird begrenzt durch die Tal-Bruchlinie des Mittelatlantischen Rückens [orig.: "Mid-Atlantic Ridge rift valley fault“; d.Ü.], im Norden durch die Kurchatov-Fraktur-Zone, im Osten durch die ozeanische Tiefsee, und entlang seiner gesamten südlichen Flanke durch die massive und tiefe ost-azorische Fraktur-Zone. Hier können wir die drei bedeutenden tektonischen Platten erkennen, welche in diesem fragilen Krusten-Gebiet aufeinander treffen, und es zu der womöglich instabilsten Struktur auf unserem Planeten machen.

Es besteht kein Zweifel daran, dass die Meeresspiegel seit dem Höhepunkt der Eiszeit weltweit durchschnittlich um etwa 400 Fuß [ca. 122 m; d.Ü.] angestiegen sind, wenn auch die Identifizierung von Küstenlinien des Zeitraumes um 16.500 v. Chr. im Lichte viel größerer Kompensations-Bewegungen in der Erdkruste und anderer Faktoren zu betrachten ist. Sicherlich wäre eine große Insel in diesen Breiten, während einer höchst unwirtlichen, kalten und extrem trockenen Klima-Periode, in der große Mengen des irdischen Wassers fest in den Eisschilden eingeschlossen waren, einen geeigneten eiszeitliche Zufluchtsort für Pflanzen, Tiere und Menschen gewesen.

Der Anstieg des Meeresspiegels mag im Gebiet von Atlantis relativ stabil gewesen sein, bis auf zwei beschleunigte Pegel-Steigerungen aufgrund massiver Schmelzwasser-Abläufe aus zuvor von Land/Eis abgeriegelten Seen um etwa 12.000 v. Chr. (50-40 cm per annum) und 9300 v. Chr. (30-20 mm per annum). Ein dritter und finaler, beschleunigter Anstieg ereignete sich zwischen 6000 und 5500 v. Chr. als Resultat weiterer Freisetzungen von Schmelzwasser. [...]

Bild:Marriage Atlantis.jpg
Abb. 3 Diese an den topographischen Daten der Azoren
orientierte Karte vermittelt eine Vorstellung des mittelatlan-
tischen Atlantis nach O'Brien & O'Brien. -> Vergrößerung

Die zu beobachtenden Evidenzen bezüglich der geologischen Struktur der Azoren-Inseln, oberhalb und unterhalb des heutigen Meeresspiegels, liefern Hinweise auf Flußsysteme, die sich nur auf einem weitaus größeren Landgebiet gebildet haben können. Doch aufgrund erheblicher vulkanischer Aktivität in der Vergangenheit, sowie wegen Bodensenkungen und Erdrutschen innerhalb dieses Gebietes gibt es noch nicht genug überzeugende Beweise. Dies schafft Probleme sowohl bei der Suche nach altertümlichen Relikten als auch nach biologischen Beweisen, die dort noch existieren mögen.

Eine katastrophale Überflutung, ein Kollaps und das Versinken [eines 'azorischen' Atlantis] um etwa 9500 v. Chr. ist in vielen historischen Quellen angenommen worden, und ist nun für die Wissenschaft zu einem schlichten Forschungsgegenstand geworden, bei dem es gilt, diese These zu beweisen oder zu widerlegen. Die Bestätigung und Datierung einer sehr großen versunkenen Insel erfordert lediglich den Zugriff auf und die Analyse von ein paar Sediment-Kernen sowie eine Suche nach entsprechenden Unterwasser-Strukturen in Schlüssel-Orten. Sie könnten von knapp unter der Meeresoberfläche bis hinab in eine Tiefe von 11.000 Fuß existieren.

Es ist wichtig zu erkennen, dass die Untersuchung durch O'Brien und die geringfügige Anpassung bezüglich ihrer Neigung die Insel so wiedererstehen lässt, wie sie deutlich von Plato [...] beschrieben wurde. Die größeren Gebäude-Strukturen, müssen, sofern sie noch existieren, südwestlich der großen Ebene in einem Gebiet größter Meerestiefe liegen, nahe dem katastrophischen Krusten-Bruch der ost-azorischen Störungszone [orig.: „East Azores Fault Zone“; d.Ü.], was deutlich auf der Karte des Institute of Oceanographic Sciences zu sehen ist.

Wir haben in unserer Liste besonders zur Lektüre empfohlener Literatur mehr als dreißig bedeutende Bücher besonders herausgestellt, die insgesamt eine gewichtige Beweislage zur Stützung der grundlegenden, von O'Brien präsentierten These, hervorgebracht haben, und welche die gemeinsamen Überlieferungen aus fernster Vergangenheit bis hin zu gravierender moderner Forschung umfassen. Erst heute beginnen wir, die Gestalt und Verlässlichkeit der von Solon und Plato präsentierten Aufzeichnungen zu schätzen, und neuere wissenschaftliche Erklärungen für ähnliche dramatische Krusten-Rissbildungen und vertikale Bewegungen der Erdkruste zu akzeptieren.

In einem weltweiten Maßstab gibt es gemeinsame Überlieferungen von einer großen Flut, der außerordentliche Regenfälle vorausgingen, und die von Erdbeben und Vulkanausbrüchen begleitet wurde. Die Feststellung mag von Wichtigkeit sein, dass Tsunami-Wellen nicht direkt in Zusammenhang mit der Geschichte von dieser großen Flut erwähnt wurden, und dass die moderne Wissenschaft drei unterscheidbare rapide Anstiege und drei kleinere Rückgänge der Meeresspiegel seit dem Ende der Eiszeit und der Erwärmung des weltweiten Klimas identifiziert hat. Die erste große Flut mag für die frühe Menschheit und für Atlantis von größerer Signifikanz gewesen sein als die vielen nachfolgenden Fluten und andere Naturkatastrophen. Zu letzteren gehören Unterbrechungen der Zirkulation des Golfstromes aufgrund von Süßwasserzufluss/Eisschmelze, sowie episodische Impakte von Kometen-Trümmern.

Wir heißen weitere Beiträge zu diesem Projekt von allen interessierten Seiten willkommen. Die detaillierteren hydrographischen Informationen, welche wir von den portugiesischen Autoritäten und dem Southampton University Oceanographic Department zu erhalten erhoffen, werden es erlauben, ein paar kleine Schritte vorwärts zu machen, um entweder die Existenz von Atlantis an diesem Ort zu widerlegen, oder die detaillierten Evidenzen zu bestätigen, um die großartige Legende als ein Faktum neu zu erstellen.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Edmund Marriage © wurde den Webseiten von The Golden Age Project entnommen, wo er unter dem Titel "SURVEY OF ATLANTIS - A brief compilation of evidence to encourage further scientific research and analysis of the issues by specialists to prove or disprove the O'Brien thesis of the recent existence of a large Mid-Atlantic Ridge island centred on the Azores" erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de.

  1. Red. Anmerkung: Diese 3D-Visualisierung ist zu finden auf: SURVEY OF ATLANTIS bei: The Golden Age Project


Bild-Quellen

(1) The Golden Age Project, unter: SURVEY OF ATLANTIS; siehe bei Golden Age Project auch: Größere Abbildung der Karte (PDF-File, 1,26 MB)

(2) NOAA Photo Library, unter: A 1912 map of the Atlantic Ocean by the German oceanographer Gerhard Schott. Note the use of the term Telegraph Plateau following the 1858 nomenclature of Maury. In: "Geographie des Atlantischen ozeans" by Gerhard Schott. Library Call No. GC481 .S34 1. Aufl. (1912) (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)

(3) The Golden Age Project, unter: SURVEY OF ATLANTIS; für eine größere Abbildung siehe: Atlantis nach Christian und Barbara Joy O'Brien - Topographische Karte (red)