'Indian Pygmies and Giants' - American Anthropologist, 1905

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Eine Einführung zur nachfolgenden Dokumentation

Abb. 1 Henry Wetherbee Henshaw (1850-1930) schuf das Standard-Statement der US-Mainstream-Archäologie zur angeblichen Nicht-Existenz prähistorischer Riesen und Zwerge in Nordamerika.

(red) Nachfolgend dokumentieren wir zu Forschungs- und Studienzwecken einen kurzen Text-Auszug mit dem Titel "Indian Pygmies and Giants", der im Jahr 1905 als Bestandteil eines längeren Artikels [1] in der Fachzeitschift American Anthropologist, dem wissenschaftlichen "flagship journal" der American Anthropological Association (AAA) erschienen ist.

Dieser Abschnitt des von Henry Wetherbee Henshaw (Abb. 1) - einem Mitarbreiter des Bureau of Ethnology - verfassten Artikels, der offenkundig in der Absicht veröffentlicht wurde, die Annahme prähistorischer Riesen [2] und Zwerge/Pygmäen [3] in Nordamerika als unsinnig darzustellen, macht auf exemplarische Art und Weise deutlich, welch geradezu erschreckende Oberflächlichkeit der Ablehnung dieser Annahme durch Fachwissenschaftler (nicht nur) in den USA zugrunde lag - und letztlich noch heute liegt. Eine kritische Analyse des Textes, der als scheinwissenschaftliche Desinformation einzustufen ist, befindet sich in Vorbereitung.

Es soll allerdings schon hier darauf hingewiesen sein, dass Henshaw in einer Fußnote auf Seite 112 des Otiginaltextes bemerkt: "For details respecting the dwarfs of Tennessee see Haywood, Natural ond Aboriginal History of Tennessee, 1823; and Jones, Antiquities of Tennessee, 10, 1876."

Abb. 2 Der Geologe und Geograph George William Featherstonhaugh (1790-1866) wurde zum 'Vater' der Lehrmeinung, bei den vorzeitlichen Pygmäen Nordamerikas handele es sich nur um einen folkloristischen Mythos.

Was die letztgenannte Quelle betrifft, so ist vermutlich Joseph Jones´ "Explorations of the Aboriginal Remains of Tennessee" (Smithsonian Contributions to Knowledge, Washington City, 1876) gemeint - eine Abhandlung, die uns leider noch nicht vorliegt. Immerhin finden sich in einem 2009 erschienenen, in Sachen 'Tennessee-Pygmäen' ganz auf 'Partei-Linie' der Smithsonian Institution liegenden Buch [4] des Fachwissenschaftlers Kevin E. Smith (Middle Tennessee State University, Murfreesboro) und des Privatgelehrten James V. Miller recht ausführliche Hinweise auf - sowie Zitate von - Joseph Jones und George William Featherstonhaugh (1790-1866), der unten bei Henshaw kurz erwähnt wird. Es ist festzuhalten, dass die negativen Expertisen von Featherstonhaugh - der nur "einige der örtlichen Fundstätten besuchte, welche die kleinen Gräber hervorgebracht hatten" [5] (vermutl. im White County, Tennessee) und Jones, "der ebenfalls einen beträchtlichen Aufwand betreb, um der [Zwergen]-Story ein Ende zu machen" [6], die beiden wesentlichen Quellen sind [7] , die der bis heute in der US-amerikanschen Mainstream-Antropologie und -Archäologie vorherrschenden Ansicht zugrunde liegen, bei den prähistorischen Pygmäen Nordamerikas handele es sich lediglich um einen folkloristischen Mythos.

Höchst interessant ist jedenfalls die Lektüre des 1823 erschienenen - online frei abrufbaren - Werks "The natural and aboriginal history of Tennessee..." von John Haywood (1762–1826), auf welches Henshaw ebenfalls verweist. Haywood, der renommierte "Vater der Gechichtsschreibung Tennessees" entpuppt sich nämlich unverhofft als äußerst sachkundiger Befürworter der Annahme, dass sowohl das westliche als auch das östlliche Tennessee einst auch vor riesen- und zwergenhaften Völkerschaften bewohnt wurde. Dabei muss zugestanden werden, dass seine Argumentation für 'Zwerge in Tennessee' aus heutiger Sicht durchaus weniger hieb- und stichfest erscheint als jene in Sachen 'Riesen'. Und nun...


...der Text des prähistorische Riesen und Zwerge betreffenden Auszugs aus Henshaws Artikel von 1905



American Anthropologist, Volume 7, 1905 pg. 111.jpg
American Anthropologist, Volume 7, 1905 pg. 112.jpg


Annmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Siehe: Henry W. Henshaw, "POPULAR FALLACIES RESPECTING THE INDIANS", in American Anthropologist, Vol. 7, Issue 1, January-March 1905, S. 104–113
  2. Siehe zu diesen bei Atlantisforschung.de: Bernhard Beier, "Riesen im prähistorischen Nordamerika - Indizien und Belege", ff.
  3. Siehe zu diesen bei Atlantisforschung.de: Bernhard Beier, "Zwerge und Pygmäen in Nordamerika", Teil I und Teil II (Juni 2014)
  4. Siehe: Kevin E. Smith und James V. Miller, "Speaking with the Ancestors: Mississippian Stone Statuary of the Tennessee-Cumberland Region", University of Alabama Press, 2009, S.119ff.
  5. Quelle: Kevin E. Smith und James V. Miller, op. cit. (2009), S. 119 (Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  6. Quelle: ebd., S. 120
  7. Anmerkung: Diverse weitere historische Quellen finden sich in der tendenziell pseudoskeptischen Abhandlung: Kevin E. Smith, "TENNESSEE'S ANCIENT PYGMY GRAVEYARDS: THE 'WONDER OF THE WESTERN COUNTRY'", (ohne Datierung) bei academia.edu

Danksagung:

Die Redaktion bedankt sich bei dem Riesenforscher Micah Ewers aus den USA, der sie auf diesen historischen Text aufmerksam gemacht und ihr den hier wiedergegebenen Auszug zur Verfügung gestellt hat.

Bild-Quellen:

1) Materialscientist bei Wikimedia Commons, unter: File:Henry Wetherbee Henshaw 1904.JPG
2) Bobak bei Wikimedia Commons, unter: File:GeorgeWilliamFeatherstonhaugh.jpg