Antoine Meillet

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Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Prof. Dr. Antoine Meillet (1866-1936)

(red) Paul Jules Antoine Meillet (Abb. 1) (* 11. November 1866 in Moulins, Département Allier; † 21. September 1936 in Châteaumeillant, Département Cher) "gilt", wie es in der deutschsprachigen Wikipedia heißt, "als einer der wichtigsten französischen Sprachwissenschaftler des frühen 20. Jahrhunderts. Er war maßgeblich an der Entwicklung der vergleichenden Indogermanistik und Linguistik beteiligt." [1] Insbesondere erlangte er Bekanntheit aufgrund seiner Forschungen zum Persischen und Armenischen, aber auch durch seine Beiträge zum Studium von Homers Werk [2]. [3]

Aus seiner Geringschätzung von Srachen, wie Irisch (Gälisch), Baskisch, Bretonisch, Litauisch, Estnisch, Ungarisch etc. machte Prof. Meillet keinen Hehl. "Diese Sprachen seien kompliziert und nicht fähig, Kultursprachen zu werden." [4] Aber auch die deutsche Sprache kommentierte er höchst ungnädig:

"Das Deutsche ist keine attraktive Sprache. Die Aussprache ist rau mit einer gehämmerten Betonung auf dem Anfang jeden Wortes. Die Grammatik ist überladen mit unnötigen Archaismen: Die Substantive z. B. haben für mehrere Fälle Formen, die sich jeweils von den anderen unterscheiden, die man in all den Worten aber nicht benötigt, da die Wortstellung fixiert ist und ausreicht, den Sinn anzuzeigen. Die Adjektivformen sind unnötig kompliziert. Die Sätze sind in einer steifen, eintönigen Weise aufgebaut. Der Wortschatz ist etwas ganz Besonderes, da weder ein Slawe noch einen Romane oder ein Engländer oder Skandivinavier leicht etwas wiedererkennt. Dem gesamten Erscheinungsbild fehlt Feinheit, Leichtigkeit, Flexibilität, Eleganz." [5] Dieses Statement ist schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Antoine Meillet weder Deutsch beherrschte, noch irgendeine der anderen von ihm bekrittelten Sprachen; genauer gesagt, sprach er lediglich seine französische Muttersprache! [6]

Für die Ursprache der Indo-Europäer oder deren urtümliche Heimat soll sich Prof. Meillet nicht interessiert haben [7]. Im Widerspruch dazu steht eine Aussage von Alexander Braghine, der in seinem 1940 erschienenen Buch The Shadow of Atlantis angab [8], Meillet habe die Ansicht vertreten, dass alle europäischen Sprachen von der originären Sprache der Atlantier abgeleitet seien. [9] Sollte dies zutreffen - was sich bisher nicht anhand von Publikationen Antoine Meillets bestätigen ließ - muss der französische Linguist der Logik folgend (zumindest zeitweise) von der Historizität eines weit prähistorischen Atlantis überzeugt gewesen sein.



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Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Antoine Meillet" (abgerufen: 29. Mai 2020)
  2. Siehe z.B.: Antoine Meillet, "Les origines indo-européennes des mètres grecs", Paris (Presses Universitaires de France), 1923
  3. Quelle: Tony O’Connell, "Meillet, Paul Jules Antoine (L)", 15. Juni 2013, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 29. Mai 2020)
  4. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Antoine Meillet" (abgerufen: 29. Mai 2020)
  5. Quelle: ebd.
  6. Quelle: ebd.
  7. Quelle: ebd.
  8. Siehe: Alexander Braghine, "The Shadow of Atlantis", New York (Dutton), 1940 - Reprints: Kempton, Illinois (Adventures Unlimited Press), 1997; sowie: UK (The Aquarian Press), 1980 -, S. 43
  9. Quelle: Tony O’Connell, op. cit. (2013)

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