Die Bronzezeit - Deutschland zur Blütezeit des II. atlantischen Reiches (I)

Aus Atlantisforschung.de
Wechseln zu:Navigation, Suche

von unserem Gastautor Jürgen Hepke

Abb. 1 (Bildarchiv Jürgen Hepke)

Die Bronzezeit begann im Raum zwischen Alpen und Nordsee um 2300 v. Chr. Erste Spuren von Waffen und Gerätschaften oder Schmuck aus der neuartigen Kupfer-Zinnlegierung finden sich an der oberen und mittleren Elbe und im süddeutschen Raum. In diesen Gegenden hatte es schon Kupfergewinnung und Verarbeitung im jüngeren Neolithikum gegeben und so waren die Grundvoraussetzungen für eine fortschrittliche Metalltechnik bereits vorhanden. Woher das Wissen kam, dass bei Zufügung von ca 10% Zinn zur Kupferschmelze sich die Verarbeitbarkeit und die Qualität des Erzeugnisses erheblich verbesserten, ist noch offen. Für den Bereich westliches Europa könnte es auf der Iberischen Halbinsel entstanden sein, da hier Kupfer- und Zinnvorkommen gut abbaubar und durch Wasserwege verbunden existierten und eine fortschrittliche Kenntnis von Metallgewinnung aus Erzen durch Silber-, Kupfer- und Goldgewinnung bereits eine längere Tradition hatte.

Das Wissen der Bronzeherstellung könnte durch die bereits aus der letzten Periode der Jungsteinzeit bekannten Glockenbecherleute, die erwiesenermaßen weitreichenden Fernhandel betrieben, über die Wasserwege Atlantik-Nordsee-Elbe an die mittlere und obere Elbe gelangt sein. Den süddeutschen Raum erreichte das Wissen möglicherweise auf dem Weg Ägäis-Troja-Schwarzes Meer-Donau. Auch dies war ein aus der Jungsteinzeit bekannter Weg für Wissens- und Kulturausbreitung. Ob das Wissen von der neuen Legierung auch in die Ägäis über Kreta aus dem Westen, nämlich Iberien kam oder aus dem Osten, dem iranischen Bergland, direkt nach Troja gelangte, könnte vielleicht durch umfangreiche metallurgische Untersuchungen der ersten Produkte aus Bronze, soweit man ihrer noch habhaft werden kann, geklärt werden.

Bisher ist nur bekannt, dass die ersten Kupferlegierungen mit verbesserten Eigenschaften aus dem iranischen Raum mit Arsen legiert waren, das bereits in den hier gefundenen Erzen als natürlicher Bestandteil vorhanden war. Auch Eisen war ein Bestandteil dieser Erze, galt aber noch als unerwünscht und endete in der Schlacke. Zinnvorkommen gab es, wie in Iberien, auch im Iran und so waren auch hier die Voraussetzungen für die Herstellung von Zinnbronze gegeben.

Die als erste Bronzekultur Mitteleuropas geltende "Aunjetitzer Kultur" an der oberen und mittleren Elbe wird für die Zeit von 2300 bis 1500 v.Chr. datiert. Sie war aus der hier ansässigen Glockenbecherkultur hervorgegangen, die bereits Kupferverarbeitung betrieb. Das Zinn und das Kupfer stammten aus dem Erzgebirge und die ältesten Gegenstände der hieraus hergestellten Bronze wurden in Unetice (deutsch: Aunjetitz) in Mähren in der Nähe von Prag gefunden und 1910 veröffentlicht. Diese Veröffentlichung gab der Kultur den Namen.

Abb. 2 (Bildarchiv Jürgen Hepke)

Aus den Untersuchungen zahlreicher Gräberfelder Mitteldeutschlands weiß man sehr viel über die hier ansässigen "Aunjetitzer". Sie waren als Nachfolger der Glockenbecherleute relativ hochwüchsig. Die Männer waren im Mittel 1,71 m im Maximum 1,78 m groß. Die größte Frau erreichte 1,66 m. Die Schädel einer bei Soemmerda in Thüringen ansässigen Gruppe waren ungewöhnlich lang, sehr schmal und extrem hoch. Das Kinn war höher als bei den heutigen Menschen. Die Menschen wurden nicht sehr alt, das durchschnittliche Sterbealter der Männer lag bei 37 Jahren, der Frauen bei 35,8 Jahren. Nur 17,4 Prozent der Männer wurden älter als 40 Jahre, bei den Frauen waren es nur 4,3 Prozent. Der Zustand der Zähne war schlecht. Jeder vierte Erwachsene hatte Karies, 80 Prozent hatten Anfänge von Paradontose, die oft schon in der Jugend begann. Eine Frau hatte am Schädel Veränderungen, die auf einen Tumor hinweisen. In dieser Gruppe wurden drei Schädeloperationen nachgewiesen von denen zwei erfolgreich verliefen, was an den Verheilungen erkennbar ist.

Die Aunjetitzer trugen Kleidung aus gewebten Stoffen. Man fand Hinweise auf Webstühle und Gewebeabdrücke auf Bronzeringen. Die typische Gewandnadel war die "zyprische Schleifennadel" die aus Zypern und Ägypten bekannt ist. Die Nadeln gelten als einheimisches Produkt sind aber doch ein Hinweis auf die weitreichenden kulturellen Beziehungen innerhalb des atlantischen Reiches. Spuren von Siedlungen gibt es vorwiegend aus der Spätzeit, wo feste Häuser sowie unbefestigte und befestigte Höhensiedlungen nachgewiesen werden konnten. Die beachtlich grossen Häuser wurden aus Pfosten errichtet. Sie erreichten Grössen von 27 m mal 6 m. Die befestigten Siedlungen lagen vorwiegend an Fernhandelswegen, im Vorgelände von Gebirgspaessen, an Furten oder an Weggabelungen oder Kreuzungen. Offenbar wurde im Stil von "Burgen" der Fernhandel kontrolliert und überwacht. Andere Siedlungen lagen in der Nähe ergiebiger, oberflächennaher Erzvorkommen. Der Abstand der "Burgen" betrug zwischen 15 und 35 Km. Sie wurden mit Vorliebe dort errichtet wo das Gelände zusätzlichen natürlichen Schutz bot z.B.: auf Bergspornen oder an Flussschleifen.

Die Aunjetitzer lebten wie die Bauern der Jungsteinzeit. Sie bauten Getreide wie Gerste, Emmer und Einkorn an und züchteten Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen als Haustiere. Auch Pferdeskelette wurden oft in der Nähe menschlicher Begräbnisstätten gefunden. Als Töpferware wurde vor allem Geschirr für den täglichen Gebrauch hergestellt. Eine Neuerung waren sogenannte "Brotlaibidole" mit Einstichen versehene Keramikstücke, die man als Stempel, Kultobjekte oder Webgewichte deutet. Man findet sie vor allem in den Ländern des östlichen Mitteleuropas und der gesamten Donauregion.

Abb. 3 (Bildarchiv Jürgen Hepke)

Die Blütezeit der Bronzeerzeugung, in der erhebliche Mengen hergestellt wurden, fiel in die Spätzeit der Aunjetitzer und lag damit um 1650 v. Chr.. Man kann in dieser Zeit von einer Massenproduktion von Standardartikeln sprechen. In möglicherweise von Händlern angelegten "Depots" in der Erde fand man Stabdolchklingen, Arm- und Beinreifen, Drahtspiralen, Beile in verschiedenen Formen und halbrund gebogene Bronzebarren in oft erheblicher Stückzahl (Abb. 3).

Man nimmt an, dass Standardformen von Beilen und Barren als eine Art Währung im sonst üblichen Tauschhandel benutzt wurden. Das Erz für die Bronze kam aus den mitteldeutschen Gebirgen, dem Harz, Harzvorland, Thüringer Wald, Vogtland und Erzgebirge. Dazu eventuell den Alpen und den Karpaten. Man goss die Bronze in Lehmformen als "verlorene Form" oder in Metallformen, die wiederverwendet werden konnten.

Reiche Depotfunde machte man vor allem im Gebiet Halle/Saale. Man nimmt an, dass dies mit der dortigen Salzgewinnung zusammenhängt. Salz wurde wohl oft mit Bronzeerzeugnissen als "Ersatzwährung" bezahlt. Die Funde in diesen Depots erreichten Metallgewichte bis zu zwei Zentnern. Auch die Gräber wurden hier reichlich mit Bronzebeigaben versehen. Trotz der reichlich vorhandenen Bronze wurden aber auch weiter die aus der Jungsteinzeit bekannten Werk-zeuge aus Stein, Knochen und Geweih verwendet. Aus der Anfangszeit kennt man auch noch aus Norddeutschland importierte Feuersteindolche, die vor allem zum Zerteilen von Fleisch verwendet wurden. Die zum Teil giftigen Korrosionsprodukte von Kupfer, Bronze und bleihaltigem Zinn waren demnach entweder bekannt oder man fürchtete die durch sie verursachten Geschmacksbeeinträchtigungen.

Eine völlig neue Form von wohl nur rituell verwendeten "Waffen" waren dreieckige sogenannte "Stabdolche" (Abb. 2), die man in Süddeutschland auch "atlantische Dolche" nennt. Sie hatten einen langen Schaft aus Holz, an dem der aus einem spitzen Dreieck mit Mittelrippen bestehende "Dolch" wie eine Axt im rechten Winkel zum Schaft befestigt war. Auf Abbildungen auf Felsen und Steinen in Skandinavien, Italien und Deutschland ist der Schaft oft überlang und der Stab-dolch wird ähnlich einem Wimpel präsentiert. Diese Stabdolche sind im gesamten Kernraum des atlantischen Reiches von Iberien bis zum Balkan und von Italien bis Skandinavien verbrei-tet, ein Zeichen, dass sie eine wichtige Rolle im alle verbindenden Kult spielten.

Abb. 4 (Bildarchiv Jürgen Hepke)

Weitere Beweise fur über weite Entfernungen reichende kulturelle Beziehungen sind die Nachbildung eines Vaphio-Bechers aus der mykenischen Kultur, die bei Halberstadt in Sachsen gefunden wurde, eine mykenische Tasse (Abb 4) aus der Gegend von Celle in Niedersachsen und blaue und grüne Fayanceperlen ebenfalls aus dem Bereich von Mykene. Im Gegenzug findet sich im Bereich von Mykene Bernstein aus dem norddeutschen Raum. In einem Grab im Kreis Delitzsch in Sachsen fand man außer reichlichem einheimischen Bronzeschmuck und Bernsteinperlen einen kleinen Dolch und ein dolchartiges Messer das Fundstücken aus der Ägäis ähnelt.

Für den Fernhandel über Land verwendete man Karren mit Rindern als Zugtiere. Pferde wurden auch gezüchtet. Am Schädel eines Pferdeskeletts fand man zwei Eberhauer, die als Trensenknebel gedeutet werden und auf die Verwendung des Pferdes als Reittier hinweisen sollen. Aus dem reichlich aufgefundenen Goldschmuck in den "Fürstengräbern" in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Böhmen kann man schließen, dass an Bronzeproduktion und Handel gut verdient wurde und dass man hier wirklich von einem "goldenen Zeitalter" sprechen kann.

Auch sonst waren die Bestattungen der Wohlhabenden sehr aufwendig. In Fortführung der Sit-te der Grosssteingräber wurden sie oft in "Steinkisten" bestattet, die aus behauenen Steinplatten bestanden. Man scheute sich dabei auch nicht, Platten aus diesen Grosssteingräbern, die zum Teil mit Gravierungen versehen waren, wiederzuverwenden. Über diese Steinkisten wur-den dann weitere Steine getürmt und das ganze mit einem Erdhügel zugedeckt. Im Grunde entsprach der Begräbnisstil einem fortgeschrittenen Grosssteingrab ohne Grosssteine. Das ein-fache Volk wurde in Gräberfeldern bestattet. Für alle gleich war die Position der Toten. Sie la-gen auf der Seite, der Kopf im Süden, die Beine nach Norden mit der Blickrichtung nach Osten zur aufgehenden Sonne.

In der späten Zeit der Kultur, als der Reichtum der Fürsten bereits erheblich angewachsen war, wurden Begräbnishütten aus behauenen Eichenstämmen und Bohlen für sie errichtet. Ein in Soemmerda in Thüringen aufgefundenes derartiges Fürstengrab war 3,50 m lang, 1,50 m breit und 1,30 m hoch. Die Eichen für die Balken wurden nach 1940 v. Chr. gefällt. Über die "Hütte" kam auch hier der Steinhügel und danach die Erdaufschüttung, sodass der Hügel ca 8,5 m hoch wurde und der Durchmesser über 30 m lag. Diese Grabhügel konnten sich durchaus mit den Grabhügeln der Fürsten der Grosssteingräberzeit messen. Ein anderes derartiges Grab stammt aus der Zeit um 1840 v. Chr.

In den Gräberfeldern, auf denen oft über 100 Gräber gefunden wurden, gab es bereits separate Plätze für Großfamilien. Überwiegend wurde hier in Erdgruben bestattet, es gibt aber auch Beispiele für eine Holzverschalung der Grabgrube. Bei Nordhausen in Thüringen fand man Doppel- und Dreierbestattungen, bei denen die Toten übereinander gelegt und zum Teil mit den Beinen verklammert waren. Es gibt Vermutungen, dass hier auch im Tode unzertrennlich Liebende bestattet wurden. Ein Grab, in dem statt der vorgesehenen zwei Personen zwölf Personen bestattet wurden, deutet auf kriegerische Ereignisse oder eine Naturkatastrophe, vielleicht beim Bergbau, hin. Drei der Toten wiesen hier Schädelverletzungen auf, die durch spitze Steine oder Bronzebeile verursacht worden sein können.

Abb. 5 (Bildarchiv Jügen Hepke)

Ähnlich wie bei den Aunjetitzern, sah die Entwicklung auch im Bereich der anderen Kulturgruppen dieser Zeit aus. Die Bronzezeit setzte hier nur später ein und es wurden nicht derartige Reichtümer erworben. Bei diesen Kulturgruppen handelte es sich durchweg um Bauern und Viehzüchter, die, da sie selbst nicht Metallhersteller waren, ihr Augenmerk nach wie vor auf die Herstellung von Keramik richteten und Werkzeuge aus Stein anfertigten. Die Bronzegegenstände wurden anfänglich von den Aunjetitzern importiert, später gab es auch eigene Herstellung aus erworbenen Bronzebarren oder selbsterzeugter Bronze.

In Norddeutschland entstanden um 2300 v. Chr. die bronzeverwendenden Kulturkreise der "nordischen frühen Bronzezeit" und der Soegel-Wohldekreis südwestlich von Bremen. Eine Besonderheit dieses Kreises war das Auftauchen der ersten Bronzeschwerter in kurzer Form. Die-se Schwerter sind bekannt aus Iberien. Die Römer übernahmen sie später von dort und nannten sie "gladium". In Mecklenburg begann die Bronzezeit erst um 1800 v. Chr. Die hierher importierten Produkte waren schon hochentwickelt und so fand man hier die die schönsten "Stabdolche" und Stabbeile sowie fein gestaltete Dolche.

Die im Süden Deutschlands sich entwickelnden bronzezeitlichen "Kulturen" oder Gruppen wurden teilweise von der Aunjetitzer Kultur geprägt, teilweise erreichten sie Einflüsse von Osten über die Donau, teilweise führten sie, wie die "Straubinger Kultur" ein gewisses Eigenleben. Das westliche Süddeutschland und die Schweiz wurden, wie schon in der Jungsteinzeit, über die Saone von Frankreich her beeinflusst.

Die Mittelbronzezeit wird traditionell von etwa 1600 bis 1300 gerechnet. Auf Grund des heute vorhandenen Wissens sollte sie bis 1250 verlängert werden, damit die Spätbronzezeit, die einen völlig neuen Charakter gewinnt, klar für sich erkennbar wird. In der Mittelbronzezeit beherrschten alle in Deutschland siedelnden Bevölkerungsgruppen den Bronzeguss und das teilweise in höchster Perfektion.

Die übliche Grabkultur war zu dieser Zeit von Ostfrankreich bis zum Karpatenbecken in Ungarn die Anlage von Hügelgräbern. Im Mittelmeerraum und in den mit ihm über das atlantische Reich verbundenen Teilen Europas war dies die Zeit der höchsten Blüte der Kultur , ein ähnlich hoher Stand wurde in Mitteleuropa erst um 1200 n.Chr. wieder erreicht. In die durch Griechenland überlieferte Geschichte ging diese Zeit ein als "das goldene Zeitalter".

Abb. 6 (Bildarchiv Jürgen Hepke)

In dieser Zeit setzt sich auch im norddeutschen Raum, in grossen Teilen Polens, in Dänemark und Südschweden die Bronzezeit mit hervorragend gearbeiteten Werkzeugen, Waffen und Schmuckstücken durch. Eine nach wie vor hohe Bedeutung hat dabei der Wasserweg der Elbe mit seinen Nebenflüssen wie Moldau und Saale. Daneben gewinnt die Oder an Bedeutung. Die Menschen dieser Zeit in Mitteleuropa sind die Nachkommen der vorher hier lebenden. Es gab keine nennenswerten Einwanderungen oder Bevölkerungsverschiebungen.

Hin und wieder heirateten Frauen der einen Gruppe in eine andere, die mehr als 100 km ent-fernt war. Dies wird sichtbar am unüblichen Grabschmuck einiger reich ausgestatteter Gräber. Ein Zeichen für friedliche Kommunikation und stabile Verhältnisse. Anscheinend suchten sich einige Fürsten ihre Ehefrauen in anderen Fürstenhäusern zur Pflege der politischen Beziehungen. Der zunehmende Reichtum hatte offenbar aber kaum Einfluss auf die Lebensqualität, sodass die Menschen die gleiche Lebenserwartung wie vorher hatten.

Auch die Krankheitsbilder änderten sich nicht. Wahrscheinlich hat die stetige Zunahme der Bevölkerung eine Verbesserung der Lebensverhältnisse für den Einzelnen verhindert. Außer der Bronze erscheint zunehmend stark silberhaltiges hellgelbes Gold als Grabbeigabe. Auch die Keramik wird abwechslungsreich und kreativ gestaltet und verziert. Offenbar lassen einzelne Künstler oder Schulen ihrer Phantasie freien Lauf. Dies gilt auch für die Gestaltung des Metallschmucks.

Neuerungen sind Radnadeln, kunstvoll verzierte Schwertgriffe, goldene "Hüte" (7) in Kegelform mit gepunzten halbkugelförmigen Verzierungen im Kegelteil und einer breiten Krempe. Über ihre mögliche Verwendung rätselt man noch heute. Sie zeigen den hervorragenden Stand der damaligen Metallverarbeitung bei einer Höhe des Kegels von 31 cm und einer Wanddicke von nur 0,25 mm, die an der Krempe noch auf 0,1mm abnimmt. Einer dieser Hüte wurde im Nürnberger Land in Bayern, einer bei Ludwigshafen am Rhein und einer in der Nähe von Poitiers in Frankreich gefunden. Alle stammen aus der Zeit zwischen 1300 und 1200 v. Chr.

Der große räumliche Abstand der Fundstätten lässt den Gedanken aufkommen, dass es sich bei den Hüten um eine Art von königlichen Insignien, also einer Art Krone handelt mit welcher der höchste Würdentraeger des betreffenden Raumes bei Festen glänzte. Nach anderen Meinungen wurde der Hut als Bekrönung eines Kultpfahls als Symbol der Sonne oder eines Gottes verwendet. Eine der neuesten Theorien besagt, dass die eingeprägten Zeichen einen geheimen Kalender der Priester enthalten.

Sie wurde anhand eines vierten Goldhutes, der 2001 aus Sammlerkreisen in der Schweiz auftauchte und für 1,4 Millionen Mark von einem Berliner Museum erworben wurde, vom zuständigen Leiter, Hr. Prof. Menghin aufgestellt. Auch bei den Hethitern gibt es ähnliche Symbole. Ein anderer Goldfund aus dem Rhein-Sieg Kreis findet ebenfalls Parallelen an verschiedenen Orten des atlantischen Reiches. Es handelt sich um einen grossen goldenen Becher oder Krug von ca. 1 ltr Inhalt und einem Gewicht von 220g. Ähnliche Becher wurden in Rillaton in England, Eschenz in der Nordschweiz und im Schachtgrab IV in Mykene gefunden.


Fortsetzung:


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag (Teil 1) von Jürgen Hepke © erschien online zuerst bei tolos.de unter: http://www.tolos.de/nord2.htm


Bild-Quelle

(1 - 6) tolos.de unter: http://www.tolos.de/nord2.htm