Alexander E. Strath-Gordon

Aus Atlantisforschung
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Forscherportrait

Abb. 1 Dr. Alexander E. R. Strath-Gordon (1873-1952)

(bb) Der Mediziner, Vortragsredner und Geheimdienstler Dr. Alexander Edmund Ronald Strath-Gordon (Abb. 1) (*12. Juni 1873 in Huntly, Aberdeenshire - +16. Juni 1952 in Vancouver, Washington) [1] war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Atlantisforschung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Der gebürtige Schotte ging in Rugby zur Schule, studierte danach an der University of Edinburgh und graduierte schließlich summa cum laude an der dortigen Edinburgh Medical School. Nachfolgend trat Strath-Gordon in die britische Armee ein und war zunächst in einer Garnison in der Nähe eines Stammes der Cree Indianer im nordwestlichen Kanada stationiert, wo er sieben Jahre verbrachte. Während des zweiten Burenkriegs diente er im Rang eines Majors als Sanitätsoffizier in Afrika. Nach Kriegsende begann er seine geheimdienstliche Tätigkeit für die Briten, die ihn in diverse Erdteile führte. [2]

Im Jahr 1904 bergann er einen ersten, längeren Aufenthalt in den USA und eröffnete in Seattle eine Arztpraxis, die er zehn Jahre lang betrieb. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 wurde er erneut Soldat und diente bis zur Kapitulation Deutschlands (1918) im Rang eines Colonels bei den britischen Streitkräften in Frankreich. Danach ließ er sich wieder in den USA nieder und wurde Leiter des britischen Pass-Amtes (British passport control service) in New York (wobei er vermutlich weiterhin als britischer 'Spion' aktiv war). 1934 wurde er pensioniert, erwarb die US-Staatsbürgerschaft und begann als Vortragsredner - u.a. zu Themen, wie vergleichender Mythologie und der Großen Pyramide von Gizeh - durch die Vereinigten Staaten und Kanada zu reisen. 1942, während des Zweiten Weltkriegs wurde er Ausbilder an der privaten Hill Military Academy in Portland. Danach war er bis zu seinem Tod im Jahr 1952 weiter als Vortragsredner tätig. [3]

Abb. 2 Das Frontcover einer Publikation von Dr. Strath-Gordon aus dem Jahr 1934

Bereits während seiner frühen Militärdienst-Zeit in der Nachbarschaft der Cree hatten ihm dort, wie Frank Joseph notiert, "die Ältesten von den Erinnerungen ihres Volkes an eine große Flut berichtet, welche vor langer Zeit eine große Insel verschlang, die Heimat ihres Volkes. Der Bericht der Cree entflammte Strath-Gordons lebenslanges Interesse an Atlantis, und im Verlauf seiner Weltreisen sammelte er ähnliche Überlieferungen auch bei anderen Völkern." [4] So hatte er schon früh eine beachtliche Sammlung von Sintflut-Mythen und ähnlichen Legenden aus aller Herren Länder zusammengetragen, wobei ihm sein enormes Sprachtalent zu Nutze kam: Strath-Gordon war in 32 Sprachen bewandert und konnte insbesondere mit Sanskrit-Kenntnissen aufwarten [5], was ihm auch den Zugang zu den alten Schriften Indiens eröffnete. "Im Verlauf des Jahres 1928 gründete Strath-Gordon in Orange, New Jersey, die Atlantean Research Society." [6]

Unter Bezugnahme auf Angaben von Christopher Volpe, einem Enkel Strath-Gordons, merkt Tony O’Connell an, dass dieser die Atlantean Research Society bereits 1906 in gegründet haben soll. "Diese Datierung steht im Widerspruch zum Gründungsdatum 1928, das Frank Joseph angibt. Ein von Strath-Gordon 1934 veröffentlichtes Buch bestätigt auf seinem Cover (Abb. 2) die Datierung [auf das Jahr] 1906 und verzeichnet ihn als Gründer und Präsidenten der Atlantean Research Society auf Lebenszeit. Das selbe Cover zeigt, dass er der Atlantean Research Society für das Jahr 1907 eine Adresse in Seattle zuschrieb. Ich denke, dass dieser Widerspruch erklärt werden kann, wenn wir annehmen, dass die Gesellschaft von Strath-Gordon ursprünglich 1906 in Seattle gegründet wurde, und dass er 1928 eine 'östliche Abteilung' in New Jersey etablierte." [7] O’Connell weist zudem darauf hin, "dass Strath-Gordon in den 1920er Jahren bei einer Reihe von Gelegenheiten Edgar Cayce traf, was Spekulationen hervorruft, dass er einige von Cayces Atlantis-Readings 'beeinflusst' haben könnte, eine Idee, die jeden Rationalisten ansprechen muss." Außerdem hatte Strath-Gordon "James Churchward als Mitglied in seiner Gesellschaft, was es ebenfalls wahrscheinlich macht, dass es eine 'Kreuzbestäubung' von Ideen zwischen ihnen gab!" [8]

Wie Dr. Alexander E. Strath-Gordons Ideen und Vorstellungen in Hinsicht auf Atlantis genau aussahen, war seitens der Verfasser bisher nicht in Erfahrung zu bringen, und auch seine Atlantean Research Society hat keine bis dato recherchierbaren Spuren hinterlassen. Vielleicht werden aber weitere geplante Nachforschungen noch einige zusätzliche Informationen erbringen.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: o.A., The Oregonian, 16. Jan. 1952, obituaries, S. 15; nach: Atlantean Research Society, 1930, Dr. A.E. Strath-Gordon, bei: Google Forum / Gruppen (abgerufen: 12. Feb. 2015)
  2. Quelle: ebd.
  3. Quellen: o.A., The Oregonian, 16. Jan. 1952, obituaries, S. 15; nach: Atlantean Research Society, 1930, Dr. A.E. Strath-Gordon, bei: Google Forum / Gruppen; sowie: Frank Joseph, "The Atlantis Encyclopedia", Career Press, S. 256-257; und: Christopher Volpe, "Imagining Atlantis", 27. September 2010, bei: Christopher Volpe - One artist/art historian's random take on the world's great paintings (alle abgerufen: 14. Feb. 2015)
  4. Quelle: Frank Joseph, op. cit.
  5. Quelle: ebd.
  6. Quelle: ebd.
  7. Quelle: Tony O’Connell, "Strath-Gordon, Alexander E. (a)", 11. Juni 2010, bei: Atlantipedia.ie (abgerufen: 14. Feb. 2015)
  8. Quelle: ebd.

Bild-Quellen:

1) Tony O’Connell, Strath-Gordon, Alexander E. (a), bei: Atlantipedia.ie (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)
2) Tony O’Connell, Document 151111 (N), bei: Atlantipedia.ie (Bild-Bearbeitung durch Atlantisforschung.de)