Bemerkenswerte Megalith-Funde in Afrika

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von William R. Corliss (1978/1981/1982)

Abb. 1 Leier oder gabelförmiges Megalith-Monument im Senegal

Der senegambische Komplex megalithischer Monumente: Wenn man an Megalithen denkt, dann wandern die Gedanken üblicherweise nach Britannien und in die Bretagne, wobei man vergisst, dass Nordafrika von ihnen geradezu bedeckt ist. M. H. Hill skizziert in seiner Arbeit die volle Ausdehnung megalithischer Überreste an der Atlantik-Küste Afrikas bei Cap Verde, die er als 'senegambischen Monumenal-Komplex" bezeichnet, weil er zum Senegal und zu Gambia gehört.

Ein archäologisches Verzeichnis zu dieser Region zeigt 212 Säulenkreis-Stätten und 251 "Tombelles" auf, wobei es sich um Stein-Cairns oder -Haufen handelt, die häufig von ringartigen Steinwällen umgeben sind. Auch Hunderte von Orten mit Tumuli verteilen sich über das Areal. Eine der Steinkreis-Stätten kann sich ganzer 50 individueller Steinkreise rühmen. Einige der Säulen tragen Kelche, aufrechte Disken, oder Kugeln auf ihrer Spitze.

Die kunstvollsten Säulen sind V- oder Y-förmig (Abb. 1) mit Balken. Die archäologische Erforschung dieser beeindruckenden Plätze ist noch nicht abgeschlossen. Nach vorläufigen Datierungen ist der senegambische Komplex mehr als 1000 Jahre alt. Die Funktion dieser riesigen Gruppierung megalithischer Fundstätten ist unbekannt, allerdings sind sie nicht offensichtlich astronomischer Natur. [1]

Abb. 2 Skizze der astronomisch ausgerichteten Basalt-Säulen von Namoratunga II

Ausgerichtete Steinreihen im subsaharischen Afrika: Überall werden megalithische Stätten gefunden; viele davon wurden augenscheinlich für Kalender-Berechnungen benutzt. Obgleich zahlreiche Megalith-Kreise und andere Arrangements aus Afrika, besonders aus Äthiopien, bekannt sind, scheint Astronomie kein primärer Zweck afrikanischer Stätten gewesen zu sein. Jetzt [1978; d. Red] wurde jedenfalls eine ausgerichtete Steinreihe mit Namen Namoratunga (Abb. 2) im nordwestlichen Kenia gefunden, die eine unverkennbar astronomische Bedeutung aufweist. Bei Namoratunga sind 19 große Basalt-Säulen in Reihen arrangiert, die ein vieldeutiges Muster formen.

Da die Stätte auf ungefähr 300 v. Chr. datiert wird, haben Archäologen zu sieben prominenten Sternen Betrachtungen darüber angestellt, wie sie sich während dieser Periode dargestellt haben. (Der Azimuth einiger dieser Sterne hat sich in den vergangenen 2200 Jahren um 12° verändert.)

Bei den ausgewählten Sternen handelt es sich um diejenigen, die von den östlichen Kushiten, den derzeitigen Bewohnern dieser Region, zur Kalkulation ihres ziemlich hochentwickelten Kalenders verwendet werden. Paare und häufig auch Dreiergruppen dieser Säulen richten sich sehr akkurat (mit weniger als 1° Abweichung) an den sieben Schlüssel-Sternen aus. Daher besaßen die Menschen, die um 300 v. Chr. in diesem Teil Kenias lebten, vermutlich detaillierte astronomische Informationen. [2]

Abb. 3 Skizze des Immidir-Monuments in der Zentral-Sahara

Seltsame Megalith-Monumente in der Sahara: Kürzlich (1982; d. R.) haben Archäologen in der Zentral-Sahara einige spektakuläre Entdeckungen von Megalith-Strukturen gemacht. Diese Region weist viele V-förmige prähistorische Monumente, aber auch spiralförmige und mäanderartige [Stein-]Gravierungen auf. Dort gibt es auch ein paar Bandkeramik-Markierungen, wie diejenigen, die in Nord-Europa so verbreitet sind. Höchst seltsam sind die Monumente des so genannten "Axen-Typs" , die aus einem zentralen Angelpunkt mit zwei gerade abstehenden Armen bestehen.

Im Frühjahr 1981 wurde das als Skizze dargestellte Monument (Abb. 3) im Immidir-Distrikt entdeckt. Es ist grundsätzlich V-förmig, mit zwei Sätzen von "Zusatz"-Armen, einen vom V-Typ und einen vom Achsen-Typ, wobei beide wie "Reserveteile" vom Angelpunkt abgetrennt sind. Die Enden der Nord-Süd-Arme in der Skizze sind etwa 75 Meter voneinander entfernt. Eindeutig war die Ausrichtung den Erbauern des Monuments wichtig, aber die Asymmetrie und die Zusatz-Arme sind verwirrend. Die Steinarbeiten dieser zentralsaharischen Monumente sind gut. Daten sind schwer bestimmbar, aber alle Indikationen sprechen dafür, dass diese Stätten sehr alt sind. [3]


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von William R. Corliss © wurde aus drei einzelnen Texten kompiliert, die dem Online-Archiv von Science Frontiers (Digest of Scientific Anomalies) entnommen sind, das wir allen wärmstens empfehlen können, die sich für anomalistische Fragen interessieren!

A) William R. Corliss © 1981-2000, Science Frontiers Nr. 18, Nov./Dez. 1981. Übersetzt nach: http://www.science-frontiers.com/sf018/sf018p01.htm

B) William R. Corliss © 1978-2000, Science Frontiers Nr. 4, Juli 1978. Übersetzt nach: http://www.science-frontiers.com/sf004/sf004p01.htm

C) William R. Corliss © 1982-2000, Science Frontiers Nr. 21, Mai/Juni 1982. Übersetzt nach: http://www.science-frontiers.com/sf021/sf021p01.htm

Fußnoten:

  1. Quelle: Hill, Matthew H.; "The Senegambian Monument Complex: Current Status and Prospects for Research," in Megaliths to Medicine Wheels: Boulder Structures in Archaeology, Michael Wilson, et al, eds., Calgary, 1981, S. 419
  2. Quelle: Lynch, B.M., and Robbins, L.H.; "Namoratunga: The First Archaeoastronomical Evidence in Sub-Saharan Africa," Science, 200:766, 1978.
  3. Quelle: Milburn, Mark; "Multi-Arm Stone Tombs of Central Sahara," Antiquity, 55:210, 1981

Bild-Quellen:

1) http://www.science-frontiers.com/sf018/sf018p01.htm
2) http://www.science-frontiers.com/sf004/sf004p01.htm
3) http://www.science-frontiers.com/sf021/sf021p01.htm