Für wissenschaftliche Meinungs- und Publikationsfreiheit!

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von unserem Gastautor Dr. Horst Friedrich (1996)

Abb. 1 Der quasi-mittelalterlichen Praxis institutioneller Zensur und Behinderung unerwünschter wissenschaftlicher Publikationen muss ein Ende gesetzt werden! Nur so kann eine dringend erforderliche "Neue Wissenschaft" entstehen, die - frei von Dogmatismus, Ideologie und ständischer akademischer Selbstherrlichkeit - zu einer wahren "Wissensexplosion" an unseren Universitäten führen wird.

Es wurde bereits eingangs [1] darauf hingewiesen, daß unsere organisierte Wissenschaft de facto auch heute noch durchaus eine Bücher- und Publikationszensur sowie inquisitionsartige Ausgrenzungs- und Bestrafungsmechanismen kennt.

Es wirft ein merkwürdiges Licht auf unsere Kultur, daß wir einerseits an der Schwelle eines Weltraum-Zeitalters stehen, sofern wir unsere Zivilisation nicht selbst vernichten, andererseits aber bei den quasi-schulwissenschaftshörigen Zeitschriften noch immer meist anonyme Begutachter über die "Linientreue" der Autoren respektive ihrer Beiträge wachen und darüber entscheiden, ob das "Imprimatur" gewährt werden soll. Ein Vergleich mit den anonymen Patres, die im Galilei-Prozeß anonym im Hintergrund sitzend, seine Äußerungen überwachten, drängt sich in der Tat auf.

So berichtete etwa ein bekannter "Abweichler"-Astronom dem Verfasser, daß er die allergrößten Schwierigkeiten habe, seine nonkonformistischen Theorien überhaupt zu publizieren. Da kann man in der Tat nur auf gut bayerisch ausrufen: Ja, wo san ma denn? Aber es scheint sich da nur um die kleine Spitze eines riesigen Eisberges zu handeln. Dergleichen Vorkommnisse dürften überaus häufig sein. Von Publikationsmöglichkeiten für wirkliche Außenseiter ganz zu schweigen!

Wollen wir wirklich eine multiple "Neue Wissenschaft", von der alleine wir uns eine "Wissensexplosion" für die nächsten Jahrzehnte erhoffen können, so müssen derartige Praktiken baldigst unterbunden werden. Notfalls müßte man das Publikationsrecht zu einem einklagbaren machen. Anregungen für die Fortentwicklung der Wissenschaften kommen ja eben in den allermeisten Fällen, das ist eine Binsenweisheit, von den Außenseitern und Nonkonformisten! Jeder, der sich mit der Geschichte der Wissenschaften bestätigt hat, weiß das.

Und so muß es eine unabdingbare Forderung aller sein, deren Anliegen wirklich die Weiterentwicklung unserer Wissenschaften ist, daß der Zugang zu den Publikationsmöglichkeitrn (Bücher, Zeitschriften-Beiträge) eben gerade auch für die Nonkonformisten und Außenseiter garantiert ist. Wobei hierunter inbegriffen sein sollen a) nonkonformistische studierte Wissenschaftler, b) Außenseiter, die sich - außerhalb eines akademischen Studienganges - ein Wissen angeeignet haben, das sie zu einem ebenbürtigen Partner oder Widerpart der Schulwissenschaft macht, quasi der Typ des einstigen Privatgelehrten oder "Gentlemen scholar". Zu diesen Außenseitern wären auch jene gar nicht so seltenen Fälle zu rechnen, in denen studierte Wissenschaftler - selbst Professoren! [2] - sich "außenseiterisch" auf einem Gebiet betätigen, das ein anderes als ihr eigenes ursprüngliches ist.

Die viel berufene Freiheit der Meinungsäußerung muß auch und gerade im wissenschaftlichen Bereich gelten! Kleine Geister, aufgeblähte Egos und ideologische Fanatiker im akademischen Establishment sehen sich zwar gerne als eine ganz besondere, quasi-priesterliche Kaste, die allein das Recht zu wissenschaftlichen Verlautbarungen habe. Aber das kommt nur daher, daß sie von der Idée fixe besessen sind, es existiere so etwas wie "wissenschaftliche Wahrheit", die man in Dogmen fixieren könne, mit denen dann der unwissende "Laienstand" zu indoktrinieren sei. Aber derartige Vorstellungen sind völlig haltlose Phantastereien. Diese Leute verstehen im Grunde nicht, was mit Wissenschaft gemeint ist. Sie sollten sich besser als Demagogen oder Polit-Propagandisten von totalitären Regimen anstellen lassen.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Dr. Horst Friedrich (©) wurde seinem Buch "Einer neuen Wissenschaft den Weg bahnen!" entnommen (Ausgabe: EFODON e.V., 1996).

Abb. 2 Das Frontcover der Neuauflage von Dr. Horst Friedrichs im Jahr 1996 erstveröffentlichten Werk: "Einer neuen Wissenschaft den Weg bahnen!"

Er erschien dort (S. 162-164) als Kapitel "Die wissenschaftliche Meinungs- und Publikationsfreiheit muß wiederhergestellt werden!". Die vorliegende Online-Publikation bei Atlantisforschung.de im Mai 2015 erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Fußnoten:

  1. (Red. Anmerkung) Siehe: Horst Friedrich, "Einer neuen Wissenschaft den Weg bahnen!" (Ausgabe: EFODON e.V., 1996), S. 29 (Abschnitt: Wissenschaft - Ideologie - Ersatzreligion)
  2. Anmerkung des Autors: Es seien hier stellvertretend nur die relativ bekannten "professoralen Außenseiter" Prof. Harald Braem, Prof. Barry Fell und Prof. Gunnar Heinsohn genannt.

Bild-Quellen:

1) GDK, Crisco 1492 et al. bei Wikimedia Commons, unter: File:Pedro Berruguete Saint Dominic Presiding over an Auto-da-fe 1495.jpg
2) Buchverlag König / Bild-Archiv Atlantisforschung.de