Avraam S. Norov

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Historisches Forscherportrait

Abb. 1 Avraam S. Norov (1795-1869)

(red) Avraam (Abraham) Sergejewitsch Norov (auch: Noroff) - Russisch: Авраам Сергеевич Норов - (Abb. 1) (1795-1869) war ein russischer Soldat, Schriftsteller und Politiker. Als Privatgelehrter befasste er sich auch mit dem Atlantis-Problem, wobei er Platons versunkenes Inselreich im östlichen Mittelmeer lokalisierte.

Avraam Norovs militärische Karriere beschränkte sich weitgehend auf die Zeit des Krieges zwischen Russland und dem napoleonischen Frankreich. Während dieses Konflikts diente er in einer Artillerie-Brigade und wurde schwer verwundet. Diese Verwundung - eines seiner Beine musste teilweise amputiert werden - trug dazu bei, ihm einen Ruf als Kriegsheld zu verschaffen.

Abb. 2 Hier das Deckblatt von Norovs Atlantis-Traktat aus dem Jahr 1854

Später begann Norov eine politische Laufbahn, die erst zu Beginn der großen Reformen enden sollte, welche Zar Alexander II. durchführte. Zunächst trat er im Jahr 1827 als Beamter ins Innenministerium ein - etwa zu dieser Zeit begann er auch damit, Gedichte zu schreiben -, wo er es bis zum Staatsrat brachte. 1834 und 1835 reiste er nach Ägypten, und verfasste ein fünfbändiges Werk mit dem Titel "Terre sacrée" (Heiliges Land). In Europa verschaffte er sich einiges Ansehen als Bibelwissenschaftler. [1]

1850 begann Norov im russischen Bildungsministerium zu arbeiten, wo er weitgehend vergeblich versuchte, das Bildungs-System in Russland durch Reformen zu verbessern. Seine Karriere verlief dagegen äußerst erfogreich: 1854 ernannte ihn Zar Nikolaus I. zum Bildungs- bzw. Unterrichtsminister. Trotz seines Reformeifers - er versuchte z.B. die Zahl der Studierenden in Russland zu erhöhen, die Vergütungen für russische Auslands-Studenten zu verbessern und ein Schulsystem für Mädchen zu etablieren - vertrat Norov andererseits konservative bis reaktionäre Ansichten. So argumentierte er leidenschaftlich, dass die Orthodoxie Grundlage für das Bildungssystem des kaiserlichen Russland zu sein habe, und er wandte sich auch gegen die Abschaffung der Leibeigenschaft. [2] Dies brachte ihn gewissermaßen in Opposition zum neuen Zaren Alexander II., sodass er 1858 seinen Ministersessel räumen musste.

Zu Avraam S. Norovs atlantologischem Schaffen heißt es in Tony O’Connells Atlantipedia: "Norov war vermutlich der erste Russe, der ein originäres Werk [3] über Atlantis verfasste. Der deutschsprachige Text (Abb. 2) ist jetzt online verfügbar. Er bezog sich auf eine große Anzahl griechischer und arabischer Quellen, und schlussfolgerte, dass die Säulen des Herakles im östlichen Mittelmeer lagen, und dass [diese Bezeichnung] sich eher auf Kultstätten als auf geographische Merkmale bezog.

Zwei der namhaften arabischen Gelehrten, die von Norov zitiert wurden, al-Biruni und al-Masʿūdī, berichten von örtlichen Erzählungen, welche eine Zeit erwähnen, als die Straße von Gibraltar, wie wir sie kennen, noch nicht existierte. Allerdings leiden [solche] Berichte unter den unvermeidlichen Verzerrungen und Akkretionen, die sich bei altertümlichen Geschichten entwickeln können, wenn sie mündlich überliefert werden." [4]





Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipédia - L'encyclopédie libre, unter: Avraam Norov (abgerufen 5. April 2015)
  2. Quelle: ebd.
  3. Siehe: Avraam Sergejewitisch Norov, "Die Atlantis nach griechischen und arabischen Quellen", Buchdruckerei der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, 1854, 79 Seiten
  4. Quelle: Tony O’Connell, "Norov, Avraam Sirgeievitch", 6. Januar 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 5. April 2015; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) Сдобников Андрей und Ctac bei Wikimedia Commons, unter: File:Norov A.S.jpg
2) Bild-Archiv Atlantisforschung.de