Donald Ingram – Atlantisforschung

Donald Ingram

Forscher- und Autorenportrait

von Stelios Grant Pavlou

Abb. 1 Hier das Front-Cover von Don Ingrams innovativem Buch "The Unlost Island - A History of Misunderstanding Atlantis" aus dem Jahr 2009
Abb. 1 Hier das Front-Cover von Don Ingrams innovativem Buch "The Unlost Island - A History of Misunderstanding Atlantis" aus dem Jahr 2009

Donald 'Don' Ingram (* 1944 in Adelaide, SA, Australien) ist ein inzwischen pensionierter australischer Zeitungs-Illustrator - er studierte von 1966 bis 1970 Design und Illustration an der South Australian School of Arts -, der 34 Jahre lang (von 1968 bis 2002) eingehend mit Journalisten zusammenarbeitete, um Illustrationen, Karten, Diagramme und Informations-Graphiken zu produzieren. Jetzt ist er als unabhängiger Forscher und Autor tätig.

Im Jahr 2009 veröffentlichte Ingram sein Buch "The Unlost Island" [1] (Abb. 1), in welchem er verficht, das Zentrum von Atlantis habe auf den Britischen Inseln gelegen. Ingram betrachtet Atlantis als eine bronzezeitliche Zivilisation, wobei er theoretisiert, dass die Zahlen in Platos Bericht übertrieben seien, aber nicht aufgrund einer Fehlübersetzung im Alt-Ägyptischen oder -Griechischen, sondern infolge einer Fehlübersetzung aus dem Linear B, dem Schriftsystem der Minoer. Dazu verweist er darauf, Athen [d.h. Ur-Athen; d.Ü.] sei vor 800 v.Chr. eine Kolonie der Minoer gewesen, weshalb ein Krieg zwischen Atlantis und Athen auch ein Krieg mit den Minoern gewesen wäre. In einem Aufsatz schreibt er darüber:

"Plato erzählt uns, dass die Geschichte via Kritias und seine Vorfahren, von Solon, einem der großen Staatsmänner von Athen, herstamme. [2] Der Zeitrahmen wurde von Plato angegeben und Solon zugeschrieben, dem ca. 600 v.Chr. von einem ägyptischen Priester erzählt wurde, das jeweilige Alter ihrer Institutionen betrage acht- und neuntausend Jahre. Das würde uns bis ganz an den Anfang des Neolithikums zurückführen, zu den allerfrühesten Siedlungs-Gemeinschaften, und dies ist natürlich nicht mit Platos Sachverhaltsbeschreibungen der Kombattanten und ihrer Waffen in Einklang zu bringen.

Abb. 2 Eine kartographische Darstellung zur Verbreitung der Glockenbecher-Kultur in Britannien und Europa am Übergang von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit. Diese Kultur - insbesondere jene von Wessex II im Süden Britanniens - bringt Ingram mit der Zivilisation von Atlantis in Verbindung.
Abb. 2 Eine kartographische Darstellung zur Verbreitung der Glockenbecher-Kultur in Britannien und Europa am Übergang von der Jungsteinzeit zur Bronzezeit. Diese Kultur - insbesondere jene von Wessex II im Süden Britanniens - bringt Ingram mit der Zivilisation von Atlantis in Verbindung.

Die übermäßig großen Zahlenangaben müssen sicherlich auf eine Fehlübersetzung von Tausenden für Hunderte zurückzuführen sein. Auch die großen Maßangaben sind übertrieben. Diese "Falsche Übersetzung der Zahlen"-Hypothese wurde zuvor von Gelehrten mit der Begründung abgelehnt, dass die Nummerierungssysteme Ägyptens und Griechenlands einen solchen Fehler nicht zulassen würden. Leider ist dabei das Linear B der spätbronzezeitlichen Mykener als Quelle der Fehlübersetzung übersehen worden.

In diesem System wurden Einheiten bis zu und einschließlich neun durch einen vertikalen Strich dargestellt; Zehn wurde als horizontaler Bindestrich dargestellt. Hunderte wurden als Kreise gezeigt; zehnmal hundert hatte einen horizontalen Strich innerhalb des Kreises, und hundert [mal] hundert wurde als Kreis mit vier radialen Häkchen [orig.: "ticks"; d.Ü.] um den Perimeter herum angezeigt - so dass z.B. 900, 9000 und 90.000 alle durch neun Kreise mit kleinen Unterscheidungszeichen dargestellt wurden. Das ist mit ziemlicher Sicherheit [der Ausgangspunkt], von dem aus eine Fehlübersetzung stattgefunden haben kann." [3]

Don Ingram [- der seine Theorie auch auf der Internationalen Atlantis-Konferenz 2011 vorstellte [4] -] vertritt die Annahme, die am wahrscheinlichsten als Volk von Atlantis in Frage kommende britische Zivilization sei zu jener Zeit die "Glockenbecher-Kultur" (Abb. 2) gewesen, wobei "insbesondere jene von Wessex II zeitgenössisch mit der ersten Palast-Periode der Minoer war, als diese im dritten Millennium v.Chr. auf das griechische Festland übergriffen" [5]


Anmerkungen und Quellen


Dieser Beitrag von Stelios Grant Pavlou (Lizenz: CC0 1.0 Universal) wurde seiner Webseite atlantipedia.com - THE SEARCH FOR ATLANTIS entnommen, wo er in der englischsprachigen Original-Fassung mit dem Titel "Donald Ingram" erstveröffentlicht wurde. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de im Mai 2017.

Fußnoten:

  1. Siehe: Don Ingram, "The Unlost Island - A History of Misunderstanding Atlantis", Burleigh, Qld. (Zeus Publications), 2009
  2. Red. Anmerkung: Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: "Überlieferungskette des Atlantisberichts" (nach Otto Muck)
  3. Quelle: Don Ingram, "Plato’s Atlantis: A Place in History", 2010 bei World-Mysteries.com (abgerufen: 04. Mai 2017; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  4. Siehe: Don Ingram, "Plato's War at the end of the Middle Bronze Age", Santorin (Atlantis Conference, 2011)
  5. Quelle: Don Ingram, "Plato’s Atlantis: A Place in History", 2010 bei World-Mysteries.com (abgerufen: 04. Mai 2017; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) Trove, unter "2009, English, Book, Illustrated edition: The unlost island - a history of misunderstanding Atlantis / by Don Ingram. Ingram, Donald."
2) DieKraft~commonswiki bei Wikimedia Commons, unter: File:Bellbeaker map europe.jpg