Arvid Gustaf Högbom

Aus Atlantisforschung
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Abb. 1 Dr. Arvid Gustaf Högbom (1857-1940)

(red) Dr. Arvid Gustaf Högbom (Abb. 1), geboren am 11. Januar 1857 in Vännäs, Västerbotten, verstorben 19. Januar 1940, ein Professor für Mineralogie und Geologie an der Universität Uppsala, Schweden, gehört zu den frühesten Verfechtern einer nordwesteuropäischen Atlantis-Lokalisierung in der modernen Atlantisforschung des 20. Jahrhunderts.

Arvid Gustaf Högbom war der Sohn des Kaplans Johan Gustaf Högbom und der Carolina Kjellerstedt. Seine Reifeprüfung legte er im Jahre 1876 ab, wurde 1880 ein Bachelor (B.Sc.) in Uppsala, erhielt dort 1884 sein Lizentiat und promovierte im Jahre 1885. Noch m selben Jahr wurde er zunächst außerordentlicher Professor für Geologie. Nach einer zwischenzeitlichen Professur für Mineralogie und Geologie an der Universität Stockholm lehrte er von 1896 bis 1922 diese beiden Fächer wieder an der Universität Uppsala. Zu dieser Zeit galt er bereits als einer der bedeutendsten Geologen Schwedens.

Prof. Dr. Högbom hat eine große Zahl von Arbeiten zu geologischen, geographischen, chemischen und meteorologischen Problemen veröffentlicht, und er bearbeitete Vol. III-XVIII des "Bulletins of the Geological Institution of Upsala" (1897-1922). Außerdem arbeitete er eng mit Svante Arrhenius zusammen, der 1903 den Nobelpreis für Chemie erhielt, und bereits 1890 die Theorie aufgestellt hatte, die massive Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Material könne die atmosphärische Temperatur der Erde erhöhen. Högbom engagierte sich zudem bei den Vorbereitungsarbeiten für den 11. Internationalen Geologischen Kongresses in Stockholm (im Jahr 1910). Des weiteren gehörte Arvid G. Högbom diversen schwedischen und internationalen Gelehrten-Vereinigungen an. So wurde er 1898 Mitglied der Gesellschaft der Wissenschaften in Uppsala, im Jahr 1905 wurde er von der schwedischen Akademie der Wissenschaften aufgenommen, und 1913 von der Akademie der Landwirtschaft.

Das atlantologische Werk von Arvid Gustaf Högbom muss erst noch vollständig aufgearbeitet werden. Jedenfalls wies bereits sein Landsmann und jüngerer Zeitgenosse Gunnar Rudberg (1880-1954) im Jahr 1917 [1] darauf hin, Högbom habe Atlantis in der heutigen Nordsee verortet. Dies geht auch aus einer späteren Publikation des schwedischen Geologen Hans Pettersson hervor, in der Högbom sich zudem als vehementer Gegner der 'Klassischen Atlantistheorie' einer versunkenen, mittelatlantischen Großinsel positionierte, deren Anhänger er als "Atlantomanen" bezeichnete. Von ihm - und nicht von Pettersson, wie häufig zu Unrecht kolportiert - stammt auch der bekannt gewordene Satz: "Platons Atlantis bei den Azoren ist geo-physikalisch eine Leiche, die kein Geologe, sei er noch so angesehen, ins Leben zurückführen vermag". [2] In jedem Fall war er mit seiner Nordsee-Lokalisierung von Atlantis ein echter Vorläufer der weitaus bekannter gewordenen Arbeiten von Jürgen Spanuth, der ihn jedoch - unserem bisherigen Kenntnisstand zufolge [3] - nur ganz am Rande erwähnt hat. [4]


Externum


Anmerkungen und Quellen

Hauptsächlich verwendetes Material:


Einzelverweise:

  1. Siehe: Thorwald C. Franke (Hrsg.), Gunnar Rudberg, "Atlantis and Syracuse" (Books on Demand Gmbh, Norderstedt, 2012, S.25
  2. Quelle: Hans Pettersson, "Atlantis und Atlantik", Wien, 1948, S. 63 (Orig: Göteborg, 1944); zitiert nach: Jürgen Spanuth, 1976, S. 425
  3. Anmerkung: Kenner des Spanuth´schen Gesamtwerks, die hierzu möglicherweise ergänzende oder korrigierende Hinweise liefern können, werden gegebenenfalls um diesbezügliche Mitteilung gebeten!
  4. Anmerkung: Siehe etwa Fußnote 2. Tony O’Connell verweist zudem auf Spanuths Erwähnung von Högboms Papier "Die Atlantisliteratur unserer Zeit" (in: Bulletin of the Geol. Institution of University of Upsala; Upsala, 1941) in der Bibliographie von "Das enträtselte Atlantis", Stuttgart, 1953


Bild-Quelle:

(1) Tony O’Connell, Högbom, Arvid Gustaf (N), in: Atlantipedia.ie (Bildbearbeitung durch Atlantisforschung.de)