Isaac Asimov

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...und das Thema 'Atlantis'

Abb. 1 Links: Isaac Asimov auf einem Foto aus dem Jahr 1965; Mitte: das Frontcover der von ihm herausgegebenen Anthologie "Atlantis" (Originalausgabe, 1987); rechts: Das Frontcover der US-Ausgabe von H.R. Stahels Buch "Atlantis Illustrated" (1982), zu dem Isaak Asimov das Vorwort beisteuerte

(red) Wenn die Frage gestellt wird, wer der wohl bekannteste Science Fiction-Autor ist, dürfte sein Name der am häufigsten genannte sein: Issac Asimov (* 2. Januar 1920 in Petrowitschi, damals Sowjetrussland, als Исаáк Ю́дович Aзи́мов; † 6. April 1992 in New York City, USA [1])

Der wissenschaftlich ausgebildete Autor - Isaac Asimov war ein promovierter Biochemiker und lehrte dieses Fach zeitweilig (von 1949 bis 1958) an der Universität Boston -, der als Universalgelehrter galt, veröffentlichte insgesamt ca. 500 Bücher und mehr als 1600 Essays, wobei er keineswegs nur SF- und Fantasy-Literarur verfasste, sondern auch viele Sachbücher zu höchst unterschiedlichen Themen. Zudem gab er auch eine enorme Menge von Anthologien mit Beitragen anderer AutorInnen heraus und publizierte eine eigene Science Fiction-Zeitschrift. Im Verhältnis zu diesem beeindruckenden Gesamtwerk fällt Isaac Asimovs 'Output' in Sachen Atlantis zwar höchst bescheiden aus, sollte aber nicht unerwähnt bleiben:

Abb. 2 Hier das Frontover der Ausgabe vom November 1951 des Magazins Marvel Science Fiction (Foto: SKJAM Reviews)

Offenbar zum ersten mal taucht der Begriff 'Atlantis' 1951 in einer von Asimovs SF-Kurzgeschichten mit dem Titel "Shah Guido G." auf, die damals in der November-Ausgabe des Magazins Marvel Science Fiction (Abb. 2) erschien, und 1975 in dem Sammelband "Buy Jupiter and Other Stories" erneut aufgelegt wurde. Mit Platons versunkenem Reich hat Asimovs Atlantis nicht viel zu tun. Vielmehr handelt es sich dabei um die Bezeichnung für eine fliegende Insel, von welcher aus der Despot Guido Garshthavastra (alias Shah Guido G.) die Welt beherrscht. Sein Gegenspieler ist der Aristokrat Philo Plat, der insgeheim den auf den Sturz des Diktators hinarbeitet. Als Plat bemerkt, dass die Generator-Stationen, welche die Insel im Schwebezustand halten, am absoluten Limit ihrer Leistungsfähigkeit arbeiten, stellt er dem Despoten eine Falle. Er überzeugt ihn davon, die Techniker der Generator-Stationen würden gegen seine Herrschaft rebellieren. Um diesen angeblichen Aufstand im Keim zu erstcken, solle der Diktator einen Kampfkreuzer mit 'Waves' - den Angehörigen einer gleichnamigen weiblichen Elite-Sturmtruppe [2] - dorthin entsenden. Als sich Garshthavastra darauf einlässt, führt die zusätzliche Belastung der Generatoren durch die Masse des Kreuzers, wie von Plat vorhergesehen, zum Zusammenbruch der Energieversorgung. Die Insel Atlantis stürzt vom Himmel - und die Diktatur hat ein Ende. Asimov lässt diese Geschichte mit folgendem Wortspiel ausklingen: "Why, once more in history, Atlantis sank beneath the Waves."

1987 präsentierte er - gemeinsam mit Martin H Greenberg und Charles G Waugh - als Herausgeber die Anthologie "Atlantis" als Band 9 der Reihe Isaac Asimov's Magical Worlds of Fantasy. Zu dieser Anthologie, die u.a. Beiträge von Karen Anderson ("Treaty in Tartessos"), Robert E. Howard ("The Shadow Kingdom") und Ursula K. Le Guin (The New Atlantis) enthält, steuerte Asimov auch das Vorwort ("Introduction: The Lost City") mit einer Einführung in die Atlantis-Thematik bei.

Bereits einige Jahre zuvor (1982) hatte Isaac Asimov auch das Vorwort zur US-amerikanischen Ausgabe ("Atlantis Illustrated") von Hans Rudolf Stahels Sachbuch "So entstand Atlantis" verfasst; sein - wenn man so will - einziger bekannt gewordener Beitrag zur Atlantisforschung bzw. zur nicht-fiktionalen Atlantis-Literatur. Leider ist uns der Inhalt dieses Vorworts bisher noch nicht bekannt [3], aber schon die Tatsache, dass er als arrivierter und finanziell unabhängiger Schriftsteller bereit war, die Publikation eines völlig unbekannten Atlantis-Autors in den USA mit einem eigenen Vorwort zu unterstützen, legt nahe, dass Isaac Asimov der Annahme eines historisch existenten Atlantis und dessen Erforschung keineswegs so ablehnend gegenüberstand, wie andere Größen der Science Fiction, z.B. Lyon Sprague de Camp und Arthur C. Clarke.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Asaac Asimov" (Stand: 19. April 2017)
  2. Anmerkung: Die Bezeichnung 'Waves' ist eine Anspielung auf die historischen WAVES (Women Accepted for Volunteer Emergency Service) der United States Navy im II. Weltkrieg.
  3. Anmerkung: Sobald wir über entsprechende Informationen verfügen, werden wir sie hier als Addendum nachreichen.

Bild-Quellen:

1) Links: Phillip Leonian (New York World-Telegram & Sun; Urheber) / JoJan (Uploader) et al. bei Wikimedia Commons, unter: File:Isaac.Asimov01.jpg
1) Mitte: J. K. Potter (Urheber), Signet / New American Library, nach BPK2 (Uploader) bei Wikipedia - The free Encyclopedia, unter: File:Atlantis-anthology.jpg
1) Rechts: H.R. Stahel, "Atlantis Illustrated", New York City (Grosset & Dunlap), 1982 / Bild-Archiv Atlantisforschung.de
2) SKJAM! Reviews - Book and pop culture reviews by the man known as SKJAM!, 11. Januar 2015, unter: Magazine Review: Marvel Science Fiction November 1951 (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)