Ägypten als schwarz-afrikanisches Kaiserreich

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Beiträge der 'schwarzen Rasse' zur Entwicklung früher Hochkulturen

von Paul A. Barton, Hanford (Kalifornien/USA)

Nach einem heute besonders unter Weißen verbreiteten Klischee hat die 'schwarze Rasse' [1] weder zur Entstehung von Hochkultur auf unserem Planeten beigetragen, noch hatte sie die Fähigkeit, eigene Hochkulturen zu schaffen. Hat dieses Denkmuster irgendwie greifbare Substanz?

Der Verfasser hat sich überzeugt, dass derartige Behauptungen purer Unsinn sind. Vielmehr könnte eher das Gegenteil der Fall sein! Tatsache ist, dass in Wahrheit allenthalben (olmekisches Mexiko, China der Shang-Dynastie, Indus-Zivilisation, vorindogermanisches Kreta etc.) handgreifliche Beweise vorhanden sind - für diejenigen, die sich danach umschauen - für die These, dass in der Tat Schwarze die ursprünglichen Urheber vieler Zivilisationen gewesen sein könnten.

Abb. 1 Im heutigen Sudan finden sich noch Relikte der alten Kulturen von Kush, Meroe und Nubien - Überreste des einstigen Glanzes schwarz-afrikanischer Staaten.

Die Vorstellung beispielsweise, Altägypten sei eine "weiße" Zivilisation gewesen, gegründet von einer quasi-hamitischen "Herrenrasse", die um -3500 im Niltal eingedrungen sei, ist reine Phantasie. Es scheint vielmehr, dass Narmer und Menes sich jahrelang bemühen mussten, diese so genannten Hamiten von Ägypten fern zu halten. Studiert man die Darstellungen an den altägyptischen Tempeln, so sieht man, dass die große Mehrzahl der Gefangenen hellhäutige Asiaten oder nordafrikanische Temehu [2] waren. Die meisten der als Gefangene dargestellten Schwarzen waren Kriegsgefangene aus dem Süden, die sich als die eigentlichen Besitzer von Unterägypten ansahen und diesem alten Besitzrecht Nachdruck verliehen durch ständige Kriegführung gegen ihre Rassebrüder im Norden.

Neue Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Genetik (Vererbungslehre) und neue Methoden, den Melaningehalt der Haut zu ermitteln, der deren Dunkelfärbung bewirkt, haben zu weitgehender Übereinstimmung unter den aufgeschlossenen Anthropologen und Historikern geführt, dass die Ägypter der prädynastischen, dynastischen und sogar noch hellenistischen Zeit weitgehend Schwarze waren, mit Ausnahme einiger Vermischung mit Weißen aus dem Norden und Semiten in den größeren Städten. Obwohl es so aussehen mag, als hätten "weiße" Pharaonen über Ägypten geherrscht, waren diese doch gewöhnlich Usurpatoren. Gemessen an der wahren Größe Alt-Ägyptens hat man die zivilisatorischen Leistungen der Hyksos, der Libyer und der indoeuropäischen Invasoren wohl stark übertrieben. Im Grunde trugen sie mehr zu Ägyptens Niedergang und weiteren Invasionen bei.

Die schwarzen Pharaonen Ägyptens kontrollierten dieses Land seit der prädynastischen Periode, und die Mutterzivilisation, der Ägypten seine Entstehung verdankt, war Nubien. Um -900 stand die Nok-Zivilisation im heutigen Nigeria [3] im Zenit. Leider ist tiefe Unwissenheit über die alten westafrikanischen Kulturen unter Historikern und Vorgeschichtsforschern weit verbreitet. Man muss beispielsweise wissen, dass um -400 das Reich von Ghana der unmittelbare Nachfolger der Nok-Zivilisation wurde, und dass um 1500 wiederum die Reiche von Mali und Songhai Nachfolger von Ghana wurden. Arabische Quellen bezeugen, dass maritime Expeditionen Malis Amerika erreichten [4]. Nach van Sertima [5] besuchten Ghanaer das Aztekenreich.

Abb. 2 Sphinx des Pharao Amenemhet II. mit deutlich schwarzafrikanischen Gesichtszügen. Aus: van Sertima: ,,Egypt Revisited” 1993.

Ich stimme mit van Sertima darin überein, dass die riesigen olmekischen Steinköpfe Schwarzafrikaner darstellen. Die rassischen Charakteristika dieser Köpfe findet man von West-Afrika und dem südlichen Äthiopien bis zu den Bantu-Völkern Südafrikas, am ausgeprägtesten sind sie unter den Nuba, die den ethnischen Typus der alten Nubier [6] am reinsten bewahrt haben dürften.

Eine Reihe spezifischer Merkmale macht es sogar recht wahrscheinlich, dass gewisse olmekische Stein- und Terrakotta-Artefakte westafrikanischer Herkunft sind. Vergleichbare westafrikanische Kunstwerke mit identischen Charakteristika werden der Nok-Zivilisation zugeschrieben, die man mittels der Radiokarbon- (C14) Methode auf die Zeit von -3.500 bis 200 n. Chr. datiert hat. [7] So verwendeten die West-Afrikaner beispielsweise Gesichtsnarben-Hautritzungen [8], die so weitgehend identisch mit denen der Olmeken sind, dass West-Afrikaner sogar bestimmte olmekische Terrakotta-Artefakte bestimmten schwarzafrikanischen Volksstämmen zuschreiben. Einige der Narben-Muster findet man bei Nubiern und Angehörigen südäthiopischer Volksstämme.

Interessanterweise wird die "hohe konische Krone", die etlichen Forschern zufolge ein Kennzeichen der olmekischen Herrscher war, im Fall einer bestimmten Terrakotta-Büste von einem Mann getragen, der hundertprozentig schwarzafrikanischer Herkunft ist, der mehrere Gesichtsnarben-Tätowierungen zeigt, und dessen konische Krone mit Turban identisch mit der Kopfbedeckung vieler West-Afrikaner ist. Derartige Kopfbedeckungen waren auch unter den schwarzen Mauren [9] üblich.

Abb. 3 Nubische Pyramiden. Die Pharaonen der nubischen ("äthiopischen") Dynastie waren nur die letzten schwarzafrikanischen Herrscher Ägyptens.

Es wurde behauptet, auf einer bestimmten olmekischen Stein-Stele seien Schwarze in untergeordneter Position, oder in unterwürfiger Pose, dargestellt. Andere, die diese Stele gesehen haben, widersprechen dem. Im Magazin FATE [10] wurde in einem Artikel über die Olmeken eine ,,Uncle-Sam”-Figur als "in einer Pose der Unterwürfigkeit" vor einem Schwarzen mit Kinnbart beschrieben. Tatsache ist, dass die eindrucksvollsten Darstellungen von Schwarzen im olmekischen Mexiko diese in einer Position von Superiorität zeigen, wie man sie in den riesigen olmekischen Stein-Köpfen dargestellt findet. Köpfe mit ähnlichen rassischen Charakteristika, einschließlich des so genannten Leder-Helms, findet man in der altägyptischen Hafenstadt Tanis. Auch in West-Afrika und anderen Teilen des afrikanischen Kontinents existiert eine Jahrtausende alte Tradition, von sehr bedeutenden Persönlichkeiten steinerne Riesen-Köpfe herzustellen.

Die Pharaonen der nubischen ("äthiopischen") Dynastie waren nur die letzten schwarzafrikanischen Herrscher Ägyptens. Tutanchamun beispielsweise war so schwarz wie nur irgendein afroamerikanischer, westindischer oder südägyptischer Schwarzer. Seine berühmte Goldmaske zeigt ihn mit eindeutig negroiden Rassemerkmalen, wie man sie etwa unter den Galla Athiopiens findet, ähnlich eine Büste, und eine Ebenholzstatue gibt ihn ebenfalls als Schwarzafrikaner wieder. Die Mutter Tutanchamuns war Königin Tiye, die A. v. Wuthenau [11] als "von rein schwarzer Herkunft" beschreibt. In diesem Sinne nennt J. A. Rogers [12] Tutanchamun "einen reinrassigen Afrikaner".

In diesem Zusammenhang muss ein großes Fragezeichen zur berühmten Portraitbüste der Nofretete angebracht werden. Handelt es sich da vielleicht um eine Fälschung oder Verwechslung? [13] Haltlose Spekulationen machten sie zur Tochter eines ,,Mitanni”-Königs, andererseits soll ihr ursprünglicher Name Tedu Heppa gewesen sein. William Osburn [14] schreibt über die Mumie ihres Vaters: "Die negroiden Gesichtszüge des Königs waren das Auffallendste daran." Auch existieren plastische Darstellungen, die Nofretete ganz unähnlich der berühmten Büste, mit quasi-negroiden Gesichtszügen zeigen. Gab es zwei Nofreteten?

Mit nicht wenigen nonkonformistischen Forschern tendiere ich zu der Vermutung, dass die ,,äthiopischen” Nubier oder Kuschiten sich einst von Nordwest-Afrika aus einerseits weit nach Osten (Mesopotamien, Elam, Medien, Indien, Ceylon) ausgebreitet haben. Auf der anderen Seite leiten zahllose westafrikanische Völker ihre Herkunft ebenfalls aus dem Raum Sudan/Ägypten/Südarabien her. Es gibt Hinweise, dass der nubisch-"äthiopische" Pharao Taharqa eine Invasion der iberischen Halbinsel plante. In den Rahmen einer solchen Völkerausbreitung fügen sich pharaonisch-nubische und westafrikanische transatlantische Expeditionen einleuchtend ein.

In einem solchen Szenario wird auch das schon wiederholt verdrängte Thema aufgegriffen werden müssen, ob nicht die alte seefahrende Hochkultur Südarabiens - lange vor dem Auftauchen der semitischen Araber - ebenfalls ursprünglich von schwarzafrikanisch-kuschitischen Völkern begründet wurde.

Als Angehöriger der Garifuna-Nation [15] habe ich mir aufgrund meiner Forschungen ein Weltbild gebildet, in dem Schwarzen eine viel umfassendere Rolle im Weltgeschehen zugestanden wird, als man bisher bereit war ihnen zuzugestehen. Ich glaube, dass mein Weltbild realistischer ist. Allenthalben sehe ich Schwarze als Kulturbringer, Herren der sieben Meere, interkontinentale Händler und Kolonisatoren.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Paul A. Barton erschien erstmals unter dem Ttel "Auch die »schwarze Rasse« hat Anteil an der Entstehung von Hochkultur!" in der Übersetzung und in redaktioneller Bearbeitung von Dr. Horst Friedrich, Wörthsee, in EFODON-SYNESIS Nr. 15/1996

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Die einschlägigen ethnologisch-anthropologischen Werke demonstrieren, dass z. Z. nur Chaos und Konfusion bezüglich der angeblichen ,,Rassen” der Menschheit herrschen, besonders auch hinsichtlich des Problems, ob es überhaupt eine ,,schwarze Rasse’’ gibt, oder vielmehr viele dunkelhäutige ,,Rassen” (Bantu, "hamito-negroide" u. a. Völker Afrikas, die australischen Aborigines, Fiji-Insulaner, Melanesier, Papuas etc.). Die dunkelhäutigen Süd-Inder, die oft Affinitäten zur mediterranen und/oder australischen "Rasse" zeigen, sind ein besonders schwieriger Fall. Niemand kann heute sagen, in welchen Verhältnissen alle diese dunkelhäutigen und schwarzen Völker zu einander stehen. (Anm. d. Red. EFODON)
  2. Anmerkung: Die Temehu (Tamahu, Tuimah) waren ein Zweig der auf den altägyptischen Wandbildern blond, blauäugig und hellhäutig dargestellten nordafrikanischen Libyer. Daneben gab es noch die dunkelhäutigen, schwarzhaarigen Tehenu-Libyer. (Anm.: Red. EFODON)
  3. Anmerkung: Zu den altafrikanischen Zivilisationen höchst aufschlussreich von Basil Davidson: "Urzeit und Geschichte Afrikas", Reinbek b. Hamburg 1961 (Anm. d. Red. EFODON)
  4. Quelle: Nach J. F. S. Hopkins, "Corpus of Early Arabic Sources for West African History", Cambridge 1981.
  5. Siehe: Ivan van Sertima: "They came Before Columbus", New York 1976.
  6. Anmerkung: Geografisch gesehen ist das alte Nubien mehr oder minder identisch mit Kusch, dem Reich von Meroe und dem heutigen Sudan (Anm. d. Red. EFODON)
  7. Quelle: Davidson: op.cit., S. 55.
  8. Anmerkung: Zu den Gesichtsnarben-Hautritzungen und Tätowierungen in Nordwest-Afrika sehr aufschlussreich das Kapitel "Tatauierungen" in Wolfgang Neumann: "Die Berber", Köln 1987, S. 42-47 (Anm. d. Red. EFODON).
  9. Anmerkung: Im "maurischen" Marokko existieren neben den ganz mitteleuropäisch aussehenden "weißen" Berbern auch schwarzafrikanische Ethnien und gemischt europäisch-schwarzafrikanisch wirkende Volksgruppen (vgl. die südmarokkanischen Tänzerinnen auf dem Titelbild des eben zitierten Werkes von Neumann). (Anm. d. Red. EFODON)
  10. Quelle: "Ancient Phoenicians Visited America", in: FATE, Vol. 43/No. 9, 1990, S. 51-52.
  11. Quelle: Alexander von Wuthenau: "Unexpected Faces in Ancient America? 1500 BC to 1500 AD", New York 1975, S. 136.
  12. Quelle: J. A. Rogers: "World’s Great Men of Color", New York 1972, S. 63.
  13. Anmerkung: Die heute im ägyptischen Museum Berlin-Charlottenburg befindliche Nofretete-Büste war 1913-1920 "verschollen". Sie trägt keinerlei Inschrift. (Anm. d. Red. EFODON)
  14. Quelle: William Osburn: "Monumental History of Egypt", London 1854, Vol. 2/S. 34.
  15. Anmerkung: Mit "Garifuna" oder "Califunami" bezeichnen sich heute die westindischen "Schwarzen", die oft auch als "Black Caribs" bezeichnet werden. Die schulwissenschaftliche These, es handele sich bei ihnen ausschließlich um geflohene schwarzafrikanische Sklaven der nachkolumbischen Ära, muss mit Misstrauen betrachtet werden. Es könnte sich bei ihnen durchaus, zumindest teilweise, um eine autochthone schwarze Bevölkerung Amerikas handeln, wie Paul A. Barton meint. (Anm. d. Red. EFODON).

Bild-Quellen:

1) http://www.shsu.edu/~his_ncp/Sudan.html
2) http://www.efodon.de/html/archiv/sonstiges/weitere/barton.html
3) http://www.3sat.de/specials/karussell/65853/index.htm?nr=4


Weiterführende Literatur

AFRICAN PRESENCE IN EARLY AMERICA, incorporating JOURNAL OF AFRICAN CIVILIZATIONS, Dec. 1986 (Vol. 8/No. 2). Inhalt u.a.: Ivan van Sertima: Egypto-Nubian Presences in Ancient Mexico; Alexander von Wuthenau: Unexpected African Faces in Pre-Columbian America; Joan Covey: African Sea Kings in Early America; Wayne B. Chandler: Trait-Influences in Meso-America: The African-Asian Connection. (Nach Chandler wurden in der Shang-Hauptstadt Anyang viele negroide Artefakte gefunden).

A. J. Arkell: ,,A History of the Sudan to AD 1821, London 1961.

Muhamed Bello: ,,Where the Yoruba Came From, in: AFRICAN CIVILIZATION REVISITED (Ed. Ivan van Sertima), Trenton/N. J. (USA), 1991.

M. Bradley: ,,The Black Discovery of America, Toronto 1981.

William Chancellor: ,,The Destruction of Black Civilization: Great Issues of Race from 4500 BC to 2000 AD, Chicago 1976.

K. C. Chang: ,,The Archeology of Ancient China, London 1968. (Auch Chang spricht S. 286 von negroiden Artefakten aus dem alten China).

Harold S. Gladwin: ,,Men out of Asia, New York 1947. Nach Gladwin erreichten in prähistorischer Zeit drei verschiedene schwarze Rassen den amerikanischen Doppelkontinent: Pygmäen, Australoide und Schwarzafrikaner, deren erste Welle über die Pazifik-Route anlangte.

Drusilla D. Houston: ,,Wonderful Ethiopians of the Ancient Cushite Empire, Baltimore (USA) 1985. Nach dieser Autorin wurde Arabien von zwei verschiedenen Rassen besiedelt, zuerst von den kuschitischen Äthiopiern, dann von den semitischen Arabern. Die Kushiten waren die ursprünglichen Araber, die sich vom Jemen bis zum Oman ausbreiteten. Sie zitiert auch die ENCYCLOPEDIA BRITANNICA, wonach die Einwohner Süd-Arabiens in der körperlichen Erscheinung an einen afrikanischen Ursprung gemahnen.

Samuel Eliot Morison & Mauricio Obregón: ,,The Caribbean As Columbus Saw It, Boston/Toronto 1964.

R. Rashidi: ,,Working Chronology of the Royal Kemitic Dynasties, in: EGYPT REVISITED/JOURNAL OF AFRICAN CIVILIZATIONS, Bd. 1993. (Als Bezeichnung für das Alte Ägypten bevorzugen manche Autoren - statt des griechischen Wortes ,,Ägypten” - ,,Khemet” oder, wie Jacques Touchet, ,,Takmi”).

A. Rensburger: ,,Nubian Monarchy Called Oldest, in: THE NEW YORK TIMES, March 1, 1971.

J. A. Rogers: ,,Sex and Race (Vol. 1), New York 1967. Diesem Autor (S. 67) zufolge beschreiben Dokumente der Zhou-Dynastie die von ihnen gestürzten Shang als ,,mit schwarzer, öliger Haut”.

J. A. Rogers: ,,World’s Great Men of Color, New York 1972.

J. A. Rogers: ,,100 Amazing Facts About the Negro, St. Petersburg (Florida/USA) 1985.

Ivan van Sertima: ,,They Came Before Columbus, New York 1976.

Philip Snow: ,,The Star Raft - China's Encounter With Africa, New York 1988.

Alexander von Wuthenau: ,,Unexpected Faces in Ancient America, New York 1975.