Roger Dévigne

Aus Atlantisforschung
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Forscher- und Autorenportrait

Abb. 1 Roger Dévigne (1885-1965)

(red) Der französische Journalist, Volkstumskundler, Schriftsteller und Poet Roger Dévigne (Abb. 1) (*11. September 1885 in Angoulême - ✝28. Oktober 1965 in Paris) [1] gehörte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu den wichtigsten Persönlichkeiten der Atlantisforschung in Frankreich.

Bekannt wurde Dévigne vor allem durch sein literarisches Schaffen - er war mit vielen bedeutenden Schriftellern, Dichtern, Theaterleuten und Künstlern aus anderen Bereichen eng befreundet, wie etwa Louis Jouvet und Jean Jacques Brousson - sowie aufgrund seiner Verdienste um die Förderung zeitgenössischer französischer Literatur, u.a. als Gründer und Leiter diverser Literatur-Zeitschriften, aber auch als Literaturkritiker und Theaterkolumnist. 1950 beteiligte er sich gemeinsam mit Henri Dontenville, André Breton, Tristan Tzara und Joseph Delteil an der Gründung der Société de Mythologie Française (Französische Gesellschaft für Mythologie).

Abb. 2 Das Frontcover der jüngsten Ausgabe (2013) von Dévignes Hauptwerk zum Thema 'Atlantis'

Roger Dévignes herausragende Bedeutung für den französischen Literaturbetrieb seiner Zeit lässt sich auch anhand der besonderen Ehrungen erkennen, die ihm zuteil wurden. So wurde er 1925 zum Ritter der Ehrenlegion (Légion d’honneur) ernannt, und 1937 zu deren Offizier. Die Académie française verlieh ihm den Prix Alfred Née für sein literarisches Gesamtwerk. [2]

In Hinsicht auf Dévignes Atlantisforschung bemerkenswert ist nicht zuletzt die Tatsache, dass er an der Sorbonne (Pariser Universität), wo er seinen Bachelor-Grad (licence de lettres) erworben hatte, auch atlantologische Vorlesungen hielt. [3] 1926 gehörte er zusammen mit Paul Le Cour zu den Gründungsmitgliedern der Société d'études atlantéennes (Gesellschaft für Atlantis-Studien) in Paris. Allerdings kam es zwischen ihm und Le Cour schon bald zum Zerwürfnis. Während Dévigne eine wissenschaftliche Herangehensweise an die Erforschung des Atlantis-Problems befürwortete, vertrat Le Cour einen eher metaphysischen bzw. esoterischen Ansatz und verließ schließlich mit seinen Anhängern die Gesellschaft, um mit ihnen einen eigenen Zirkel (die Societé Francais d’Atlantologie) aufzubauen. [4]

Was Publikationen in Sachen 'Atlantis' betrifft, hinterließ Roger Dévigne im Wesentlichen nur ein besonders bekannt gewordenes Werk, nämlich sein 1923 erstveröffentlichtes und wiederholt neu aufgelegtes Buch (Abb. 2) "Un continent disparu: l'Atlantide, sixième partie du monde" [5], das auch in spanischer Sprache erschien. Dieses Buch ist, wie Tony O’Connell in der Atlantipedia bemerkt, "ein Spiegelbild des Denkens seiner Zeit, in dem ein Atlantis im Atlantik mit Verbindungen zu Amerika und Ägypten befürwortet wird." [6]


Atlantologische Werke


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipédia - L'encyclopédie libre, unter: Roger Dévigne (abgerufen: 7. Februar 2015)
  2. Quelle. ebd.
  3. Quelle: ebd.
  4. Quellen: Tony O’Connell, "Dévigne, Roger (i)", 7. Juni 2010, bei: Atlantipedia.ie; sowie: Ders. "Le Cour, Paul"(abgerufen: 7. Februar 2015)
  5. Siehe: Roger Dévigne, "Un continent disparu: l'Atlantide, sixième partie du monde", G. Crès et cie, 1923
  6. Quelle: Tony O’Connell, op. cit. (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) Tony O’Connell, Atlantipedia.ie, unter: "Dévigne, Roger (i)"
2) Editions Alexandre Moryason / Bildarchiv Atlantisforschung.de