Tír na nÓg

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Tír na nÓg und die Ander(s)welt

Abb. 1 Der Held Oisín und seine überirdische Begleiterin Niamh auf ihrer Reise nach Tír na nÓg (Illustration von Stephen Reid in T. W. Rollestons "The High Deeds of Finn" aus dem Jahr 1910)

(red) In der irischen Mythologie und Folklore ist Tír na nÓg (tʲiːɾˠ n̪ˠə ˈn̪ˠoːɡ; das "Land der Jungen") oder Tír na hÓige ("Land der Jugend") der Name eines wichtigen Ortes oder Bereichs in der sogenannten 'Ander(s)welt'. [1] Weitere altirische Namen für die Ander(s)welt oder dortige Gebiete sind u.a.: Tír Tairngire ("Land der Verheißung / Verheißenes Land") [2], Tír fo Thuinn ("Land unter den Wellen") [3] Mag Mell ("Ebene des Entzückens" / "Entzückende Ebene") [4] Ildathach ("Vielfarbiger Ort") [5] und Emain Ablach ("Insel der Apfelbäume").

Diese Bezeichnungen lassen aus Sicht nonkonformistischer Atlantisforschung Überlegungen zu Querverbindungen zur altgriechischen Mytho-Geographie ("Gärten / Äpfel der Hsperiden", die "Inseln der Seligen" usw.) sowie zu Details aus Platons Atlantisbericht zu, die an anderer Stelle abgehandelt werden sollen. Hier zunächst einige Basis-Informationen.

Tír na nÓg wird als in den alten irischen Legenden als übernatürliches Gefilde ewiger Jugend, Schönheit, Gesundheit, des Überflusses und der Freude dargestellt. [6] Bewohnt wird es von den Tuatha Dé Danann, übermenschlichen oder sogar göttlichen Wesenheiten des vorchristlichen Irland. [7] In den Erzählungen der Echtra ("Abenteuer", ein Typus der altirischen Literatur) und Immram ("Reise") besuchen diverse mythisch-legendäre Helden Tír na nÓg nach einer Reise, bisweilen auch auf Einladurg eines seiner Bewohner. Sie erreichen es, indem sie alte Hügelgraber oder Höhlen betreten, oder aber unter Wasser bzw. auf dem Seeweg. [8] [9]

Überlieferungen

Abb. 2 Fionn Mac Cumhail (links, abgebildet auf einem Gemälde von Stephen Reid, 1932) gelangte durch den Cairn auf dem Berg Slievenamon (rechts) bis an die Schwelle der 'Ander(s)welt'. (Zur Vergrößerung bitte das Bild anklicken!)

Das mysteriöse Tír na nÓg ist vor allem durch die tragische Geschichte von Oisín und Niamh Cinn Oir (Abb. 1) in Erinnerung geblieben. [10] In dieser Legende verlieben sich Oisín (ein menschlicher Held) und Niamh (eine Elfenfrau aus der Ander(s)welt). Sie bringt ihn auf ihrem magischen Pferd Embarr, das sich auch über das Wasser bewegen kann, nach Tír na nÓg. Nachdem die beiden nach dortiger Zeit drei Jahre in Niamhs Heimat verbracht haben, bekommt Oisín Sehnsucht nach seinem Zuhause and möchte wieder nach Irland. Niamh entspricht schweren Herzens seinem Wunsch und gibt ihm ihr Zauberpferd, um ihm den Rückweg zu ermöglichen. Allerdings warnt sie ihn ausdrücklich davor, dort den Erdboden zu berühren. Wieder zurück in Irland muss Oisín feststellen, dass dort nicht drei, sondern 300 Jahre vergangen sind. Er fällt vom Pferd, beginnt rasend schnell zu altern und stirbt. [11]

Ein weiterer sagenhafter Held Irlands, der in die Ander(s)welt vordrang (oder es zumindest versuchte), war Fionn Mac Cumhail (Abb. 2, links), der Anführer der legendären Fianna, welcher im Mittelpunkt der Erzählungen des nach ihm benannten 'Finn-Zyklus' steht. Fionn gelangte offenbar eher zufällig an die Schwelle des 'Elfenlands', als er auf der Jagd in einen Cairn auf dem Gipfel des Berges Slievenamon (Abb. 2, rechts) eindrang, der anscheinend eines der Tore in die 'Andere Welt' war. Dieser Berg (irisch: Sliabh na mBan, d.h "Berg der Frauen", im Süden des hutigen County Tipperary gelegen) ist ein Ort, der auch in anderer Hinsicht mit den 'Elfen' (Tuatha Dé Danann) und ihrem Reich in Verbindung gebracht wurde. So soll dort z.B. Eochaid Airem, Hochkönig von Irland, dem Togail Bruidne Da Derga zufolge einen Feenhügel aufgegraben haben, um seine geliebte Gattin Étaín wiederzufinden.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag basiert auf dem Lemma "Tír na nÓg" bei Wikipedia - The Free Encyclopedia (Stand: 15. Januar 2017). Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Weiterbearbeitung durch Atlantisforschung.de.

Fußnoten:

  1. Siehe: John T. Koch, "Celtic Culture: A Historical Encyclopedia", ABC-CLIO, 2006, S. 1671
  2. Siehe: ebd.; sowie: James MacKillop, "A dictionary of Celtic mythology", Oxford University Press, 1998
  3. Siehe: John T. Koch, op. cit.
  4. Siehe: John T. Koch, op. cit.
  5. Siehe: Patricia Monaghan, "The Encyclopedia of Celtic Mythology and Folklore", Infobase Publishing, 2004, S. 358, 368
  6. Siehe: John T. Koch, op. cit.
  7. Siehe: John T. Koch, op. cit.
  8. Siehe: John T. Koch, op. cit.
  9. Anmerkung bei der englischsprachigen Wikipedia: "This story of Oisín and Niamh bears a striking similarity to many other tales, including the Japanese tale of Urashima Tarō. [...] Francis Hindes Groome recorded another such tale in his Gypsy Folk Tales. [...] Another Version concerns King Herla, a legendary king of the ancient Britons, who visited to the Otherworld, only to return some two hundred years later after the lands had been settled by the Anglo-Saxons. The >Seven Sleepers of Ephesus<, a group of Christian youths who hid inside a cave outside the city of Ephesus around 250 AD, purportedly awoke approximately 180 years later during the reign of Theodosius II."
  10. Siehe: T.A. Rolleston, "Celtic Myths and Legends", Courier Dover Publications, 1990
  11. Siehe: Patricia Monaghan, op. cit.

Bild-Quellen:

1) Csemerick bei Wikimedia Commons, unter: File:15 They rode up to a stately palace.jpg (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Links: Stephen Reid (Urheber) / Thomas Gun (Uploader) bei Wikimedia Commons, unter: File:Finn Mccool Comes to Aid the Fianna.png
2) Rechts: kevin higgins, bei Wikimedia Commons, unter: File:Slievenamon Summit Cairn - geograph.org.uk - 1407397.jpg