Die 'verschollenen' Pyramiden Ägyptens

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von Lewis Spence (1910)

Abb. 1 Eine Statue des Pharaos Menkauhor, wahrscheinlich aus Memphis, heute im Ägyptischen Museum, Kairo. Wo genau sich die ihm zugeschriebene Pyramide befindet, ist nach wie vor unklar.

Mehrere der Pyramiden, die in den altertümlichen Texten über diese Bauwerke erwähnt werden, sind entweder gänzlich verschwunden, oder können nicht identifiziert werden. Solcherart unbekannt ist die Begräbnisstätte des Shepeskaf, die den reizenden Namen 'die Kühle' [orig.: "the Cool"; d.Ü.] trug. Wir können uns [jedenfalls] die kahlgeschorenen Priester vorstellen, die sich in die Tiefen ihrer so schattigen Gallerien schlichen, um Schutz vor der glühenden Sonne Ägyptens zu suchen. Und zweifellos fand auch das Ka des Shepeskaf ihren Schatten annehmbar, als es in den Luftzügen ihrer unzugänglichen Kammern mit seiner Mumie spielte.

Abb. 2 Hier ein Satelliten-Bild vermutlicher Bauwerke in der ägyptischen Wüste. Einige der 'verschollenen' Pyramiden. über die Lewis Spence 1910 berichtete?

Es ist bekannt, dass sich die Pyramide des Menkauhor (Abb. 1), das 'allerheiligste Gebäude', irgendwo bei Sakkara befindet, doch welche der dortigen stattlichen Halden ihm zugerechnet werden kann, lässt sich unmöglich sagen. Ebenso ist es auch mit der Pyramide des Assa, die auf Tafeln aus Sakkara, Karnak und anderen Orten erwähnt wird. Genannt wurde sie 'die Wunderschöne'. Genausowenig können die ähnlich benannte 'wunderbare Erhebung' des Ramses und die (Pyramide) 'dauerhaftes Leben' des Neferarkara zufriedenstellend lokalisiert werden.

Es ist höchst unwahrscheinlich, dass diese Bauten so vollständig zu Ruinen zerkrümelt sein könnten, dass von ihnen keine wie auch immer gearteten Spuren übrig blieben - das heißt, sofern sie nicht aus Lehmziegeln errichtet wurden. Die Ziegel-Pyramide von Amenemhat III. bei Hawara ist allerdings erhalten geblieben, ebenso wie diejenige von Senusret III. in Dahschur.

Es ist in Hinsicht auf die Pyramiden so viel geschrieben worden, dass es müßig wäre, das Thema in einem Werk wie diesem weiter auszuführen, das über die Mythologie Ägyptens berichten und dessen Gemeinwesen und Künste umreißen soll. Bei dem gewöhnlichen Leser besteht wohl kaum ein Interesse an Maßangaben und einer Masse solcher Informationen.




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Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Lewis Spence (1874-1955) wurde seinem Werk Myths and legends: Ancient Egypt (S. 25-26) entnommen, das 1910 im Verlag D.D. Nickerson (Boston) erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de im Mai 2020 nach der digitalisierten Version des Buches bei Archive.org.

Bild-Quellen:

1) Ludwig Borchardt, 1863-1938 (Urheber) bei Wikimedia Commons, unter: File:Menkauhor CG 40.jpg
2) Angela Micol / Google Earth, nach: "Two unidentified, possible pyramid complexes have been located with satellite imagery from Google Earth.", bei: GOOGLE EART%H ANOMALIES, 10.08.2012