Achĕron

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Abb. 1 Die Seelen der Verdammten werden über den Fluss Achĕron geschafft. (Stich von Gustave Doré)

(red) In der Mythologie der alten Griechen war der Achĕron - neben dem Kokytos, der Lethe, der Mnemosyne, dem Pyriphlegethon sowie dem Eridanos und der Styx - einer der sieben Flüsse des Totenreiches in der Unterwelt.

Wie es bei uralten mythischer Überlieferungen häufig der Fall ist, finden sich auch zum Achĕron unterschiedliche Beschreibungen. Häufig wurde er als düsterer schwarzer Strom beschrieben, der nach Platon in gegenläufiger Richtung zum weltumspannenden Okeanos die Unterwelt durchfließt. Nach anderen Quellen soll er sich in einen unterirdischen See namens Acherusia ergossen haben. [1] Bisweilen wurde er aber auch selber als sumpfartiges, einem See ähnelndes Gewässer mit trägem Wellengang dargestellt.

Den Achĕron, der auch als "Fluss des Wehklagens" bezeichnet wurde, betrachtete man bei den Hellenen häufig als Grenz-Fluss des Hades, über den der dunkle Fährmann Charon die Seelen der Toten bringt. (Abb. 1) Nach anderen Auslegungen gibt es an diesem schrecklichen Fluss aber keinen Fährmann und "über ihn zurück führt keine Brücke", denn er begrenzt den Aufenthaltsort der Seelen böser Menschen, die nach ihrem Ableben in den Tartaros versetzt werden, welcher sich in den tiefsten Abgründen der Unterwelt befindet.

Auch zur Herkunft bzw. Entstehung des Achĕron existieren unterschiedliche Auslegungen. So soll er ursprünglich entweder ein Sohn der Urmutter Gäa und des Sonnengottes Helios, oder aber ein Sohn der Demeter (Ceres) gewesen sein, die ihn auf Kreta gebar. Von dort stieg er, da er die Dunkelheit liebte - nach anderen Quellen konnte er das Tageslicht nicht ertragen -, hinab in die ewige Nacht des Hades, wo er sich in einen Fluss verwandelte. Lange Zeit war sein Wasser hell und klar, doch dann gestattete er den Titanen, die sich im Krieg mit den Göttern des Olymp befanden, mit seinen Wassern ihren Durst zu stillen. Darüber ergrimmt, machte Zeus sein Wasser schwarz und bitter. [2] Aus der Verbindung des Achĕron mit der Nyx gingen die drei Furien Alekto Megära und Tisiphone hervor - aber zu deren Ursprung gibt es ebenfalls noch diverse andere Überlieferungen.


Anmerkungen und Quellen

Verwendetes Material:

Fußnoten:

  1. Anmerkung: Dies stellt gewissermaßen eine Verkehrung der Verhältnisse in der 'Oberwelt' dar. So existiert in Thesprotien, einer Landschaft in Epirus, auch ein Acheron genannter Fluss, der durch einen Sumpf namens Acherusia fließt und in das Ionische Meer mündet. Zudem trägt auch eine Höhle in der Nähe der Stadt Heraclea in Bithynien den Namen Acherusia, durch welche Herakles in die Unterwelt hinabgestiegen sein soll.
  2. Anmerkung: In einer weiteren Version der Mythe wandelte Achĕron noch als Götterspross über die Erde, als er die Titanen während ihres Aufstands gegen die Olympier mit Wasser versah, weshalb ihn Zeus in einen schlammigen Fluss verwandelte und ihn in die Unterwelt verbannte.

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