Die Inka in der Atlantisforschung

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von Tony O’Connell

Abb. 1 Eine phantasievolle Abbildung des Inka Pachacútec Yupanqui aus postkolumbischer Zeit. Waren er und die anderen 'Sonnensöhne' des Anden-Reiches Nachfahren der Könige von Atlantis?

Die Inka, oder zumindest deren Vorfahren, sollen, wie Jim Allen behauptet, über Atlantis geherrscht haben, das, wie er beharrlich erklärt, auf dem Altiplano der Anden in Bolivien gelegen habe. [1] Allerdings ist die Idee einer Verbindung zwischen Atlantis und den Kulturen Mittel- und Südamerikas nicht neu, sondern wurde erstmals schon im 16. Jahrhundert von Pedro Sarmiento de Gamboa vorgestellt. Einige heutige Unterstützer dieser Vorstellung zitieren das höchst umstrittene Oera Linda Buch, in welchem es heißt, einer der friesischen Flotten-Kommandanten mit Namen Inka habe nach der Zerstörung von Atland (Atlantis) Amerika erreicht. Auf Basis dieser dürftigen etymologischen Verbindung schlussfolgern sie, er sei der Begründer der Inka-Zivilisation gewesen, wobei sie die Tatsache ignorieren, dass die frühesten Hinweise auf das Volk der Inka auf etwa 1200 v.Chr. datieren, während das Oera Linda Buch die Zerstörung von Atlantis ungefähr ins Jahr 2200 v.Chr. legt, was eine ungeklärte Lücke von ca. 3500 Jahren hinterlässt. Eine friesisch-inkaische Verbindung wird auch auf der Webseite Stepping Stones vorgeschlagen, auf der man bemüht ist, sie mit dem Shang-Chinesen, den Magyaren und natürlich mit den Atlantiern in Zusammenhang zu bringen. [2]

Hinsichtlich der Inka-Kultur ist es [aus Sicht der Forschung; d.Ü.] eine große Tragödie, dass sie keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterließ, wenn man von den als Quipu (Khipu) bekannten Knoten-Schnüren absieht. [3] Gary Urton, ein Professor für präkolumbische Studien [an der Harvard University in der Fakultät für Anthropologie; d.Ü.] betreibt eine Webseite, die dem Studium der Quipus gewidmet ist. [4]

Abb. 2 Die megalithischen Mauerwerke von Cusco zeugen von einer extrem hoch entwickelten Baukunst.

[Selbst wenn] wir einmal irgendwelche Gedanken hinsichtlich einer 'atlantischen' Verbindung mit dem Volk der Inka beiseite lassen, so besteht kein Zweifel daran, dass [auch] sie über ganz bemerkenswerte bautechnische Fähigkeiten verfügten. Dies wird schlaglichtartig beleuchtet durch die in ihrer alten Hauptstadt Cusco vorgefundene megalithische Steinmetzarbeit (Abb. 2). Ein [...] gut illustriertes Buch von Brien Foerster, Lost Ancient Technology of Peru and Bolivia [5], untersucht eine Reihe von Inka-Stätten und ihre oft rätselhaften Monumente. Es ist ein wertvoller Beitrag zur Literatur über dieses Thema.

Im Jahr 2007 verfasste der peruanische Ingenieur und Autor Jesus Americo Huari Román (* 1950) ein Buch (zur privaten Verbreitung), das den Titel La Atlantida y el Imperio de los Incas (Atlantis und das Reich der Inka) trägt, in dem auch er argumentiert, die Inka seien Nachfahren der Atlantier gewesen. Zur Unterstützung seiner Theorie präsentiert er zudem Videos [6] bei YouTube, die leider nur mit spanischsprachigen Texten vorliegen.


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Tony O’Connell (©) wurde in englischsprachiger Original-Fassung erstmals am 28. Mai 2010 unter dem Titel "Incas (m)" bei Atlantipedia.ie veröffentlicht. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung nach der bei WaybackMachine archivierten Fassung durch Atlantisforschung.de im Dezember 2017.

Fußnoten:

  1. Siehe: Jim Allen, "The Andes Solution : the Discovery of South America as the Legendary Continent of Atlantis", Windrush Press, 1998; sowie: Derselbe, "Atlantis: Lost Kingdom of the Andes", Floris Books, 2009
  2. Siehe: Stepping Stones, unter: "Sparky's American Epigraphy" (abgerufen: 08. Dezember 2017)
  3. Siehe zu diesen z.B.: Enrique Sánchez, "Unlocking the secrets of the Quipus", 30. Juni 2009, bei ...en Perú (enperublog.com) (abgerufen: 08. Dezember 2017)
  4. Siehe: Gary Urton, "Khipu Database Project" (abgerufen: 08. Dezember 2017)
  5. Siehe: Brien Foerster, "Lost Ancient Technology of Peru and Bolivia", Createspace Independent Pub., 2013
  6. Siehe seine Nutzerseite: JESUSAMERICO100 bei YouTube (abgerufen: 09. Dezember 2017)

Bild-Quellen:

1) Ellie Crystal, "Inca Civilization", bei crystalinks.com
2) Bild-Archiv Brien Foerster; nach: Tony O’Connell, op. cit. (2010)