Hephaistos

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von Lewis Spence (1910)

Abb. 1 Hephaistos übergibt Thetis die von ihm neu hergestellten Waffen für Achill (Ilias, XVIII, 617). Attisch-rotfiguriger Kylix, 490-480 v. Chr.

HEPHÆSTUS oder VULCAN. Sohn des Zeus und der Hera. Er war der Gott des Feuers [und der Schmiedekunst; d. Red.]. Hera mochte in aufgrund seiner Lahmheit nicht und vertrieb ihn aus dem Olymp, doch Thetis und Eurynome, bei denen er viele Jahre lang im Ozean verweilte, kümmerten sich um ihn. Es wird auch gesagt, dass Zeus ihn, weil er in einem Streit mit ihrem Gatten für Hera Partei ergriff, aus dem Himmel hinunterstürzte, und dass sein Sturz auf die Insel Lemnos einen ganzen Tag dauerte.

Er war ein großer Künstler unter den Göttern, und ein unvergleichlicher Bearbeiter von Metallen. Er war es der die diversen glänzenden Paläste des Olymp schuf, die wundervolle Rüstung des Achilles (Abb. 1), das Halsband der Harmonia etc. [1]

Die Vorstellungen über ihn gerieten in Verbindung mit vulkanischen Gebieten, insbesondere mit dem Ätna auf Sizilien, wo er, wie man annahm, gemeinsam mit den Zyklopen als Gehilfen einen Großteil seiner Arbeit verrichtete. In anderen Mythologien gibt es als ihm entsprechende Prototypen bei den Skandinaviern Thor, oder Xipe bei den Mexikanern.



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Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Lewis Spence (1874-1955) wurde seinem enzyklopädischen Werk A dictionary of mythology - being a concise guide to the myths of Greece and Rome, Babylonia, Egypt, America, Scandinavia & Great Britain (Abb. 2) (S. 99) entnommen, das 1910 im Verlag Cassell & Company (London, New York, Toronto und Melbourne) erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de im April 2019 nach der digitalisierten Version des Buches bei Archive.org.

Fußnote:

  1. Red. Anmerkung: Zu den sagenhaften Metall-Objekten, die Hephaistos angeblich schuf, gehören auch einige, die wir heute den Bereichen der Hochtechnologie oder der Science Fiction zuordnen würden: so etwa zwei mechanische (goldene) Dienerinnen (Homer, Ilias 18, 417-420) und Talos, den Bronzeriesen, der Kreta bewachte (Bibliotheke des Apollodor 1, 9, 26), sowie (laut Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, 1841) "für die Götter wandelnde Dreifüße oder Tische, welche sich von selbst in den Speisesaal der Götter und nach dem Mahle wieder an ihren Ort zurückbewegten" (Quelle). Man könnte ihn also auch gewissermaßen als 'Roboter-Konstrukteur' bezeichnen!

Bild-Quellen:

1) Bibi Saint-Pol (Urheberin) bei Wikimedia Commons, unter: File:Hephaistos Thetis at Kylix by the Foundry Painter Antikensammlung Berlin F2294.jpg
2) Archive.org, unter: A dictionary of mythology... / Bild-Archiv Atlantisforschung.de