Atlantis - Geologische Argumente für eine Großinsel im Mittel-Atlantik

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von unserem Gastautor Klaus Aschenbrenner

Nach wie vor sind viele Geologen der Meinung, daß im Bereich des Atlantischen Rückens keine Großinsel existierte. Und dies, obwohl es inzwischen eine ganze Reihe gewichtiger Argumente gibt, die für eine Absenkung des Meeresbodens im mittleren Atlantik sprechen. So stößt man beispielsweise an den Küsten sämtlicher Azoreninseln auf Geröllblöcke aus Granit, Quarz und Glimmerschiefer.

Abb. 1 Der Mittelatlantische Rücken zwischen den afrikanischen und südamerikanischen Kontinentalplatten. Gegen den geologischen Mainstream plädiert Klaus Aschenbrenner für die vormalige Existenz einer versunkenen Atlantis-Großinsel - und liefert Argumente.

Diese Gesteine sind vor vielen Millionen Jahren im Festland der Kontinentalplatten entstanden. Sie bilden sich keinesfalls aus dem Magma, das durch Spalten der Erdkruste in den Tiefseebereich quillt. Einige Geologen machen die Eiszeit für das Vorhandensein jener Felsblöcke verantwortlich. Ihrer Meinung nach sollen Eiszeitgletscher das Gesteinsmaterial dorthin transportiert haben. Sogar die Vermutung, daß ganze Schiffsladungen von Gestein an den betreffenden Stellen ausgekippt wurden, ist ein Erklärungsversuch, den Atlantisgegner ins Feld führen. Bohrungen werden vermutlich eines Tages beweisen, daß dieses Festlandgestein tatsächlich im Untergrund des Azorenplateaus zu finden ist. Doch nun zu den nächsten Hinweisen, die uns geologische Befunde geben.

Auf zahlreichen Gipfeln des Atlantischen Rückens, die heute zweitausend Meter unter dem Meeresspiegel liegen, stößt man auf Ablagerungen von typischen Flachwasserlebewesen wie etwa Korallen. Da aber Korallen nur bis zu einer Wassertiefe von vierzig Metern gedeihen, müssen wir uns fragen: Wie kommen die Korallenstöcke in jene große Tiefe? Ein Absinken des Meeresbodens um rund zwei Kilometer wäre die sinnvollste Erklärung. Sollte es ein Zufall sein, daß sich genau in dieser Tiefe das Azorenplateau befindet? Manches weist darauf hin, daß sich diese unterseeische Hochfläche noch vor 12 000 Jahren als Großinsel mit 80 000 Quadratkilometer Bodenfläche über dem Wasserspiegel befand. Beispielsweise die Tatsache, daß auf dem Plateau nicht Meeressedimente sondern große Mengen von Strandsand lagern.

Der Mittelatlantische Rücken (Abb. 1) ist an mehreren Stellen von großen Plateaus umgeben. Diese können ehemals riesige vom Meer umspülte Terrassen gewesen sein. In diesem Fall hätte die Erosionswirkung des Atlantik die Ränder des Plateaus geformt. Die Tatsache, daß auf beiden Seiten des Atlantischen Rückens unterschiedlich beschaffene Sedimente anzutreffen sind, spricht dafür, daß dieses Gebirgsmassiv, zumindest größere Teile davon, für längere Zeit über den Meeresspiegel hinausragten. Doch sehen wir uns weiter um. An einzelnen Stellen des Meeresbodens fand man sehr junges Lavagestein. Sein Alter von nur 10 000 bis 15 000 Jahren ist ebenfalls ein Indiz für das Absinken des Atlantikgrunds. Denn dieses Gestein kann sich nur an Luft, nicht aber unter Wasser bilden.

Abb. 2 Die Insel Ascension im Südatlantik. Hier finden sich auch Blöcke aus basischem Granit, einem charakteristischen Kontinentalgestein.

Schließlich ist es das Material aus Bohrproben, daß nicht zu widerlegende Beweise liefert. So isolierte man aus dem Bodenschlamm des Plateaus um die St. Peter- und St. Paul-Insel Überreste von Mikroorganismen, die nur in flachen Gewässern leben können. Wenn sie heute in über zweitausend Meter Tiefe aufzufinden sind, spricht dies für eine Absenkung des Plateaus um genau diesen Betrag.

Bohrproben, die R. W. Kolbe im Rahmen einer schwedischen Forschungsexpedition aus dem dreitausend Meter tiefen Meeresboden im Äquatorbereich entnahm, enthielten sogar heute noch vorkommende Süßwasserdiatomeen. Diese erst seit etwa 20 000 Jahren existierenden Kieselalgenarten zeigen ganz klar, daß die tiefgreifenden geologischen Veränderungen erst danach erfolgt sein können. Eigenartig wirkt daher der Versuch, den der Geologe Zdeněk Kukal unternahm, um diesen so überzeugenden Befund zu entkräften. Stürme sollen seiner Meinung nach den Staub aus ausgetrockneten Süßwasserseen in Afrika aufgewirbelt und bis zum atlantischen Rücken geweht haben. Dieser Staub soll die Kieselalgen der Bohrproben geliefert haben! Vermutlich wurde hier nicht überlegt, wie klein die Fläche eines Süßwassersees und wie weit entfernt der Atlantische Rücken ist. Hinzu kommt, daß Meeresströmungen die Staubpartikel verteilen, die den mittleren Atlantik erreicht haben. Wie viele Kieselalgen dürften dann wohl noch für die kleine Querschnittsfläche des Bohrkerns übrig bleiben?

An dieser Stelle sei die Frage erlaubt: Warum fällt es eigentlich manchen Geologen so schwer, aus ihrer eigenen Geschichte zu lernen? Als Anfang des 20. Jahrhunderts Alfred Wegener seine Theorie von der Verschiebung der Kontinente veröffentlichte, stieß seine Idee auf allgemeine Ablehnung. Heute gehört die Kontinentalverschiebung zum wissenschaftlichen Allgemeingut. Müssen bei der Lösung des Atlantisproblems wirklich in erster Linie Außenseiter die entscheidenden Anstöße liefern? Können nicht die erfahrenen Spezialisten dem Beispiel des russischen Geologen N. F. Zhirov oder Prof. Hapgoods oder des Wiener Wissenschaftlerpaars A. und E. Tollmann folgen und sich vorurteilsfrei dieser Frage zuwenden?

Abb. 3 Im Azorenbereich des Atlantik fehlen die Magnetstreifenmuster im Meeresboden völlig. Deutliches Indiz für gravierende geologische Veränderungen vor nur wenigen Jahrtausenden. (Zeichnung: © K. Aschenbrenner)

Werfen wir einen Blick auf die Inseln im Südatlantik, so liefern diese gleich mehrere interessante Argumente. So besitzt die Insel Ascension (Abb. 2) neben vulkanischem Gestein auch Blöcke aus basischem Granit, einem charakteristischen Kontinentalgestein. Dies ist eigentlich nur erklärbar, wenn sich unter der Insel Teile der Festlandkruste befinden. Ähnliche Verhältnisse treffen wir auch bei der Insel Tristan de Cuhan an. Dort begegnen wir Felsen aus Gneis, ebenfalls einem typischen Festlandgestein, sowie Resten von Landpflanzen, die in Tertiär wuchsen. Bei der Lage dieser Insel scheiden mit Sicherheit Eiszeitgletscher als Gesteinslieferanten aus.

Sämtliche hier erwähnten geologischen Befunde lassen es wahrscheinlich erscheinen, daß Teile des Atlantischen Rückens um annähernd zweitausend Meter absanken. Die Ursache hierfür war der Einschlag eines mehrere Kilometer großen Himmelskörpers im Atlantik! Mit Sicherheit gilt dies für eine Großinsel im Bereich des Azorenplateaus. Handelt es sich doch hier um die labilste Stelle des gesamten Atlantiks, die A. und E. Tollmann in folgender Weise charakterisieren: "Hier steht die extrem dünne Erdkruste, die dünnste des ganzen Globus, unter permanenter Zugspannung und ist noch dazu von einem dichten, aktiven Netz riesiger Längs- und ebensolcher Querbrüche durchsetzt. Und dieser außergewöhnliche Krustentypus liegt noch zusätzlich auf einer oft Dutzende Kilometer breiten Lavakammer, also einem dünnflüssigen, rund 1200 Grad Celsius heißen Basaltlavakissen. Daß es bei solch in-stabil gelagerten, kühlen und daher dichteren und schwereren Krustenschollen über der heißen, spezifisch leichteren Lava im Untergrund bei einem Weltenbeben unvorstellbarer Stärke zu einem Zusammenbruch dieser Kruste kommen muß, ist vorherbestimmt."

Hinzu kommt, daß in diesem Gebiet jegliche Meeressedimente fehlen. Ein derartiger Befund ist nur verständlich, wenn der Absenkvorgang sich erst in jüngster Zeit ereignete. Schließlich liefern die Magnetstreifenmuster im Gestein des Atlantikbodens eine aus gezeichnete Bestätigung. Viele Gesteine enthalten ferromagnetische Mineralien. Auch in der Basaltlava, die längs des Atlantischen Rückens hervorquillt, sind sie vorhanden. Unter dem Einfluß des Erdmagnetfeldes werden diese Minerale in Richtung der magnetischen Kraftlinien ausgerichtet. Wenn nun der Basalt erkaltet, wird die Ausrichtung der Minerale fixiert. Da sich das Magnetfeld der Erde im Laufe vieler Jahrtausende von Zeit zu Zeit umpolt, ergeben die unterschiedlichen Ausrichtungen ein regelrechtes Magnetstreifenmuster in der Basaltdecke des Meeresbodens. Wie Abbildung 3 zeigt, fehlen jene Magnetstreifenmuster im Azorenbereich gänzlich. Genau dies ist zu erwarten, wenn sich vor nur wenigen Jahrtausenden gravierende geologische Veränderungen ereigneten.


Anmerkungen und Quellen

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Dieser Beitrag von Klaus Aschenbrenner © entspricht textlich dem Kapitel 12.1 "Auch Geologen können sich irren" seines Buches "Das neue Bild von Atlantis", das 2001 im Verlag König Communication erschienen ist. Bei Atlantisforschung.de erscheint er in einer redaktionell bearbeiteten und neu illustrierten Fassung.


Bild-Quellen

(1) http://chemphys.phys.boun.edu.tr/~semiz/universe/near/06ext/geology/south-atlantic-ridge.jpg (nicht mehr online)

(2) http://www.komvux.partille.se/orkan/turistbilder/ascension-island.jpg (nicht mehr online)

(3) Klaus Aschenbrenner, Das neue Bild von Atlantis, Abb. 40