Marokko - Atlantis im Chott el Fedjaj

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Abb. 1 Einige 'Basics' seiner Atlantis-Theorie präsentiert HSM mit dieser Grafik auf einen Blick

(bb) Zu den Atlantisforschern der Gegenwart, die Nordafrika als geschichtlichen Schauplatz des platonischen Atlantisberichts betrachten, gehört HSM aus dem deutschsprachigen Raum, der im September 2001 seine Theorie im Internet unter geheimnis-atlantis.de (inzwischen nicht mehr online) vorstellte, aber leider auch aus seinem Namen ein Geheimnis gemacht hat. Dabei könnte er (oder sie?) durchaus mit 'offenem Visier' antreten. Seine Annahme, dass sich das historische Vorbild für Platons Atlantis im libyschen Chott (Schott) el Fedjai befunden habe, ist nämlich im Grundsatz fundiert, nachvollziehbar und anschaulich präsentiert. Bedauerlich, dass wir auf der genannten Homepage nicht mehr Einzelheiten zu dem dort vorgestellten Modell erfahren konnten, und uns mit wenigen Fragmenten und Basisinformationen zufrieden geben müssen.

Seine Überlegungen und Erkenntnisse präsentiert HSM zwar nicht gerade in Form einer ausgearbeiteten Theorie, aber seine Ideen erscheinen selbst dann diskussionsfähig, wenn man eine explizit "orthodoxe", schulbuchmäßige Betrachtungsweise der Vorgeschichte vertritt. Lediglich seine chronologische Einordnung (HSM akzeptiert Platons Zeit-Angaben und nimmt offenbar einen mesolithischen Ursprung der Atlantis-Legende an) sowie seine vorsichtige Frage nach der Möglichkeit eines 'apokalyptischen' Szenario im Gebiet der heutigen Wüste Sahara verraten einen gewissen Nonkonformismus. Doch lassen wir HSM selber zu Wort kommen. Hier die wesentlichen Textpassagen, die sich mit seinem Lokalisierungs-Modell für des historische Atlantis beschäftigen:

"Und er machte das MEER, gegossen von einem Rand zum anderen zehn Ellen weit rundherum und fünf Ellen hoch und eine Schnur von dreißig Ellen war das Maß ringsherum." (Altes Testament/ 1. Könige 7/ 23)

Abb. 2 Die in dieser Karte verzeichneten Brunnen und Oasen ließen sich zufälligerweise durch Linien verbinden. Wasser, Linien, befinden sich unter dem Sand der Wüste vielleicht doch Kanäle???

"Atlantis versank im Meer, nach unserer Überlieferung muss es riesig gewesen sein, allein die Fläche des Kanalsystems, eingeschlossen von Bergen, soll einer Fläche von 200 000 Quadratkilometern entsprochen haben!!! Auf der ganzen Welt existiert nichts unter Wasser das der Beschreibung standhalten könnte. Hierzu meine verwegene Überlegung. Wenn wir den Begriff MEER als kreisrunde Schale gelten lassen, können wir den Text anders interpretieren. Die Hauptstadt war rund, halb Wasser, halb Land, hatte einen Durchmesser von cirka 23 km und sah von oben aus, wie eine Zielscheibe. Wenn sich also der Bereich Hauptstadt mit dem Begriff MEER gleichsetzen lässt, besteht eine etwas andere Interpretationsmöglichkeit - nur das Machtzentrum ging unter und dort versank auch die I N S E L. Alles andere war Festland!!!" [1]

"Ziehen wir gedanklich eine Linie von West nach Ost über den Bereich Libyen- Ägypten und dann noch eine Linie nach Norden über das sogenannte Tyrrhenische Meer (Lage zwischen Sardinien und Italien) in Richtung Europa. Wenn wir den Kreuzungspunkt beider Linien betrachten werden wir feststellen, das ein Rechteck in diesem Bereich zu erkennen ist. (Abb. 1) Und zwar zwischen dem 5. und 10. Grad östlich des Nullmeridians sowie zwischen dem 30. und 35. nördlichen Breitengrad. Betrachten wir uns die Fläche etwas näher. Details erst einmal ignorieren (Sand, Sand, Sand). Die Größe der Fläche entspricht in etwa 350 x 550 km. Bei näherem hinsehen stellen wir fest, komplett von Bergen umgeben, die im Norden sind besonders hoch. Nehmen wir uns eine Karte mit einem kleineren Maßstab. Östlich vom Chott el Djerid befindet sich der Chott el Fedjedj, er liegt zwischen zwei Gebirgsrücken die in einer geschwungen Form den Salzsee umschließen, aber offen in West-Ost Richtung sind. Genau so muss die Lage der Stadt gewesen sein, offen zum Landesinneren und zum richtigen Meer. Der Abstand zwischen den beiden Gebirgszügen müsste an der breitesten Stelle in etwa 30 km betragen, der einzige Gebirgsdurchbruch der Gesamtfläche. Wenn jemals Wasser durch diese Einöde bis zum Mittelmeer gelangt ist, dann nur dort durch." [2]

"Tassili n´ Adjer ist ein Gebirge im Süden des großen östlichen Erg und heißt übersetzt Hochland der Flüsse (Mitten in der Sahara!!!). Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde angenommen, die Sahara gäbe es schon seit Menschen Gedenken. Das Tassili war eine der ersten Regionen, die durch Unmengen an Felszeichnungen von einer ganz anderen Epoche berichteten. Bilder von Elefanten, Giraffen und vielen anderen Tieren wurden entdeckt. Menschen, Götterwesen, Taucher, sogar eine ägyptische Barke wurde dem Fels anvertraut. 15oo km vom Atlantik, 15oo km von Ägypten und 9oo km vom Mittelmeer entfernt!!! Es stellt sich die unvermeidliche Frage, seit wann ist die Sahara die Sahara, den Bildern nach zu urteilen muss es vor wenigen Tausend Jahren noch ganz anders ausgesehen haben. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Ende der Eiszeit, trat eine langsame oder eine plötzliche Veränderung ein. Fand eventuell doch ein apokalyptisches Szenario statt?!?" [3]

Auch wenn HSM mit seiner Lokalisierung der Atlanter-Hauptstadt falsch liegen sollte, könnte sie uns einen weiteren Puzzlestein liefern, der dazu beitragen mag, tatsächlich das "Geheimnis Atlantis" zu lüften. Zumindest kann sie zum Verständnis der nordafrikanischen Atlantioi und der Geschichte dieser afro-atlantischen Megalithiker beitragen, die offenbar in enger Beziehung zu den west-mediterranen und iberischen Völkern des "Neolithikum" standen. Es bleibt zu hoffen, dass der Autor noch weiteres Material mit detailierteren Informationen zu seiner Theorie vorstellen wird.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: geheimnis-atlantis.de (nicht mehr online)
  2. Quelle: ebd.
  3. Quelle: ebd.

Bild-Quellen:

1) geheimnis-atlantis.de (nicht mehr online)
2) ebd.