Poseidonia

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Definition

Abb. 1 Eine künstlerische Rekonstruktion des großen Poseidontempels in der - historischen - Stadt Poseidonia in Italien. (Bild: Kupferstich aus Pierers Universal-Lexikon, 1891)

(red) I) Im Bereich der modernen Atlantisforschung stellt die Bezeichnung Poseidonia (Variation von: Poseidonis) eine phantasievolle Namensschöpfung für die Metropolis (Hauptstadt) von Atlantis dar.

II) Poseidonia oder Posidonia war zudem auch der ursprüngliche Name einer später, unter römischer Herrschaft, in Paestum umbenannten, antiken Stadt im kampanischen Italien. Gegründet wurde diese 'Poseidonstadt' vermutlich um 600 v.d.Z. von griechischen Siedlern aus Sybaris oder Troizen [1], die dort eine noch ältere, von ihren Besitzern aufgelassene Stadt übernahmen und ausbauten. [2] Wer die ursprünglichen Erbauer waren, ist bis heute ungeklärt. Der Athener Staatsmann Solon jedenfalls beschrieb Poseidonia als Stadt der Dorer, und der Überlieferung zufolge soll Odysseus dort während seiner Irrfahrt Station gemacht haben. [3] Etwa 400 v. Chr. eroberten die italischen Lucaner die reiche Stadt mit ihren prächtigen Tempelanlagen, deren Ruinen bis heute erhalten sind, und benannten sie in Paistos um. Doch die lucanische Periode der Stadtgeschichte war nicht von langer Dauer: Um 273 v.d.Z. wurde der Ort unter dem Namen Paestum zur Colonia des aufstrebenden römischen Reiches.

Der Niedergang von Paestum, das nach und nach an Wohlstand und Bedeutung verlor, vollzog sich bereits während der römischen Kaiserzeit, aber immerhin überstand die Stadt noch das Ende des Weströmischen Reiches. Nach Zerstörungen durch die Sarazenen im 9. Jahrhundert sowie durch die Normannen im 11. Jahrhundert wurde Paestum schließlich aufgegeben, wozu nicht zuletzt auch die zunehmende Versumpfung des Umlandes (ab ca. 500 n.d.Z.) und die daraus resultierende Malariagefahr beitrugen. Die alten Tempelanlagen, welche - ähnlich wie die präkolumbischen Stätten Mittelamerikas - von einer sich ungestört ausbreitenden Vegetation überwuchert wurden, gerieten völlig in Vergessenheit. Erst im Jahr 1752 wurden sie wieder entdeckt, und finden seitdem gleichermaßen das Interesse von Altertumsforschern und Touristen.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Dieter Mertens, "Städte und Bauten der Westgriechen", München 2006, S. 54
  2. Siehe: Mariana Starke, "Travels in Europe for the use of travellers on the continent and likewise in the island of Sicily. To which is added, an account of the remains of ancient Italy", 1833, S. 391
  3. Siehe: ebd.

Bild-Quelle: