Verdient unsere Wissenschaft Vertrauen?

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von unserem Gastautor Dr. Horst Friedrich

Om Aim Saraswatyai Namah [1]

Warum die Frage?

Die der neuzeitlichen Naturwissenschaft geschuldeten technischen Wunder unserer Zeit mögen manchem Leser die Titel-Frage zunächst abwegig erscheinen lassen. Wer möchte schon auf Taschenlampe, Telefon, Radio/TV, Auto, Eisenbahn, Flugzeug und Computer verzichten? Man könnte meinen, eine Wissenschaft, die so etwas hervorbringt, verdiene doch Vertrauen. Einerseits und in gewissem Umfange verdient sie das natürlich auch. Und es soll mit diesem Beitrag auch keinesfalls das große Verdienst der Wissenschaft im allgemeinen geschmälert werden, denn sie hat mit ihrer unermüdlichen Forschungsarbeit viel vollbracht. Auf der anderen Seite ist aber, um weiterzukommen, ein wenig Selbstkritik stets angezeigt. Die Zeit bleibt nicht stehen, alles entwickelt sich weiter, das ist eine alte Lebenserfahrung. Und so ist vor allem zunächst zu fragen, ob die Fähigkeit, praktisch nützliche Erfindungen zu machen oder Natur-Phänomene in gewissem Umfang theoretisch vorhersagen zu können, überhaupt etwas über die Richtigkeit des theoretischen Unterbaues, des zugrundeliegenden "Weltbildes", aussagen kann? Diese Frage ist eindeutig zu verneinen. Für ersteres ist ein gutes Beispiel Franklins Blitzableiter, erfunden zu einer Zeit (1749), als man noch der "barocken" Theorie elektrischer "Effluvien" anhing. Für letzteres denke man an die gänzlich falsche ptolemäische Epizykeltheorie, mit deren Hilfe man aber, noch bis lange nach Kopernikus, die Planetenbahnen viel zuverlässiger berechnen konnte, als mittels der kopernikanischen Theorie. Anders herum ausgedrückt: zweifellos ließen sich mit Hilfe einer Theorie des Elektromagnetismus, die etwa von Dämonen oder geistigen Naturkräften ausgeht - anstatt unserer Begriffe von Ionen/Elektronen/elektrischem Strom/elektrischen Kraftfeldern und Wellen - ebenfalls höchst interessante und nützliche Aspekte erfinden. "Wir haben also die kuriose Situation, dass eine - experimentell verifizierte - Sub-Hypothese abgeleitet wurde aus einer umfassenderen Hypothese, die man später als falsch erkannte. Das kommt in den Wissenschaften oft vor." [2]. Diese Worte aus berufenem Munde bezeugen, dass es ganz besonders das jeweilige - gänzlich zeitbedingte! - wissenschaftliche "Weltbild" ist, dem wir ein gesundes Mißtrauen entgegenbringen müssen.


Wissenschaft - Ideologie - Ersatzreligion

Es muss uns aufhorchen lassen, wenn kein Geringerer als ein so großer Kenner der Wissenschafts-Geschichte und -Philosophie wie Thomas Kuhn konstatiert, dass wir von dem "Bild der Wissenschaft, wie es uns zur Zeit gefangen hält ... gründlich irregeführt worden sind" [3].

Nur allzu offensichtlich ist unsere zeitgenössische Schulwissenschaft primär dogmatische Ideologie und Ersatzreligion. Erst in zweiter Linie - und zwar nur bedingt, sofern es nämlich in ihr "Weltbild" passt - befasst sie sich mit objektiver, "scheuklappenfreier" Forschung. Die Zahl der legitimen und wünschenswerten Forschungs-Teilgebiete ist Legion, die von der Schulwissenschaft ausgegrenzt werden. Vom Interesse des Volksganzen her gesehen kommt also die Schulwissenschaft hier, aus quasi ideologisch-scholastischen Gründen, ihrer Pflicht eindeutig nicht nach. Im übrigen, wie soll solcherart, mit zahllosen ausgegrenzten Forschungs-Teilgebieten, je ein auch nur halbwegs zutreffendes Weltbild zustande kommen? Statt des "Brotes" eines verstehenden Durchblickes gibt die Schulwissenschaft uns nur die "Steine" einer sektierhaften Ideologie. Man versteht die moderne Schulwissenschaft nicht, wenn man nicht ihren wahren Charakter durchschaut, nämlich den einer - aberwitzigerweise materialistischen! - Quasi-Religion. Die Wissenschaft, die einst als "Scienza Nuova" die mittelalterliche Scholastik verdrängte, degenerierte ihrerseits zur Ersatzreligion. Mit allen "Symptomen", wie wir sie aus der Religionsgeschichte und von den Ideologien her nur allzu gut kennen: Dogmen (die "Paradigmata"), heiligen "Kirchenvätern" (Newton, Lyell, Darwin etc.), "heiligen Schriften", einer Bücherzensur und inquisitionsartigen Ausgrenzungs- und Bestrafungsmechanismen. Wie im Galilei-Prozess anonyme "Väter" im Hintergrund seine Äußerungen überwachten, wachen bei den schulwissenschaftshörigen Zeitschriften oft anonyme Begutachter über die "Linientreue" der Autoren, respektive ihrer Beiträge, und entscheiden darüber, ob das "Imprimatur" gewährt werden soll.


Die Legende vom "Positivismus" und den "exakten Wissenschaften"

Zum Imponiergehabe der modernen Schulwissenschaft gehören insbesondere die Schlagworte vom angeblichen "Positivismus" und von den "exakten Wissenschaften". Wie Beschwörungsformeln werden sie immer aufs Neue einem allzu leicht beeindruckbaren Laien-Publikum entgegengeschleudert. Es sind dies, bei genauerem Hinsehen, nichts als aufgeblasene Ballons, aus denen beim leisesten Stich die Luft entweicht. Nach dem Duden [4] ist unter "Positivismus" jene Wissenschaftsdoktrin zu verstehen, "die ihre Forschung auf das Positive, Tatsächliche, Wirkliche und Zweifellose beschränkt, sich allein auf Erfahrung beruft". Umgangssprachlich mag man solche Kategorien ruhig benutzen dürfen, aber für Zwecke einer objektiv-kritischen, wissenschaftlich-philosophischen Betrachtung ist es ein unbrauchbarer, leerer Wortschwall. Wie ist das "Positive", "Tatsächliche", "Wirkliche", "Zweifellose" definiert? Mit solchen - letztlich leeren - Worthülsen übertölpelt man allenfalls Anfänger im logischen Denken. Aber die Schulwissenschaft hält sich nicht einmal selbst an diese Doktrin.

Pendel und Wünschelrute etwa sind - umgangssprachlich gesprochen - offensichtlich etwas Positives, Tatsächliches, Wirkliches und Zweifelloses, eine tatsächliche Erfahrung. Warum werden sie von der Schulwissenschaft dennoch ausgegrenzt? Mit ähnlichen Beispielen ließe sich seitenlang fortfahren. Ähnlich wie um den "Positivismus" steht es um die Legende von den "exakten Wissenschaften", speziell den "exakten Naturwissenschaften". Unter diesem Begriff wird verstanden, dass man die Aussagen ("Gesetze") einer Wissenschaft, etwa der Physik, in mathematischen Formeln ausdrücken kann, deren Korrektheit sich am wiederholbaren Experiment logisch nachvollziehen lässt. Das klingt in der Theorie zunächst nicht übel und ganz einleuchtend. Scharfsinnig-kritische Denker werden sich allerdings nicht bluffen lassen durch dergleichen intellektuelle Taschenspielertricks. Wir sahen bereits eingangs, dass auf dem Wege "experimenteller Verifizierung mathematischer Gesetze" keine Erkenntnis über Wert oder Unwert des zugrundegelegten naturwissenschaftlichen Weltbildes zu gewinnen ist. Thomas Kuhn konstatiert, dass - vom wissenschaftstheoretischen/erkenntnistheoretischen Standpunkt her gesehen - Theorien einfach menschliche Interpretationen von Daten sind [5], und der bekannte Philosoph Karl Popper streitet sogar überhaupt die Existenz irgendwelcher Verifikationsverfahren ab [6]. Von einer mathematischen "Exaktheit" gewisser Naturwissenschaften lässt sich also nur sehr bedingt sprechen.


Zweierlei Maß

Im übrigen müssten unter Zugrundelegung der Kriterien für "Positivismus" und "exakte Wissenschaft" auch die Astrologie und experimentelle Alchemie schon längst wieder an unseren Universitäten gelehrt werden. Die Astrologie - mit einem "exakten" mathematisierten und einem empirischen Teil - ist weit mehr als eine "exakte Wissenschaft", als dies etwa Geologie, Anthropologie, Biologie oder Meteorologie sind. Und die Gesetze der experimentellen Alchemie sind nicht weniger verifizierbar als diejenigen der modernen Chemie. Aber hier kommt eben ein besonders unsympathischer Charakterzug der zeitgenössischen Schulwissenschaft zum Vorschein: sie misst mit zweierlei Maß! Bei dem, was in ihr Weltbild passt, legt sie einen weitaus weniger strengen Maßstab an als bei dem, was diesem Weltbild zu widersprechen scheint [7].


Die Paradigmata

Als echte Ersatzreligion besitzt die Schulwissenschaft ihre Dogmen. Thomas Kuhn, der große Kenner der Materie, spricht zwar von Dogmen von den "Paradigmata", aber er meint das Gleiche [8]. Kleine Geister, aufgeblähte Egos und ideologische Fanatiker aus unserem akademischen Establishment, die sich offenbar als quasi-priesterliche Kaste sehen, versuchen nicht selten, in gänzlich unangebrachtem Imponiergehabe, diese Paradigmata einem unkritischen Publikum als über jeden Zweifel erhabene, gesicherte wissenschaftliche "Wahrheiten" im buchstäblichen Wortsinne zu verkaufen. Davon kann jedoch in keinem Falle auch nur entfernt die Rede sein.

Wie der Verfasser andernorts [9] gezeigt hat, sind unsere Wissenschaften ganz einfach kollektive Bewusstseinszustände, wo alles in einem Zustand ständiger Evolution, Fluidität und des Ewig-Provisorischen ist. Es ist daher eine logische Absurdität, von einer solchen Quelle, die dergleichen nicht geben kann, definitive Antworten, unwiderlegbare Beweise und abschließende Ergebnisse zu erwarten. Was uns "verkauft" wird, ist immer nur und kann nichts anderes sein als "der letzte Stand wissenschaftlichen Irrtums". Das mag manchen Leser überraschen. Aber es ist eine alte Lebenserfahrung, und ein Studium der Geschichte der Wissenschaften bestätigt es: Wo Wissenschaft ist, da ist auch Irrtum. Mit diesem Ewig-Provisorischen müssen wir leben! Aber was ist daran eigentlich so schrecklich? Zweifellos spielt hier ein unterbewusstes Halt-Suchen bei einem "gesicherten Weltbild" eine Rolle. Aber der Verfasser meint, diesen Halt müssen wir woanders suchen! Die wahre Wissenschaft wird jedenfalls die der Schulwissenschaft so teuren Paradigmata immer wieder in Frage stellen und versuchen, zu einer besseren Annäherung an die Wahrheit zu kommen.


Die zurückgekehrte Scholastik

Der Verfasser hat andernorts [10] für die zeitgenössische Schulwissenschaft - nota bene nur insofern sie Paradigma-Bezweifler diffamiert und ideologisch-scholastische Ausgrenzerei betreibt - den Begriff "Neo-Scholastik" eingeführt. Die Parallelen zwischen dieser Art von Wissenschaft und der spät-mittelalterlichen Scholastik sind in der Tat unübersehbar. Es kommt nun darauf an, dass diese weltbild-verengende Neo-Scholastik überwunden wird. Ideologische Bevormundung sollte nunmehr der Vergangenheit angehören! Ebenso ideologische Ausgrenzerei!


Sektierertum oder Offenheit für alternative Szenarien?

Der Verfasser möchte "Sektierertum" (für die Zwecke des vorliegenden Beitrages) definieren als einen Bewusstseinszustand, in dem man nur gewisse Aspekte, gewisse Manifestationen oder gewisse Teile eines umfassenderen Ganzen berücksichtigt - oder vorgibt, nur diese zu sehen - und man nur eine bestimmte Interpretation des Beobachtungsbefundes akzeptiert, während man alle alternativen, gleichfalls legitimen Interpretationen verwirft.

Normalerweise wird dieser Begriff nur in der Sphäre organisierter Religion verwandt, als Vorwurf, dass der so Beschuldigte von der "Wahrheit" abgewichen sei. Auch von stalinistischen Schauprozessen kennt man dergleichen. Mitunter beschuldigen da aber mutige angeklagte "Abweichler" ihre Ankläger, selbst die "Sektierer" zu sein. Nicht selten attackieren aber auch engdenkende Vertreter des schulwissenschaftlichen Establishments - selbsternannte "Verteidiger des Glaubens", der gerade "getragenen" Denkmuster - Außenseiter auf ähnliche, menschlich absolut unakzeptable Weise. Man denke an die skandalöse "Velikovsky Affair" [11] . Womit keinesfalls behauptet sein soll, dass die Außenseiter in dieser Hinsicht die reinsten Unschuldslämmer seien! Aber es sei - zum Zwecke der allgemeinen Bewußtwerdung dieser Tatsache - festgehalten, dass im Sinne obiger Definition von den Mitgliedern unseres akademischen Establishments wohl ein ansehnlicher Prozentsatz zum wissenschaftlichen "Sektierertum" gerechnet werden muss. Man scheint in diesen Kreisen nicht zu verstehen, dass eine wahre Wissensexplosion erfolgen müsste, ließe man alternative Szenarien zu. Die Abwehrhaltung gegen alles, was "not invented here" ist, das bei den organisierten Religionen wie bei Elektronik-Konzernen verbreitete Syndrom, ist leider auch im wissenschaftlichen Establishment ein großes Problem. Aber die Zeit der kaum je hinterfragten Paradigmata scheint vorbei. Je rascher man sich in diesen Kreisen auf die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Paradigmenwechsel einstellt und auf die Notwendigkeit, auch alternative Szenarien zuzulassen, desto besser wird man auf die geänderten Zeiten vorbereitet sein. Eine Bewahrung des Bestehenden ist in mancher Hinsicht gut und notwendig, aber man sollte nie vergessen, dass eine Veränderung anzeigt, dass man am Leben Teil hat.


Die Notwendigkeit eines wissenschaftlichen Pluralismus

Der Übergang von der Neo-Scholastik zu einer neuen "Scienza Nuova", zu einer alles Vorangegangene weit in den Schatten stellenden "New-Age-Wissenschaft", wird nicht ganz leicht sein. Mitunter wird er als ein schmerzlicher Prozess empfunden werden. Zweifellos wird es, von Land zu Land verschieden, von den jeweils wirksamen politischen Kräften abhängen, ob dieser Geburtsprozess - geschickt gefördert - seinen natürlichen Gang nehmen kann, oder ob er behindert wird. Wir müssen die Lektion lernen, dass es nicht genügt, wissenschaftlichen Pluralismus gelegentlich - gewissermaßen gnädig - zu gestatten, sondern dass wir ihn institutionalisieren müssen. Ein erfolgversprechender Weg wäre zweifellos, an unseren Universitäten ein- und dasselbe Fachgebiet parallel bei zwei oder drei Lehrstühlen respektive Fakultäten unterzubringen, wo man seinen Forschungsarbeiten alternative Szenarien zugrundelegen müsste. Zugleich sollte allerdings die hierarchische Struktur unseres wissenschaftlichen Establishments gründlich überdacht werden. Eine Vielzahl von Modellen, wie unsere zukünftige Wissenschaft organisiert sein sollte, ist denkbar. Wie auch immer, eines ist sicher, nämlich dass eine pluralistisch-multiple "Neue Wissenschaft" schon binnen weniger Jahrzehnte zu einer bisher unerträumten Wissensexplosion notwendigerweise führen muss. Mit diesen Aussichten muss allerdings daran erinnert werden, dass Wissen ohne Weisheit zu furchtbaren Gefahren für die Menschheit auf diesem Planeten und für jedes menschliche Individuum führen würde. Für gewissenlose Wissenschaftler ist auf unserem klein gewordenen Planeten kein Platz mehr. Hier ist jeder Einzelne zu Wachsamkeit, Selbstbemühung und Zivilcourage aufgerufen. Und von den etablierten Religionen ist zu fordern, dass sie mit mehr Effizienz als bisher der Menschheit helfen, aus ihrem Traum von Materialismus und Aggressivität zu erwachen. Hier hat die Schulwissenschaft viel beizutragen und wiedergutzumachen, denn die moderne lebensfeindliche, materialistische Weltanschauung ist ihr Werk.


Die Bewusstseins-Natur des Universums

Man muss klar sehen, dass die zeitgenössische Establishment-Wissenschaft von allem Anfang an auf ideologisch-sektiererhaften, völlig unbewiesenen Chimären beruhte: Materialismus, Lyellismus, Darwinismus und die angeblichen "Rassen" der Menschheit, um nur jene Paradigmata zu nennen, die am folgenschwersten Unheil stifteten. Nach alter - im Osten weitverbreiteter, aber auch im Westen nie ganz verlorener - Tradition ist der "Stoff", aus dem das Universum gemacht ist, Bewusstsein. Demgegenüber stellt der Materialismus die apriorische - durch keine wie auch immer geartete Spur eines Beweises zu untermauernde - Behauptung in den Raum, wir lebten in einer Welt materieller Objekte. Und dies, obwohl heute kein ernstzunehmender Wissenschaftler mehr bestreitet, dass wir die kleinsten "Materie"-Teilchen als quasi vibrierende Energie-Ballungen betrachten müssen! Der Verfasser glaubt, dass die westliche Wissenschaft einen kräftigen Schub Nachhilfeunterricht durch die scharfsinnig-kritischen Denker des Ostens (buddhistische Psychologie-Philosophie) braucht. Fritjof Capra [12] ist bereits diesen Weg gegangen und dadurch zu einem der erfolgreichsten Bahnbrecher für eine Naturwissenschaft des "New Age" geworden.

Ist erst der Materialismus entlarvt, nämlich als ideologische Chimäre, die in der Maskerade Ernst zu nehmender Wissenschaft auftritt, dann ist das ganze moderne "wissenschaftliche" Weltbild reif für den Papierkorb. Die Ideologie des Darwinismus - ganz abgesehen von ihrem inhärenten Zirkelschluss-Denken [13] - steht und fällt mit dem Materialismus. Ist das Universum Bewusstsein, dann ergibt sich sofort die Frage: wessen Bewusstsein? Mit dieser Frage rückt die Chance in greifbare Nähe, Wissenschaft und Religion auf einer Ebene höheren Verständnisses wieder zu vereinen. Die "Einheit des Universums" ist dann kein leeres Wort mehr, sondern unmittelbar einleuchtend und wird zu gesteigertem Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Erde, anderen Wesen und dem Kosmos führen. Wenn alles - Pflanze, Stein, Tier, Mensch, Planet, Galaxis - "Bewusstseinsformen" sind, dann ist es selbstevident, dass es keine "geschlossenen Systeme" im Universum gibt [14]. Offenbar hat die indische Tradition recht, wonach die Wesen "Wellen" im Ozean des kosmischen Bewusstseins sind.


Die Alchemie und die Geschichtsklitterung

Es soll hier nicht über die mutmaßlich von einer pluralistischen "New-Age"-Wissenschaft zu erwartenden Ergebnisse im Detail spekuliert werden. Eine Prophezeiung lässt sich aber nur wagen: ein unübersehbares Signal dafür, dass die materialistische Naturwissenschaft bereits "das Handtuch geworfen" hat, wird die Rückkehr der Alchemie an unsere Universitäten sein. Bereits heute ist das Interesse an ihr - meist allerdings unter dem weiten Mantel der Wissenschaftsgeschichte - stark im Ansteigen begriffen [15]. Die meisten Naturwissenschaftler hängen jedoch derzeit noch, in bizarrer gänzlicher Unwissenheit über diese "Mutter aller Künste und Wissenschaften", dem neo-scholastischen Vorurteil an, es handele sich bei der Alchemie bestenfalls um eine primitiv-abergläubische Vorstufe der heutigen Chemie. "Allein das ist ein barer Unsinn", sagt mit vollem Recht ein so ausgezeichneter Kenner sowohl der Alchemie wie der neuzeitlichen Chemie wie Alexander von Bernus [16] . Nach dem "Handtuch-Werfen" der materialistischen Naturwissenschaft wird die Alchemie wieder den ihr rechtmäßig zustehenden Platz einnehmen: an jeder Universität, die auf sich hält, wird dann wieder theoretische und experimentelle Alchemie gelehrt werden. Dann wird es auch mit der schulwissenschaftlichen Geschichtsklitterung ein Ende haben, wonach große Geister wie Newton und andere "Kirchenväter" die modernen Naturwissenschaften begründet hätten, während sich mit Alchemie nur unwissenschaftliche Phantasten und Scharlatane beschäftigt hätten. Gerade Newton beschäftigte sich in seiner Hauptaktivitätszeit dreißig Jahre lang intensivst damit, in die tieferen Geheimnisse der Alchemie einzudringen [17].


Charles Lyell, die Katastrophe der Geologie

Auch ihr größter Liebhaber wird nicht behaupten wollen, dass die Geologie eine "exakte" Naturwissenschaft sei, oder dass sie dies je werden könne. Immerhin war man aber beim Anbruch des naturwissenschaftlichen Zeitalters, unter dem Einfluss des großen Cuvier (Zeitgenosse Goethes, Beethovens und Napoleons), soweit gelangt, dass man die Erdoberfläche von wiederholten Kataklysmen, gewaltigen Erdumwälzungen, gestaltet sah. Erst nach 1830 wurde der Cuviersche "Katastrophismus" durch die vor allem von Charles Lyell propagierte - unwissenschaftliche, jedoch zeitbedingte - Ideologie des "Aktualismus" verdrängt, wonach auf unserem Planeten stets nur die vergleichsweise harmlosen Kräfte am Werk waren, wie wir sie heute beobachten. Lyell war für die Geologie eine Katastrophe! Es dürfte ein einmaliges Vorkommnis sein, dass eine Wissenschaft durch den Einfluss eines einzelnen Mannes so gewaltig zurückgeworfen, in ihrer Entfaltung rund einhundertfünfzig Jahre gebremst wurde. Auch der Darwinismus hätte ohne Lyell nicht aufkommen können. Heute liefert der "Aktualismus" allerdings nur noch Rückzugsgefechte. Der charismatische Prophet des Neo-Katastrophismus, Velikovsky [18], wurde zwar noch, wie es einem "Häretiker" zuzukommen scheint, "verflucht". Aber mit der Entdeckung des Endkreide-Impaktes durch L. & W. Alvarez [19] und dem Tollmannschen Sintflut-Buch [20] ist der Cuviersche Katastrophismus definitiv wieder in die Hallen akademischer Respektabilität zurückgekehrt. Es wird nun Aufgabe der "New-Age"-Geologie sein, hier harte Forschungsarbeit zu investieren, damit die Vor- und Frühgeschichte des Menschengeschlechtes realistischer erkannt werden kann. Die ganze - aktualistischem Denken geschuldete - geologische Zeitskala wird kritisch überdacht werden müssen. Und insbesondere wird überprüft werden müssen, ob wir nicht mit unserem üblicherweise präsentierten Szenario von "Eiszeiten" lyellistischer Mythenbildung zum Opfer gefallen sind.


Das Ammenmärchen vom expandierenden Universum

In aller Munde ist heute die uns von der ewig-missionierenden Schulwissenschaft aufgedrängte Doktrin vom "Big Bang", dem angeblichen "Urknall". Dieses Dogma beruht auf einer - apriorisch-willkürlichen, ganz unwahrscheinlichen - Deutung der bei Galaxien und Quasaren beobachteten Rotverschiebung im Spektrum dieser fernen Lichtquellen, in Analogie zum bestens bekannten akustischen Doppler-Effekt. Es scheint dieses Dogma primär wohl ein weiterer Ausdruck des unrealistisch-"linearen" westlichen Denkens zu sein. Der Osten mit seinem realitätsnäheren zyklischen Weltbild wäre wohl kaum auf die Idee eines "Urknalls" verfallen. Bei der ausgesprochenen "Windigkeit" des Dogmas vom angeblich expandierenden Universum ist es kein großes Wunder, dass von Seiten kompetenter Nonkonformisten energisch Widerspruch eingelegt wurde [21]. Der bekannte "Abweichler"-Astronom Halton Arp etwa ist überzeugt, dass die beobachtete Rotverschiebung keineswegs auf einem Doppler-Effekt beruht, aus ihr also auch kein "expandierendes Universum" abgeleitet werden kann, sondern dass sie etwas mit dem physikalischen Zustand jener Quasare und Galaxien zu tun hat [22]. Auch der französische Astrophysiker J. P. Vigier lehnt die Interpretation der beobachteten Rotverschiebung als Doppler-Effekt ab. Er sagt, diese Rotverschiebung habe überhaupt nichts mit einer angeblichen Fluchtbewegung dieser Objekte zu tun, sondern beruhe auf einer "Ermüdung" des Lichtes auf seiner Reise durch die großen interstellaren Räume [23]. Auch der Astronom William Tifft und der Physiker Y. P. Varshni betrachten das Dogma vom expandierenden Universum als gänzlich unhaltbar [24]. Diese Forscher argumentieren, dass die Rotverschiebungen über eine ganze Bandbreite von allen nur möglichen Zwischenwerten beobachtet werden müssten, sollte das Dogma stimmen. Dies ist aber nicht der Fall. Die Rotverschiebungswerte - und damit die angeblichen Fluchtgeschwindigkeitswerte - der Quasare und Galaxien zeigen gewisse Verteilungsmuster. Diese eine Punkt alleine schon entlarvt die "Urknall"-These als Dogma, auf das man sich - aus wissenschaftlichen Beweggründen - voreilig "eingeschossen" hatte. Es handelt sich beim "Big Bang" um die gleiche Art von "Zeitungsente", wie man sie uns etwa mit dem Darwinismus oder mit den angeblichen "Rassen" der Menschheit aufoktroyiert hatte!


Tote Materie oder lebender Kosmos?

Wir sahen bereits oben bei der Besprechung der Bewusstseins-Natur des Universums, dass auch "Materie" letztlich nichts anderes sein kann, als quasi im kosmischen Bewusstsein existierende Energieballungen. Da Bewusstsein aber Leben - ja sogar ein "Wesen" - voraussetzt, ist der Begriff einer "toten Materie" ein Widerspruch in sich selbst. Selbst ein Kieselstein in einem Gebirgsfluss wäre dann ein lebendes Wesen mit einer gewissen Art von Bewusstheit.

Wir landen so, auf dem Wege allereinfachsten logischen Nachdenkens, sehr rasch bei der Schlussfolgerung, dass es auch keinen "toten" - von leblosen Objekten und blinden Kräften erfüllten - "Uhrwerk-Kosmos" geben kann, sondern dass das Universum vielmehr ein lebendes Etwas sein muss. Die Natur dieses "Etwas" können wir daher, nur mit dem Physik- und Astronomie-Lehrbuch bewaffnet, nie und nimmer herausfinden. Einem Verständnis können wir uns aber nur annähern, wenn wir uns damit beschäftigen, was sich hinter dem Begriff "Leben" verbirgt.

Hier kommen wir mit den schulwissenschaftlichen "Schubfächer"-Denkmustern nicht weiter. Wir werden, wie bereits gesagt, bei den Philosophen und Weisen des Ostens "auftanken" müssen. Aber auch bei der westlichen Tradition, nämlich der Alchemie, nach der das Leben (der "Geist") allgegenwärtig ist.


Alchemistische Element-Transmutationen

Auch die Biologie wird bei diesen Quellen "auftanken" müssen, um weiter zu kommen. Obwohl sie sich die "Lehre vom Leben" nennt, ist auch sie von der materialistischen Weltanschauung angekränkelt und deswegen von einem Verständnis dessen, was genau mit "Leben" gemeint ist, noch meilenweit entfernt. Wie die Gesamtheit der modernen Naturwissenschaften kann sie mit dem Begriff nichts Rechtes anfangen. Deswegen muss auch sie Ausgrenzerei betreiben und darf manches nicht studieren, damit sie nicht die schulwissenschaftliche "Paradigmata" gefährdet. Und deswegen verdrängt sie auch die wissenschaftlich einwandfrei nachgewiesenen Versuchsergebnisse von Außenseiter-Biologen wie Louis Kervran, wonach in Pflanze und Tier - und im Körper des Menschen - alchemistische Trans-mutationsprozesse, d.h. Element-Umwandlungen (etwa von Natrium in Kalium) vorkommen [25]. Sie hält es für unmöglich, dass hinter dem sichtbaren Körper ein intelligentes Unterbewusstsein existiert, das unter gewissen Umständen dergleichen bewirken kann. Auch vom Energiekörper, etwa dem durch die Kirlian-Fotografie nachweisbaren Energiekörper der Pflanzen, haben nur erst die kühnsten ihrer nonkonformistischen Pionierforscher gehört, nämlich diejenigen, die den Materialismus als wissenschaftliche Leit-Ideologie über Bord geworfen haben. Die Forschungsergebnisse des Biologen Kervran widerlegen ein Dogma der zeitgenössischen Physik und Chemie, wonach Element-Umwandlungen nur mit enormem technischen Aufwand erreicht werden könnten. Sie passen aber sehr gut zu dem, was bereits 1832 der sehr zuverlässige Carl Christoph Schmieder in seinem Werk über die Geschichte der Alchemie [26] zur Möglichkeit alchemistischer Element-Transmutationen schrieb.

Schmieder zeigt jenseits jedes vernünftigen Zweifels, dass eine Reihe von Transmutationen "niederer" Metalle in Gold so gut bezeugt sind, wie man das für irgendein historisches Ereignis nur verlangen kann. Diese geschahen meist dergestalt, dass etwa Blei in einem Tiegel geschmolzen wurde und man dann eine winzige Menge Abschabsel von einem alchemistisch gewonnenen "Stein" darauf warf, worauf das flüssige Metall aufwallte, Blasen warf und nach dem Erkalten von fachmännischer Seite, etwa einem Goldschmied, als Gold erkannt wurde. Also auch hier ohne großen Aufwand an Energie oder technische Apparaturen, fast natürlich, geradezu simpel. Vorausgesetzt, man hatte den "Stein"! Der freilich war und blieb bis heute das Geheimnis einiger, in ihren Studien und in ihrer laborantischen Praxis weit fortgeschrittenen Alchemisten [27].


Wo ist der Sitz unseres Bewusstseins und Erinnerungsvermögens?

Nach der materialistischen westlichen Schulmedizin und Psychologie erklären sich alle körperlichen und seelischen Lebensphänomene im Menschen aus der Anordnung und physikalisch-chemischen Wechselwirkung seiner Organe, Nerven, etc., und über den Körper hinaus gibt es nichts. Ein so großer Kenner der Materie - westlicher Medizin und Psychologie, wie auch östlicher Lehren - wie Medard Boss verbreitet sich seitenlang darüber, wie unbefriedigend dieses "Weltbild" für den ärztlichen und psychotherapeutischen gewissenhaften Praktiker ist [28] . Vor allem seit die Kirlian-Fotografie in Arztpraxen Eingang gefunden hat, sind demgegenüber erfreulicherweise zahlreiche fortschrittliche Ärzte und Pionierforscher im Westen stillschweigend zu der alten Lehre von den feinstofflichen oder Energiekörpern des Menschen, und aller lebenden Dinge, zurückgekehrt. Die Schulmediziner werden sich überlegen müssen, ob sie mit der Zeit gehen oder demnächst wie verlassene Priester eines von der Zeit überholten Götzendienstes oder verkrustete Ideologen dastehen wollen. Buchstäblich tagtäglich weitet sich der Kreis derjenigen, die von der Existenz eines "Energiekörpers" (der "Aura") des Menschen überzeugt sind und praktisch mit ihm arbeiten. Zahlreiche "New-Age"-Ärzte arbeiten bereits zu diagnostischen Zwecken mit Pendel und Wünschelrute und nehmen an Seminaren mit "Geistheilern", über Heilen mit Edelsteinen oder homöopathischen Hochpotenzen teil. Immer mehr dieser Praktiker zeigen sich überzeugt, dass der Sitz unseres Bewusstseins und Erinnerungsvermögens ebendieser "Energiekörper" ist, den man sich wohl aus "feinstofflichen Energiemustern" bestehend denken muss. Gerade die Hochpotenzen - die ja nur noch aus "Informationen", ohne materielle Heilsubstanzen bestehen - scheinen nur, aber dafür hochwirksam, über die "Energiematrix" auf den physischen Körper einwirken zu können. Aber warum werden dann auch unser Bewusstsein und unser Erinnerungsvermögen beeinträchtigt, wenn unser Gehirn verletzt wird? In der hier vorgetragenen Sicht kommt dies daher, dass das Gehirn zwischen dem Energiekörper, unserem Erinnerungsspeicher, und dem Körper vermittelt.


Das Märchen von den "Rassen" der Menschheit

Der geneigte Leser wird inzwischen bemerkt haben, dass Aussagen der "herrschenden Lehre", zu welchem Thema auch immer, realistischerweise mit einer kräftigen Portion Skepsis zu begegnen sind. Ganz besonders wird er vor dem "großen Paradigma" der Anthropologie, dem Dogma von angeblich existierenden "Rassen" der Menschheit gewarnt. Der Verfasser hat sich durch ausgedehnte Studien davon überzeugt, dass dieses Dogma - das Hass unter die Menschen und Konfusion unter Ethnologen und Linguisten gebracht hat - gänzlich unhaltbar ist. Es handelt sich dabei um eine reine Verstandes-konstruktion, einer "unheiligen Ehe" zwischen Neo-Scholastik und ideologischer Verblendung entsprossen, die sich durch ihre proteushafte Nebulosität und ihre fehlende greifbare Entsprechung in der Außenwelt - der außerordentlich komplexen ethno-linguistischen Realität auf unserem Planeten - aus-zeichnet. Jeder dieser dogmenbefangenen Gelehrten erzählt etwas anderes. Ihre Verhaftung in der "anthropometrischen" Vorstellungswelt - dolichozephal, brachyzephal, Augenhöhlen- und Nasen-Index etc. - der materialistisch-simplifizierenden Anthropologie wirkt zunehmend peinlich, einem "Spleen" ähnlich. Es gilt heute, sich darüber klar zu werden, wie sehr das dem modernen westlichen Menschen aufoktroyierte Denkmuster von "Rassen" ihm den Blick auf seine ureigenste Vorgeschichte vernebelt. In der Realität gibt es nur Völker, Ethnien, die in einem ewigwährenden Prozess von Trennung und Zusammenkommen sich weiterentwickeln, wobei die körperlichen Eigenheiten der ihnen zugehörigen Individuen (Haut- und Haarfarbe etc.) wie auch ihre Sprachen die ungeheure Vielfältigkeit der menschlichen Rasse demonstrieren. Wenn gar in der Literatur von einer "indogermanischen Rasse", einer "semitischen Rasse" etc. die Rede ist, so ist dies eine wissenschaftlich unhaltbare Vermengung von Ethnischem und Linguistischem. Wie wenig die geografische Verbreitung der angeblichen "Rassen" derjenigen der Sprachfamilien entspricht, ist jeder besseren Übersicht zu entnehmen [29].


Die gänzlich verwirrte Chronologie

Zu einer der vordringlichsten Aufgaben einer "Neuen Wissenschaft" wird es gehören, eine zuverlässige Chronologie von der letzten Eiszeit bis zum Jahre 1582 n.C. (dem Jahr der Gregorianischen Kalenderreform) zu erarbeiten. Es liegen hierzu bereits eine Reihe von ernstzunehmenden Veröffentlichungen vor [30]. Bis auf Weiteres muss wohl davon ausgegangen werden, dass das sogenannte "Ende der Eiszeit" vielleicht erst vor rund viertausend Jahren stattfand, dass die angeblich jahrtausendelange ägyptische Geschichte zusammengestrichen werden muss, "Geisterreiche" ("Sumerer" etc.) aus unseren Geschichtsatlanten getilgt werden müssen, die spätmittelalterliche Chronologie geschichtsverfälschend gedehnt wurde und allen Daten vor 1582 n.C. mit Mißtrauen zu begegnen ist.


Die Fälschung der Vorgeschichte Amerikas

Mangels erhaltener Geschichtsbücher der Inka, Maya, Azteken etc. ist alles, was sich vor 1492 n.C., der ersten Reise des Columbus, auf dem riesigen amerikanischen Doppelkontinent getan hat, für uns mehr oder minder unbekannte Vorgeschichte, aus deren Nebel nur wenige "harte Fakten" (Ruinenstätten) ragen. Rapide häufen sich in letzter Zeit die Verdachtsmomente, dass die schulwissenschaftlichen Beschreibungen der amerikanischen Vorgeschichte im großen Entwurf wie in allen wichtigen Details gänzlich danebenliegen dürften. Aber das Dogma, dass die Vorfahren aller heutigen Indianervölker über die Beringstraße eingewandert seien, wird zäh aufrechterhalten. Obwohl von B. Fell und anderen Pionierforschern nachgewiesen wurde, dass die Besiedelung des amerikanischen Doppelkontinents ein weitaus komplexerer Prozess, mit "Infusionen" aus allen Erdteilen, gewesen sein muss [31]. Insbesondere an Verbindungen mit den alten Kulturen Indiens und Hinterindiens, Indonesiens [32], Chinas, Japans ist nicht zu zweifeln. Die Vorgeschichte Nordamerikas scheint ganz besonders verzerrt gesehen zu werden. Es könnte sein, dass Nordamerika einst ein zivilisiertes Land war, mit Städten, einem Straßennetz, Tempelpyramiden, Handel und Wandel, von Arizona bis Kentucky [33]. Die spektakulären Funde in der Burrows Cave in Illinois wurden zwar von der Schulwissenschaft als Fälschung abgestempelt, passen aber gut zu diesem Bild [34]. Gewisse Anzeichen deuten darauf hin, dass diese Kultur erst im Spätmittelalter durch letztlich aus Innerasien stammende kriegerische Völkersplitter vernichtet wurde [35]. Im übrigen scheint es, als seien einige der älteren amerikanischen Hochkulturen - etwa die "olmekische" Megalith-Zivilisation an der Pazifikküste Guatemalas - von gewaltigen Natur-Kataklysmen vernichtet worden [36].

Es wird Aufgabe der "Neuen Wissenschaft" sein, ein gänzlich neues, überzeugendes Gesamtbild zu erarbeiten. Damit sei dieser mosaikartige Überblick, der nur eine Anregung sein will, abgeschlossen.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Horst Friedrich © wurde erstmals veröffentlicht in EFODON-SYNESIS Nr. 3/1994. Bei Atlantisforschung.de erscheint er im Dr. Horst Friedrich Archiv in einer redaktionell bearbeiteten Fassung nach http://efodon.de/html/archiv/wissenschaft/friedrich/wiss.htm .

  1. Anmerkung: In der indischen Tradition "Mantra" der Saraswati, jenes weiblich-mütterlichen Aspektes der "göttlichen Allgegenwart", an den man sich wegen Förderung von Kreativität, Musik, Wissen, Gelehrtheit und Weisheit wendet.
  2. Siehe: Duane Roller & Duane H. D. Roller: "The Development of the Concept of Electric Charge", Cambridge (USA) 1954, S. 35.
  3. Quelle: Thomas S. Kuhn: "Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen", Frankfurt/Main, 1967, S. 17.
  4. Siehe: Duden, Deutsches Universalwörterbuch, 2., völlig neu bearbeitete etc. Auflage, Mannheim/Wien/Zürich, 1989.
  5. Siehe: Thomas S. Kuhn, op. cit., S. 169.
  6. Siehe: Karl L. Popper: "The Logic of Scientific Discovery", New York, 1959, zitiert bei: Kuhn, op. cit., S. 194.
  7. Hierzu augenöffnend: Michael Cremo & Richard L. Thompson: "Forbidden Archeology", San Diego, 1993.
  8. Siehe: Kuhn, op. cit., S. 11.
  9. Siehe: Horst Friedrich: "Sectarianism versus Comprehensiveness", in: NEARA JOURNAL, Vol. XXVIII/No. 1-2, 1993.
  10. Siehe: Horst Friedrich: "Velikovsky, Spanuth und die Seevölker-Diskussion: Argumente für eine Abwanderung atlanto-europäischer spätbronzezeitlicher Megalith-Völker gegen 700 v.Chr. in den Mittelmeerraum", 2., erweiterte Auflage, Wörthsee, 1990.
  11. Siehe: Alfred de Grazia (Hrsg.): "The Velikovsky Affair", London, 1966.
  12. Siehe: Fritjof Capra: "Das Tao der Physik. Die Konvergenz von westlicher Wissenschaft und östlicher Philosophie", Bern/München/Wien, 1984.
  13. Anmerkung d. Verf.: Schon 1919 hatte Charles Fort den Darwinismus als Tautologie entlarvt. Siehe: Charles Fort: "Book of the Damned", S. 24, in: The Books of Charles Fort, New York, 1957.
  14. Siehe: Almut Kowalski: "Raum im Herzen", in: AB 40, Nr. 1, 1991: Das Weltbild geschlossener, begrenzter Systeme ist von Menschen gemacht. Im Universum gibt es keine geschlossenen Systeme.
  15. Anmerkung. d. Verf.: Immerhin bereits 1977 konnte mit Genehmigung des Fachbereichs Medizin der Ludwig-Maximilians-Universität München eine alchemistische Dissertation gedruckt werden: David A. Schein: "Basilius Valentinus und seine Tinkturen aus dem Antimon".
  16. Siehe: Alexander v. Bernus: "Alchymie und Heilkunst", Nürnberg, 1969, S. 117.
  17. Richard S. Westfall: "The Role of Alchemy in Newton´s Career", S. 195, in: M. L. Righini Bonelli & William R. Shea: "Reason, Experiment and Mysticism in the Scientific Revolution.
  18. Siehe: Immanuel Velikovsky: "Earth in Upheaval", London, 1956.
  19. Siehe: Luis & Walter Alvarez (et al.): "Extraterrestrial Cause for the Cretaceous-Tertiary Extinction", in: SCIENCE, 208, 1980.
  20. Siehe: Alexander und Edith Tollmann: "Und die Sintflut gab es doch", München, 1993.
  21. Anm. d. Verf.: Hierzu eine ausgezeichnete Zusammenfassung in: Richard L. Thompson: "Vedic Cosmography and Astronomy", Los Angeles/London etc., 1990, S. 145-160.
  22. Siehe: Halton C. Arp: "Der kontinuierliche Kosmos", in: Mannheimer Forum 92/93, Mannheim, 1993; auch Thompson: op. cit., S. 148-151.
  23. Besprochen bei Thompson: op. cit., S. 152-154.
  24. Besprochen bei Thompson: op. cit., S. 154-159.
  25. Besprochen bei Manfred M. Junius: "Praktisches Handbuch der Pflanzen-Alchemie", Interlaken, 1982, S. 20-26.
  26. Siehe: Carl Christoph Schmieder: "Geschichte der Alchemie", originalgetreuer Nachdruck der Ausgabe von 1832, Ulm, 1959.
  27. Anm. d. Verf.: Das ist vieleicht gut so. Der Goldpreis würde sonst ins Bodenlose stürzen. Andererseits soll allerdings dieser "Stein", von dem es verschiedene Varianten gegeben zu haben scheint, ein Super-Heilmittel von märchenhafter Wirkung gewesen sein. Die Schulmedizin verweist das naturgemäß ins Reich der Fabel.
  28. Siehe: Medard Boss: "Grundriß der Medizin und Psychologie", Bern/Stuttgart/Wien, 1975, S. 53-62.
  29. Anm. d. Verf.: Siehe hierzu etwa: "Languages of the World", in: The New Encyclopaedia Britannica, Vol. 22, Macropaedia, 1985, S. 590-805.
  30. Siehe hierzu etwa: Gunnar Heinsohn: "Die Sumerer gab es nicht", Frankfurt/Main, 1988; Gunnar Heinsohn & Heribert Illig: "Wann lebten die Pharaonen?", Frankfurt/Main, 1990; Heribert Illig: "Die veraltete Vorzeit", Frankfurt/Main, 1988; Christoph Marx: "Datieren vor der Gregorianischen Kalenderreform", in: VORZEIT-FRÜHZEIT-GEGENWART, 3-4/93.
  31. Siehe hierzu etwa: Barry Fell: "America B. C.", New York, 1986. Ebenso die ESOP-Jahrbücher der EPIGRAPHIC SOCIETY. Auch: E. Morgan Kelley: "The Metaphorical Basis of Language, A Study in Cross-Cultural Linguistics", Lewiston, 1992.
  32. Anm. d. Verf.: Hierzu besonders aufschlußreich: David H. Childress: "In Search of a Mayan Pyramid in Java", in: THE ANCIENT AMERICAN, Vol. 1/No. 4, 1994.
  33. Siehe: David H. Childress: "Lost Cities of North & Central America", Stelle/Illinois, 1992.
  34. Siehe: John J. White & Beverley H. Moseley: "Burrows Cave, Fraud or Find of the Century", in: THE ANCIENT AMERICAN, Vol. 1/No. 2, 1993; Russell Burrows & Fred Rydholm: "The Mystery Cave of Many Faces", Marquette/Michigan, 1992.
  35. Siehe hierzu etwa: Ethel G. Steward: "The Dene and Na-Dene Indian Migration 1233 A.D., Escape from Genghis Khan to America", Columbus/Georgia, 1991.
  36. Siehe: David Hatcher Childress: op. cit. 1992, S. 79-80. Zu den Kataklysmen auch: Horst Friedrich: "Hochkulturen im Tertiär?", in: EFODON SYNESIS 2/1994.