Platons Atlantis auf der Cyrenaika

Aus Atlantisforschung.de
Wechseln zu:Navigation, Suche

Die Arbeitshypothesen des A. Petit

Abb. 1 Schemenhaft sind auf diesem Satellitenbild die rätselhaften Ring- Strukturen zu erkennen, die A. Petit als Grundriss der Atlanterhauptstadt identifiziert. Der helle Bereich am unteren Bildrand soll laut Petit´s Erkenntnissen vor 12.000 Jahren überschwemmt gewesen sein und heute noch nur etwa 30 cm über dem Meeresspiegel liegen.

Vorbemerkung: Dieser Text entspricht A. Petits Forschungsstand des Jahres 2002. Korrekturen und weitere Erkenntnisse ergeben sich aus dem Expeditionsbericht des Jahres 2006.

(bb) Eigentlich hatte A. Petit (Pseudonym), als er sich intensiv mit der Materie zu beschäftigen begann, die Absicht "den gesamten Mythos Atlantis als Unfug zu entlarven". Ein Versuch, der - wie er es selber ausdrückt - "kläglich gescheitert" ist, und mit der Entwicklung einer eigenständigen, komplexen Atlantis-Theorie endete. Die Ergebnisse seiner Studien und Recherchen hatte der Autor bereits Jahr 2002 zu einem mehr als 100 Seiten starken, mit hervorragenden Zeichnungen aus seiner Feder illustrierten, Manuskript zusammengestellt.

Eine ausführliche Atlantida-Exegese sowie Vergleiche mit Angaben alter Autoren, wie Homer und Diodorus Siculus, aber auch topographische, meteorologische, geologische, und biologische Evidenzen führen Petit zu der Schlussfolgerung: Platons Atlantis lag in der nord-afrikanischen Cyrenaika!

Die Cyrenaika ist heute ein trockenes, heißes Plateau aus Sand- und Steinwüsten, das zum größeren Teil auf libyschem, zum kleineren auf ägyptischem Territorium liegt. Im Osten "...des cyrenischen Plateaus befindet sich die Katarra-Senke, die über 130 Meter tief unter dem Meeresspiegel liegt und auf der gigantischen Fläche von 20 000 Qkm aus Salzsümpfen besteht." [1] Lebensfeindlich und wenig einladend für die Entwicklung einer frühen Hochkultur präsentiert sich diese Gegend in der Gegenwart. Lediglich im bergigen Nordwesten gibt es eine fruchtbare Region, Jebel el Akhdar ("grüne Berge"), die einen Eindruck davon vermittelt, dass es dort vor mehreren Jahrtausenden noch 'blühende Landschaften' gegeben haben muss.

Abb. 2 Das vermutliche Grab der legendären Tuareg- ("Targi"-) Königin Tin Hinan. War sie eine direkte Nachfolgerin der Könige von Atlantis?

"Was wir an dieser Stelle vorfinden, ist eine Hügelkette, die deutlich wahrnehmbar das cyrenische Plateau vom Sand-See von Calanscio abgrenzt. Sie verläuft parallel zu ihm und ragt in der Höhe ein wenig in die Ebene." [2] Eine hydrologische Karte, die Petit präsentiert, lässt weitere Details erkennen: "Unverkennbar führt eine Hauptablaufrinne von Norden nach Süden und spreizt sich in der Nähe der Hügelkette in entgengesetzte Richtungen. So, oder so ähnlich, müssen schon damals die Flußläufe gelegen, und sich über lange Zeit hinweg vertieft haben. Doch wie wir sehen versperrt die Hügelkette den Abfluß des Wassers, obwohl hier eigentlich ein Durchstich zum Meer sein sollte" [3] - wenn wir Platons Beschreibung als Maßstab anlegen.

Petits folgende Begründung für diese Diskrepanz erläutert gleichzeitig sein Modell für den Untergang der vermuteten Atlanter-Metropolis in der Cyrenaika. Dabei setzt er voraus, "dass die Stadt in einem Tal lag, das viele Wasserläufe in sich aufnahm, aber nur einen Kanal besaß, der sich ins Meer ergoß. Bei sintflutartigen Regenfällen ist die Konsequenz klar. In Verbindung mit einem Erdbeben (weitere Erdbeben sind für 250 und 365 n. Chr. überliefert) werden die Folgen noch verheerender:

Erdrutsche lassen Steine und Geröll in den einzigen direkten Kanal abgleiten. Diese behindern den Abfluß oder können ihn sogar ganz verstopfen. Im Wasser mitgeführtes Material, wie Baumstämme, Steine und Pflanzenreste, bleibt hängen und setzt sich fest. Außer zahlreichen Kadavern können sich auch ganze Schiffe darin verkeilt, und den vorigen Flußlauf endgültig komplett blockiert haben. Dieses nicht unwahrscheinliche Szenario fügt sich lückenlos in die vorliegende Geländeform. Der zu erwartende Effekt ist, daß sich die ganze Fläche vor der sperrenden Hügelkette viele Meter hoch mit den Wassermassen füllte und die Stadt Atlantis im wahrsten Sinne des Wortes untergegangen ist." [4]

Diese Katastrophe soll sich nach A. Petit. vor etwa 12 000 Jahren ereignet haben, so wie es bei Platon beschrieben wird. "Wenn das atlantische Volk sich so früh zu einer Hochkultur entwickelt haben soll, müßte es auch einen frühen Ursprung haben. Siedlungsreste aus der Altsteinzeit können dies bestätigen. Und tatsächlich gibt es bedeutende Funde aus der betreffenden Gegend, die diesen Verdacht erhärten. Weiterhin sind große Teile der libyschen Wüste mit prähistorischen Waffen und Werkzeugen übersäht. Außerdem gibt es fossiles Holz, das zwischen 6 bis 8 tausend Jahre alt ist. Die Menge der über 45 000 Höhlenzeichnungen und Gravuren spricht für sich. Eine der bekanntesten von ihnen zeigt sogar steinzeitliche Schwimmer in der Gegend von Gilf Khebir." [5]

Die folgenden Argumente sprechen nach A. Petit für die Richtigkeit seiner Atlantis-Lokalisierung auf der Cyrenaika:

  • "wir haben eine Region gefunden, die den [bei Platon] angegebenen Maßen entspricht"
  • "Form und Topografie stimmen überein"
  • "eine Reihe von Indizien belegen die Vermutung, daß es einmal eine Insel war"
  • "der relevante Zeitraum deckt sich mit den Anforderungen"
  • "geologisch spricht einiges für warme und kalte Quellen"
  • "verschiedenfarbige Steine sind als Baumaterial vorhanden"
  • "meteorologische Überlegungen begründen das beschriebene Klima"
  • "eine günstige Vegetation kann als bewiesen gelten"
  • "Flora und Fauna gleichen dem Text" [6]

Wie Petit ergänzend feststellt, gibt es allerdings zwei Inhaltliche Punkte in Platons Atlantis-Dialogen, die er mit seinen Mitteln und im Rahmen seiner Atlantis-These bisher nicht durch Evidenzen belegen konnte:

  • "Im Kritias-Dialog ist die Rede von intensivem Bergbau. Mangels entsprechender Informationen konnten dafür keine Belege gefunden werden. Das bedeutet jedoch nicht, daß es ihn nicht vor 12 000 Jahren gegeben haben könnte."

Nachtrag; neuere Satellitenbilder zeigen großflächige Grünfärbungen des Bodens in der Region. Dies weist deutlich auf Kupferoxidreste aus dem Tagebau hin.

  • "Außerdem werden die Berge im Norden als die damals höchsten und schönsten gerühmt. Auch das ist nicht der Fall, sie sind keine 1000 Meter hoch. Doch dazu sei gesagt, daß eine solche Beurteilung immer subjektiv bleibt. Wäre diese Einschätzung objektiv, hätte Atlantis am Fuß des Himalaya liegen müssen." [7]


Externa:

Das oben erwähnte Manuskript liegt inzwischen in Buchform vor, und ist auch online kostenfrei zu lesen:

A. Petit: "Notfall Atlantis: Verblüffende Erkenntnisse, reale Expedition und wirkliche Funde", 2007 - 128 Seiten

A. Petit, "Notfall Atlantis" (online)

Mehr zu A. Petits Atlantis-Theorie auf der Webseite: Expedition nach Atlantis


Update:

Expeditionsbericht zur Atlantis-Lokalisierung des A. Petit (Carina Marie Burgstaller)


Anmerkungen und Quellen

  1. Anmerkung: A. Petit erwägt, dass Homers Insel Scheria und das platonische Atlantis identisch sein könnten. (Manuskript, S. 71)
  2. Quelle: Unveröffentlichtes Atlantis-Manuskript von A. Petit (© 2002), S. 66
  3. Quelle: ebd., S. 67
  4. Quelle: ebd.
  5. Quelle: ebd., S. 72
  6. Quelle: ebd., S. 64
  7. Quelle: ebd.


Bild-Quellen

(1) Bild-Archiv A. Petit

(2) TIN HINAN - African Amazon Queen and famous Ancestress of the Tuaregs