Vittorio Calestani – Atlantisforschung

Vittorio Calestani

Forscherportrait

Abb. 1 Der Beitrag über Vittorio Calestanis Atlantis-Theorie in der Uralla Times vom 25. Mai 1939
Abb. 1 Der Beitrag über Vittorio Calestanis Atlantis-Theorie in der Uralla Times vom 25. Mai 1939

(red) Vittorio Calestani (* 1882 in Florenz; † 1949 in Pisa) [1] war ein italienischer Lehrer, Naturwissenschaftler (Biologe), Ethnologe und Meteorologe, der sich als Privatforscher auch mit dem Atlantis-Problem befasste und Britannien mit Platons verschollenem Reich der Vorzeit gleichsetzte. Wissenschaftlich tätig war er vorwiegend am Botanischen Institut der Universität von Modena.

Über Calestanis Atlantis-Lokalisierung heißt es - unter Berufung auf den Christian Science Monitor aus Boston (USA) - in der Uralla Times vom 25. Mai 1939 in einem Artikel (Abb. 1) mit der Überschrift "ATLANTIS RULES THE WAVES" [2]:

"Goßbritannien ist, dem italienischen Naturforscher Prof. Vittorio Calestani zufolge, nichts anderes als das legendäre Atlantis, die verschollene Insel, über welche Plato bei mehr als einer Gelegenheit schrieb. Wenn Professor Calestani richtigliegt, hat die über viele Zeitalter hinweg dauernde Suche der Menschen nun schließlich ein Ende gefunden, und ihre prähistorisschen Legenden wurden bestätigt.

Über Atlantis heißt es, dass es 9000 Jahre vor der Geburt des griechischen Philosophen Solon ein berühmtes Königreich gewesen sei, und die Frage nach seiner Existenz wurde noch bis ins achtzehnte Jahrhundert hinein ernstlich debattiert. Montaigne, Buffon, and Voltaire widmeten dieser Angelegenheit alle ihre größte Aufmerksamkeit.

Die Beweise, welche Professor Calestani vorbringt, sind ausgesprochen geistreich: Atlantis hatte einen rieseigen Poseidon-Tempel; das muss Stonehenge gewesen sein. Die Insel wurde von Philosophen regiert [sic!; d.Red.] — selbstredend ein augenscheinlicher Verweis auf die Druiden. Sie war flach und von Bergen umgeben - nun, die Berge von Wales begrenzen die Zentralebene Englands. Von der Tatsache, dass Atlantis angeblich unter die Wellen gesunken sei, könnte man annehmen, sie stelle eine Schwierigkeit dar, aber Professor Calestani wischt sie mit Leichtigkeit beiseite. Nach allen Überlegungen meint er, dieser Teil der Geschichte sei wahrscheinlich eine Übertreibung. Eine Übertreibung, die wie man hinzufügen möchte, noch größer ist als jene, welche annimmt, Britannien werde selbst bald durch Versinken den Blicken entzogen. — Christian Science Monitor,' Boston, VMJL." [3]

Der Atlantologie-Enzyklopädist Tony O’Connell verwirft diese positive Bewertung von Calestanis Theorie ganz zu Recht, indem er feststellt: "Seine Meinung basierte auf ziemlich schwachen Argumenten und ist weit davon entfernt, überzeugend zu sein." Außerdem erwähnt O’Connell kurz, dass Calestani noch "1949 an der Università Popolare di Venezia [Volkshochschule Venedig; d.Ü.] einen Vortrag mit dem Titel `l'Atlantide´ hielt." [4]


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - La enciclopedia libre, unter: "Vittorio Calestani" (abgerufen: 19. November 2016)
  2. Anmerkung: Diese Überschrift ist eindeutig eine Anspielung auf die 'inoffzielle Nationalyhymne' Großbritanniens, "Rule, Britannia!". Deren Refrain lautet: "Rule, Britannia! Britannia rule the waves; Britons never will be slaves." (Herrsche, Britannia! Britannia beherrsche die Wellen; Briten werden niemals Sklaven sein.)
  3. Quelle: o.A., "ATLANTIS RULES THE WAVES", 25. Mai 1939, bei The Uralla Times (NSW, Australien); Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de nach: Trove - National Library of Australia, unter: The Uralla Times (NSW : 1923 - 1954) - Do. 25 Mai 1939 - Page 4 - ATLANTIS RULES THE WAVES
  4. Quelle: Tony O’Connell, "Calestani, Vittorio (N)", 9. Dezember 2015, bei atlantipedia.ie (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quelle: