Richard C. Hoagland

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Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Richard Charles Hoagland ist fest davon überzeugt, dass vormals außerirdische Intelligenzen in unserem Sonnensystem ihre Spuren hinterließen.

(red) Richard Charles Hoagland (Abb. 1) (* 25. April 1945 in Morristown, New Jersey) [1], ist ein US-amerikanischer Privatforscher und Autor, der vor allem als Verfechter der Annahme der Existenz von Relikten einer außerirdischen Zivilisation im Sonnnsystem (insbesondere auf dem Mars) und verwandter Themen sowie aufgrund seiner vehementen Kritik an der NASA bekannt geworden ist. Er gilt als einer der Pioniere der Xenoarchäologie und Areologie (alternative Marsforschung), wobei er z.B. nach wie vor von einem künstlichen Ursprung des so genannten 'Mars-Gesichts' ausgeht.

In jüngeren Jahren war Richard C. Hoagland u.a. als Raumfahrt-Museumskurator und freier Mitarbeiter der NASA in beratender Funktion tätig. Während der historischen Apollo-Missionen zum Mond war er wissenschaftlicher Berater der CBS News und des Fernsehjournalisten Walter Cronkite, welcher 1969 die Fernsehübertragung der Mondlandung moderierte. [2] . Bereits zuvor - in der Mitte der 1960er Jahre - hatte Hoagland publizistisch zur Popularisierung der Weltraum-Forschung beigetragen, u.a. durch die Konzeption der langen Radio-Nacht mit einer transkontinental übertragenen Sendung anlässlich des ersten Vorbeiflugs einer unbemannten Weltraum-Sonde der NASA - Mariner 4 - am Planeten Mars. Diese von Hoagland und WTIC-Radio, Hartford, Connecticut, koproduzierte, in der Nacht der Mars-Passage, am 15. Juli 1965, ausgestrahlte Sendung wurde nachfolgend für den Peabody Award nominiert, dem wohl prestigeträchtigsten Preis für herausragende journalistische Leistungen in der Fernseh- und Hörfunkproduktion in den USA.

Abb. 2 Die so genannte 'Pionieer-Plakette'. Richard Hoagland nimmt für sich in Anspruch, gemeinsam mit dem 2005 verstorbenen Wissenschafts-Journalisten Eric Burgess eine solche Nachricht der Menschheit an außerirdische Intelligenzen vorgeschlagen zu haben.

Umstritten ist die Frage, inwiefern Richard Hoagland In den frühen 1970er Jahren in die Entstehungsgeschichte der so genannten 'Pioneer-Plakette' (Abb. 2) involviert war. Nach Hoaglands Angaben haben er und der Wissenschafts-Journalist Eric Burgess gemeinsam dem Astronomen Carl Sagan vorgeschlagen, es möge an der Raumsonde Pioneer 10 eine Nachricht der Manschheit an mögliche außerirdische Finder des Geräts angebracht werden. [3] Die NASA-Sonde Pioneer 10 war der erste, unbemannte Raumflug-Körper der Menschheit, der - mit einer solchen Nachricht in Form einer goldbeschichteten Informations-Tafel aus Aluminium (Abb. 2) an Bord - nach seinem geplanten Vorbeiflug am Jupiter im Jahr 1973 das Sonnensystem verließ und in den interstellaren Raum vordrang.

Mit Sicherheit war Richard Hoagland jedenfalls einer der ersten [4] Forscher, der auf Grundlage der NASA-Daten, die im Verlauf der Voyager-Expeditionen gewonnen wurden, die Möglichkeit der Existenz von Leben in den Ozeanen unter dem Eispanzer des Jupitermondes Europa (Abb. 3) propagierten. Mit einem Aufsehen erregenden, durch diverse Meldungen der Presseagenturen UPI und AP einem breiten Publikum bekannt gewordenen, 30-seitigen Artikel, welcher 1980 im Star & Sky Magazine erschien, sorgte Hoagland für die Popularisierung dieser Idee. [5]

Abb. 3 Der Jupitermond Europa. Richard Hoagland machte die Vorstellung populär, dass in den Ozeanen unter seiner Eiskruste Leben existieren könne.

Zu jener Zeit war die Vortellung von Leben auf Europa eine Annahme, die von fast allen Wissenschaftlern abgelehnt und lächerlich gemacht wurde. Zu den rühmlichen und erwähnenswerten Ausnahmen gehörten damals Dr. Robert Jastrow, der Direktor des Goddard Institute for Space Studies, und Arthur C. Clarke, der prominente britische Physiker, Science-Fiction-Autor und Visionär. In dem von ihm geschriebenen Roman Odyssee 2010: das Jahr, in dem wir Kontakt aufnehmen" verarbeitete Clarke das Konzept von Leben in den eisbedeckten Ozeanen von Europa, wozu er notierte: "Die faszinierende Vorstellung, dass es auf Europa Leben geben könnte ... wurde erstmals von Richard C. Hoagland [...] im Magazin Star & Sky vorgeschlagen ... Dieses wirklich brillante Konzept ist von einer Anzahl von Astronomen ernst genommen worden (insbesondere von Dr. Robert Jastrow vom Institut für Weltraum-Studien der NASA), und mag eines der besten Motive für die geplante GALILEO-Mission liefern." [6]

In den frühen 1990er Jahren leitete Hoagland ein Team von Freiwilligen und Beratern, das an der Dunbar Senior Highschool in Washington D.C. ein experimentelles Raumfahrt-Unterrichtsprojekt entwickelte. Dieses Experiment erfolgte im Rahmen eines Modells zur Einbeziehung von Studenten in die Planung von und Datensammlung bei diversen planetaren Erkundungs-Missionen und anderen Projekten der NASA, wie z.B. Hubble und dem vom Pech verfolgten Mars Observer.

Abb. 4 Das Frontcover von Richard Hoaglands, in diversen Auflagen erschienenem Hauptwerk zum Problem der vermutlich artifiziellen Strukturen auf dem Mars

An diesem, mit state-of-the art-Technologie ausgerüsteten, Studienprojekt beteiligten sich im Verlauf der folgenden Jahre auch zahlreiche hochkarätige Angehörige der NASA-Zentrale und des Goddard Space Flight Center, die z.B. Briefings der Studenten zu vielen laufenden NASA -Projekten durchführten. [7]

Seit 1983 hat Richard Hoagland federführend an einer kritischen, von staatlichen Stellen unabhängigen Analyse von Daten der NASA und anderen Raumfahrt-Organisationen zu vermutlich artifiziellen Strukturen auf Himmelskörpern unseres Sonnensystems mitgewirkt. Einen Schwerpunkt seiner diesbezüglichen Arbeit bildet die xenoarchäologische Erforschung des Mars und vor allem der dortigen Cydonia Region. Die Auswertung besagter Daten - beginnend mit jenen, die im Rahmen der unbemannten VIKING-Missionen im Jahr 1976 gewonnen wurden - hat ihn davon überzeugt, dass sich auf dem Mars, auf dem Erdmond [8] und vermutlich auch an anderen Orten im Sonnensystem tatsächlich Reflikte einer offenbar raumfahrenden außerirdischen Zivilisation befinden. Seine Ansichten und Erkenntnisse in Sachen Marsforschung veröffentlichte er 1987 erstmals in Buchform in einem Werk mit dem Titel The Monuments of Mars: A City on the Edge of Forever (Abb. 4). [9] Der NASA wirft er vor, entsprechende Informationen geheim zu halten. Ihre Politik werde seit langem von klandestin operierenden Macht- und Interessengruppen gesteuert, die einen offenen Umgang mit den inzwischen gewonnenen Erkenntnissen verhindern. [10]

Ein zentrales Projekt von Richard C. Hoagland, der sich engagiert für eine "Demokratisierung des Weltraums" und dessen Erkundung einsetzt, ist die von ihm 1996 gegründete Enterprise Mission. Dieses Projekt erforscht u.a. die Stellung der Menschheit im Universum, und führt eine inwischen über vier Jahrzehnte hinweg bestehende Tradition der Untersuchung von Berichten über Anomalien weiter, welche darauf hindeuten, dass das Sonnensystem bereits in weit vorgeschichtlicher Zeit Aufenthaltsort außerirdischer Intelligenzen war. [11]


Externa

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Anmerkungen und Quellen

Vorwiegend verwendetes Material:

Fußnoten:

  1. Siehe: "Mars Pathfinder Conspiracy", Coast to Coast AM, 17. Juni 1997 (Audio nach Archive.org); sowie: Richard C. Hoagland auf Facebook (alle Links abgerufen: 5. Sept. 2014)
  2. Quellen: Coast to Coast AM, unter: guests - Richard C. Hoagland; sowie: Biblioteca Pleyades, unter: Richard C. Hoagland (Links abgerufen: 06.09.2014)
  3. Anmerkung: Bei Biblioteca Pleyades (op. cit.) wird hervorgehoben, dass Sagan die Angaben zum Usprung der Idee für die Pioneer-Plakette in einem Artikel im Wissenschaftsjournal Science (175 [1972], 881) bestätigt habe. Dagegen heißt es auf der Debunker-Webseite "Bad Astronomy" des Astronomen und Pseudoskeptikers Phil Plait, dass sowohl Sagan als auch Burgess Hoagland in dieser Angelegenheit allenfalls eine 'Nebenrolle' zubilligten (siehe: Phil Plait, op. cit., unter: Hoagland's Credentials; abgerufen: 7. Sept. 2014).
  4. Anmerkung: Wie Plait (op. cit.) - vermutlich zu Recht - feststellt, gebührt die Ehre der eigentlichen Erstveröffentlichung in Sachen 'Leben auf Europa?' offenbar dem Biophysiker Benton Clark. Auf einer Konferenz zum Thema "Life in the Universe", die am 19. und 20. Juni 1979 im Ames Research Center der NASA stattfand, hatte Clark einen Vortrag mit dem Titel "Sulfur: Fountainhead of Life in the Universe..." (Schwefel: Urquell des Lebens im Universum...) gehalten. Laut Plait erklärte der Biophysiker in seinem Referat, "wie Schwefel die Rolle von Sauerstoff spielen könne, und dass Tiefsee-Vulkanemissionen alle notwendigen Ingredientien für ein sich selbst tragendes Ökosystem zur Verfügung stellen könnten. Im letzten Teil seines Vortrags sprach Clark die Möglichkeit an, dass das in unter der Oberfläche befindlichen Ozeanen [...] auf den eisigen Monden in unserem Sonnensystem, einschließlich Europa, Ganymed und Callisto, Leben existieren könne." (Plait, op. cit.; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
    Irgendwelche nennenswerte Reaktionen oder Diskussionen hat Clarks Vortrag, der seinerzeit offenbar nur von einer Handvoll Experten zur Kenntnis genommen wurde und ansonsten völlig unbekannt blieb, jedenfalls nicht hervorgerufen. Es ist Hoagland also kein 'Strick daraus zu drehen', dass er sich für den Urheber dieser Idee hielt. Das selbe gilt auch für Arthur C. Clarke, der ebenfalls Hoagland als den ersten Forscher ansah, der 'Leben auf Europa' thematisierte (siehe dazu oben die Fortsetzung des Textes). Last but not least sei hier an einen Ausspruch von Sir Francis Darwin (1848–1925) erinnert, der feststellte: "In der Wissenschaft gebührt der Ruhm demjenigen, der die Welt von einer Idee überzeugen kann, nicht demjenigen, der die Idee zuerst hatte."
  5. Quellen: o.A., Biblioteca Pleyades, unter: Richard C. Hoagland; sowie: Phil Plait, Bad Astronomy, unter: Hoagland's Credentials
  6. Quelle: o.A., Biblioteca Pleyades, unter: Richard C. Hoagland
  7. Quelle: ebd.
  8. Siehe dazu z.B.: o.A., "FORMER NASA SCIENTIST CLAIMS THERE’S LIFE ON THE MOON!", 2. Nov. 2010, bei AMERICAN MONSTERS (abgerufen: 08. Sept. 2014)
  9. Anmerkung: Eine deutschsprachige Ausgabe erschien 1994 im Herbig Verlag unter dem Titel "Die Mars Connection - Monumente am Rande der Ewigkeit".
  10. Siehe dazu: Richard C. Hoagland und Michael Bara, "Dark Mission - The Secret History of the National Aeronautics and Space Administration", Feral House, 2007 (Neuauflage 2009)
  11. Quelle: o.A., americanantigravity.com, unter: Enterprise Mission

Bild-Quellen:

1) Nexus-Magazin.de, unter: Richard C. Hoagland (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Biblioteca Pleyades, unter: Richard C. Hoagland
3) Sobi3ch et. al. bei Wikimedia Commons, unter: File:Europa-moon.jpg
4) Bildarchiv Atlantisforschung.de