Henut Taui – Atlantisforschung

Henut Taui

Eine ägyptische Priesterin sorgt 3000 Jahre nach ihrem Tod für Aufregung

Abb. 1 Der mumifizierte Kopf und eine Gesichts-Rekonstruktion der ägyptischen Priesterin Henut Taui
Abb. 1 Der mumifizierte Kopf und eine Gesichts-Rekonstruktion der ägyptischen Priesterin Henut Taui

(red) Henut Taui - auch Henuttaui oder Henuttawy - (bl. ca. 1000 v.d.Z.) war eine altägyptische Priesterin zur Zeit der 21. Dynastie, deren sterbliche Überreste mumifiziert wurden, bis heute erhalten blieben und als bekannteste der so genannten "Kokain-Mumien" für weltweites Aufsehen sorgten.

Über Henut-Tauis Leben ist nur wenig bekannt. Sie war eine Priesterin und Sängerin im Tempel des Amun-Re im thebanischen Karnak, die nach ihrem Tod einbalsamiert und in der Nekropole von Deir El-Bahari bestattet wurde. Nach der Wiederentdeckung ihres Grabes wurde ihre Mumie vom bayrischen König Ludwig I. erworben, der sie später dem heutigen Staatlichen Museum Ägyptischer Kunst in München übereignete, wo sie sich noch immer befindet (ÄS 57) [1] Ihr Sarg, der vormals im portugiesischen Museu Nacional de Arqueologia (Nationalmuseum für Archäologie) in Lissabon aufbewahrt wurde [2], befindet sich jetzt ebenfalls in München. [3]

Im Jahr 1992 entdeckte die deutsche Toxikologin Svetlana Balabanova (1929-2015) Spuren von Kokain, Cannabis und Nikotin in Henut Tauis Haaren sowie in den Haaren mehrerer anderer Mumien des Museums [4]. Dies ist durchaus bedeutsam, da als einzigen Quellen für Kokain und Nikotin der Koka-Strauch und Tabakpflanzen in Frage kommen, die in Amerika heimisch sind. Allgemein wurde vorausgesetzt, dass diese Pflanzen in Afrika erst nach den Entdeckungsreisen von Christoph Kolumbus bekannt geworden seien. [5] Während Balabanovas Entdeckung von Anhängern des Diffusionismus und Verfechtern der Theorie sehr früher präkolumbischer Kontakte zwischen Menschen der 'Alten' und der 'Neuen Welt' als wichtiger Beleg für die Richtigkeit ihrer Annahmen bewertet wird, findet sie im Bereich der Mainstream-Wissenschaft kaum Anklang. Fakt ist, dass andere Wissenschaftler bei zwei aufeinanderfolgende Analysen zu weiteren Gruppen ägyptischer Mumien keine Kokain-Rückstände, aber in zahlreichen Fällen Spuren von Nikotin entdeckt haben. [6] Zudem wurden sowohl in der Mumie von Ramses II. als auch in der Gruft von Tutanchamun Überreste amerikanischer Tabakkäfer gefunden. [7]



Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag basiert auf dem Lemma "Henut Taui" bei Wikipedia - The Free Encyclopedia (Stand: 24. Juni 2017). Übersetzung ins Deutsch und redaktionelle Überarbeitung durch Atlantisforschung.de.

Fußnoten:

  1. Siehe: M. Rice, "Who is who in Ancient Egypt", 1999 (2004), Routledge, London, ISBN 0-203-44328-4, S. 64-65
  2. Siehe: G. Daressy, G. (1907), “Les cercueils des prètres d'Ammon”, ASAE 8, S. 19 (siehe A 136).
  3. Siehe: B. Porter und R. Moss, "Topographical bibliography of ancient Egyptian hieroglyphic texts, reliefs and paintings. I. The Theban necropolis, part 2", 2nd edition, Oxford University Press 1964, S. 639.
  4. Siehe: S. Balabanova et al., "First Identification of Drugs in Egyptian Mummies", in Naturwissenschaften 79, 1992, S. 358
  5. Siehe: "Curse of the Cocaine Mummies" written and directed by Sarah Marris. (Producers: Hilary Lawson, Maureen Lemire and narrated by Hilary Kilberg). A TVF Production for Channel Four in association with the Discovery Channel, 1997
  6. Siehe: Sarah Marris (op.cit. 1997); sowie: David J. Counsell, Intoxicants in Ancient Egypt? Opium, nymphea, coca, and tobacco, in: Rosalie David (Hrsg.), "Egyptian mummies and modern science", Cambridge University Press 2008, S. 211-15. ISBN 978-0-511-37705-1
  7. Siehe: Dominique Görlitz, "Prähistorische Ausbreitungsmechanismen transatlantisch verbreiteter Kulturpflanzen" (Dissertation), Gotha, 2012, S. 50-53

Bild-Quelle: