Die Vinland-Karte

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von unserem Gastautor Reinhard Habeck (2001)

Abb. 1 Die Vinland-Karte aus dem Mittelalter zeigt Island, Grönland und Vinland oben links. Ebenso dargestellt: Die mythischen Glücklichen Inseln und die St.-Brendans-Insel.

Diese mittelalterliche Seekarte (Abb. 1) dürfte es eigentlich gar nicht geben. Wer genau der Verfasser ist, bleibt ungeklärt. Dafür ist das Entstehungsdatum fix: 1440. Ein Zeitpunkt, zu dem "Amerika-Entdecker" Christoph Kolumbus noch nicht einmal auf der Welt war. Auf der Karte sind Europa, Island, Grönland und links oben Vinland dargestellt. Als Vinland wurde auch jenes Gebiet bezeichnet, das vermutlich der Wikinger Leif Eriksson einem neuen Land gab, das er rund 1000 n.Chr. im nördlichen Atlantik entdeckte.

Thomas Marston von der Yale University wurde gemeinsam mit Studenten beim Anblick der Graphik stutzig: Die Illustrationen der Hudson Bay, Neufundlands und des St.-Lawrence-Stromes decken sich mit aktuellen Karten. Allerdings sind auf der Karte auch die mythischen "Glücklichen Inseln" und die unbekannten "St. Brendans-Inseln" aufgezeichnet.

Die Vinland-Karte geriet durch Zufall und über verschiedene Umwege in Marstons Hände. Angeblich existiert noch ein älteres Exemplar davon. Der Benediktinermönch Ranulf Hidgen soll sie schon 1350 herausgegeben haben, nur mit dem Unterschied, dass man damals Amerika nördlich von Europa vermutete. Eine Bestätigung dafür, dass die Nordländer tatsächlich, wenn auch vielleicht nur kurzfristig, die 'Neue Welt' besuchten, wurde zu Beginn der 1960er Jahre gefunden, als an der nördlichsten Spitze Neufundlands die Ruinen einer norwegischen Siedlung ausgegraben wurden.



Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Reinhard Habeck (©) wurde seinem Buch "Atlantis - Der verschollene Kontinent" entnommen (S. 18-20); Auszug aus Kapitel II, "Rätselhafte Landkarten"), das 2001 in der Taschenbuchreihe Rätselhafte Phänomene des Tosa-Verlags veröffentlicht wurde. Bei Atlantisforschung.de erscheint er im Juni 2017 mit freundlicher Genehmigung des Autors in einer redaktionell bearbeiteten Online-Fassung.

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