Abora IV - Zu Besuch in Çanakkale

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Lob und wissenschaftliche Würdigung unserer Expedition durch den archäologischen Leiter der UNESCO-Weltkulturerbestätte Troja

von Dr. Dominique Görlitz

Abb. 1 'Großer Bahnhof' mit vielen Vertretern der türkischen Medien bei der Ankunft der ABORA IV am Koltukbarınağı-Pier in Çanakkale

Bei unserer gestrigen Ankunft in Çanakkale (Abb. 1) fand eine große Pressekonferenz mit anschließender Exkursion nach Troja statt. Viele VIPs kamen zum Empfang in den Hafen, so auch der Gouverneur der Provinz Çanakkale und der weltbekannte Troja-Spezialist Prof. Rüstem Aslan (Abb. 2).

Abb.2 Prof. Dr. Rüstem Aslan (Mitte) führt die Crew der ABORA IV durch die Grabungsstätte von Troja.

Die UNESCO Weltkulturerbestätte Troja liegt unweit von Çanakkale. Im Altertum war sie eine mächtige Stadt und Schauplatz des berühmten Trojanischen Krieges (um 1.200 v.Chr). Auf der Entdeckertour durch Troja gab mir Prof. Aslan nicht nur einzigartige neue Erkenntnisse der modernen Troja-Forschung an die Hand. Im anschließenden TV-Interview hob er auch die enorme Bedeutung unserer Expedition für die Erforschung der Handelsbeziehungen zwischen der Ägäis und dem Schwarzen Meer hervor.

Zudem betonte er die Bedeutung antiker Überlieferungen für die moderne Archäologie. Für ihn seien die Überlieferungen von Herodot über den Fernhandel von Eisen, Zinn und Bernstein durchaus glaubhaft. Ebenso, dass die alten Ägypter bereits Eisen zum Bau der Pyramiden aus jenen Gebieten bezogen. [1] Deshalb leitet Rüstem Aslan in der Besegelung dieses Fernhandelsweges durch die ABORA IV wichtige Erkenntnisse für seine eigene Arbeit in Troja ab.

Die moderne Archäologie kann heute nachweisen, dass Troja genau durch diesen Fernhandel zur beherrschenden Stätte in der Troas (Landschaft im Nordwesten der heutigen Türkei) wurde. Aufgrund der begrenzten Manövrierfähigkeit der damaligen Schiffe und der ungünstigen Winde im Sommer mussten die Seehändler hier oft wochenlang vor Anker liegen, ehe sie mit günstigen Winden in Richtung Norden weitersegeln konnten.

Unsere eigene Reise geht vermutlich am Freitag weiter in Richtung Süden. Nächstes Ziel ist die nordägäische Insel Limnos. Sie liegt exakt auf der uralten Zinnroute, die möglicherweise sogar das zinnreiche Erzgebirge in Sachsen mit den prähistorischen Stätten am Ausgang der Dardanellen verbindet.


Externum:



Hier geht's zum → »Tracking-System auf ABORA.eu zur aktuellen Positionsbestimmung der ABORA IV«
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Anmerkungen und Quellen

Presseinformation ABORA-Projekt - 28. August 2019 - www.abora.eu Kontakt: Dr. rer. nat. Dominique Görlitz; +49 163 511 57 66 oder dominique.goerlitz@t-online.de

Fußnote:

  1. Siehe dazu z.B.: "Das Eisen der Pharaonen 2.0 - Neues Forschungsprojekt zum Eisen der Pharaonen hat begonnen!", 29. Mai 2016‎, bei Atlantisforschung.de (dg/bb)

Bild-Quelle:

1) (©) Mission ABORA
2) ebd.