Was ist Atlantologie? (II)

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Atlantologie, das Studium von Atlantis

von Egerton Sykes (1894-1983)

Abb. 1 Der Brite Egerton Sykes (1894-1983) - hier ein Pressefoto aus dem Jahr 1968 - gehörte Mitte des 20. Jahrhunderts zur Elite und Avantgarde der modernen Atlantologie.

Im frühen 20. Jahrhundert steckten viele der geachteten Wissenschaften von heute noch in ihren Kinderschuhen, doch mit der Zeit, mittels Versuch und Irrtum, entwickelten sich diese, sich abmühenden Wissenschaften, und etablierten ein akzeptables Rahmenwerk für das Studium unseres Universums und dem, was sich darin befindet.

Atlantologie war schon immer - und ist es noch - eine Wissenschaft der Kooperation, in welcher Gelehrte aus vielen unterschiedlichen Fachgebieten, darunter Anthropologie, Archäologie, Astronomie, Biologie, Kartographie, klassische Literatur, Diffusionismus, Ägyptologie, Geographie, Geologie, Geschichtswissenschaft, Hörbigers Theorie [1], Linguistik, Mathematik, Metaphysik, Mythologie, Ozeanographie und Religion, alle ihre Beiträge zu diesem Fachgebiet leisten.

Unglücklicher Weise wurde die Atlantologie schon früh in ihrer Entwicklung von Okkultisten und Spiritisten 'gekidnapped', und die Welt der Wissenschaft, die mit ihren eigenen Wachstumsschmerzen zu kämpfen hatte, schaute nur kurz über ihre Schulter, zuckte die Achseln und zog zielstrebig weiter voran. Das war ein 'survival of the fittest' in einer großen bösen Welt, und die unterentwickelte Atlantologie war gezwungen, für beinahe ein Jahrhundert Staub zu schlucken. Es war wohl bekannt, dass das Studium der Atlantologie einem die Reputation als Wissenschaftler ruinieren konnte.

Atlantologen müssen selbst offenkundig phantastische Ideen kritisch untersuchen, welche keine wissenschaftliche Basis haben, um herauszufinden, ob sie einen, wenn auch nur kleinen, Kern der Wahrheit enthalten, oder ob nicht. Man muss sich in Erinnerung rufen, dass im Altertum viele Kenntnisse einen Teil ritueller Mysterien von Initiierten bildeten und mündlich als Geheimlehren weitergegeben wurden. Es ist möglich, dass einige Fragmente dieses nur für Eingeweihte bestimmten Wissens, wenn auch stark verzerrt und in ihrer Form modernisiert, bis zum heutigen Tage weiter existiert haben.

1959 stellte Arthur Louis Joquel II. fest: "Die Legende von dem verschollenen Kontinent Atlantis ist die faszinierendste Saga, die der Mensch jemals gekannt hat. Das Motiv von der großen Insel im Atlantischen Ozean, welche mit all ihren Menschen und ihrem Reichtum an einem einzigen Tag des Erdbebens und der Flut zerstört wurde, hat über mehrere tausend Jahre hinweg jeden neugierig gemacht, der von ihr gehört hat. Es gab hitzige Auseinandersetzungen und Debatten darüber, ob Atlantis jemals wirklich existiert hat, oder ob nicht, und falls dem so war, wo und wie lange her dies war. Mehr als zweitausend verschiedene Bücher und Artikel sind dazu geschrieben worden; es hat Atlantis-Gesellschaften und Magazine gegeben. Etliche Filme basierten darauf, und Expeditionen haben zu Lande und zur See danach gesucht."

Atlantologie ist schon eine Wissenschaft — nicht eine Wissenschaft als ein bereits anerkanntes Faktum — aber eine Wissenschaft als ein Ziel, auf das wissenschaftliche Forschungen gerichtet werden. Unter Atlantologen ist Koordination und Kooperation zwischen Spezialisten aus vielen unterschiedlichen Disziplinen essentiell und absolut zwingend erforderlich.


Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Egerton Sykes wurde den Webseiten seachild.net - The Official Authorized Website of Egerton Sykes´ Atlantology entnommen, wo er in der Rubrik "Scientific Atlantology" erschienen ist. Übersetzung ins Deutsche und redaktionelle Bearbeitung durch Atlantisforschung.de.

  1. Red. Anmerkung: Egerton Sykes war lange Zeit ein Anhänger der heute konsensual als in wesentlichen Teilen widerlegt geltenden 'Welteislehre' des österreichischen Ingenieur Hanns Hörbiger (1860-1931), und gründete u.a. 1945 in Kairo (provisorisch) und 1947 in Großbritannien das Hörbiger Institut neu. Vor dem Hintergrund der wissenschafts- und atlantologiegeschichtlichen Entwicklung erscheint es heute jedenfalls notwendig, in der obigen Auflistung "Hörnigers Theorie" durch den allgemeineren Begriff 'Katastrophismus' bzw. 'Neo-Katastrophismus' oder auch 'Cenokatastrophismus' zu ersetzen.


Bild-Quelle

(1) Atlantis Online, unter: EGERTON SYKES - World-Renowned Atlantologist (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)