Atlantis lag in Mexiko

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von Dustin Kolb


Vorwort

Ich war schon etwas länger überzeugt vom Diffusionismus, da mir die Ähnlichkeiten verschiedener Hochkulturen immer zu gravierend erschienen, als dass sie vollkommen isoliert entstanden sein könnten. Als ich 2012 dann durch einen glücklichen Zufall Dokumentationen über Platon und die mesoamerikanischen Kulturen gesehen und auffällig viele Parallelen erkannt habe, fing ich an, mich für Atlantis zu interessieren.

Es war für mich klar, dass Platon von seiner Beschreibung her nur den amerikanischen Kontinent gemeint haben kann. Da die Metropolis in der Mitte der Insel gelegen haben soll, hab ich meine Suche auf Mittelamerika beschränkt.

Als erstes bin ich bei meiner Recherche nach ungewöhnlichen und noch nicht zu 100% ergründeten Bauten auf die Rundpyramide in Cuicuiclo gestoßen. Als ich mir die Satellitenbilder des Ortes angeguckt habe, ist mir der kreisrunde Tuffring bei Xico mit einem Durchmesser von ca. 1000m (5 Stadien) aufgefallen. Da dies genau mit Platons Beschreibung der Zentralinsel übereinstimmt, konzentrierte ich mich mit Hilfe der Geometrie auf diesen „Krater“ und seine Umgebung.


Eine naheliegende Lösung des Atlantisproblems

Die Gemeinsamkeiten von Platons (Abb. 1)Atlantis“ und den mesoamerikanischen Kulturen sind von mehreren Atlantologen schon hinreichend belegt worden, deshalb werde ich in diesem Teil meiner Hypothese nicht näher darauf eingehen.

Abb. 1 Viele Details in Platons Atlantisbericht weisen auf Mittelamerika hin. Der Atlantisforscher Dustin Kolb konzentriert sich bei seiner Suche nach der Metropolis der Alten Atlantier auf das Gebiet von Xico, nahe Mexiko-Stadt.

Die Form der Zentralinsel von Atlantis mit den sie umgebenden Ringen lässt mich darauf schließen, dass es sich um einem Einschlagkrater in flachen Gewässern handelt, sodass sowohl Krater als auch die konzentrischen Ringe nicht mehr von Wasser bedeckt werden. Das beste Vergleichs-Beispiel dafür, abgesehen von der Größe, ist wohl der Chicxulub-Krater bei Yucatán.

Er entspricht einem nahezu kreisförmigen Becken mit Zentralberg und innerer Ringstruktur, dessen Durchmesser auf etwa 180–190 km geschätzt wird. Sharpton et al. (1993) schlossen aus den Gravitationsanomalien, dass der Krater mindestens drei Ringe und vermutlich noch einen zusätzlichen äußeren Ring mit ca. 300 km Durchmesser besitzt.[1]

Der Krater „Xicotencatl“ (19.259294, -98.942209) bei Xico nahe Mexiko-Stadt gilt trotz geringer Ähnlichkeit zu den bekanntesten Vulkanen dieser Art (Hverfjall & Diamond Head, Hawaii) als Tuffring. Ich nehme an, dass durch Vulkanausbrüche der Krater mehrere Meter mit Asche bedeckt ist und es dadurch zu einer Fehlinterpretation gekommen ist. Eventuell ist aber auch eine phreatomagmatische Explosion, also der Eruption eines Tuffrings im Wasser dazu in der Lage konzentrische Ringe und einen Zentralberg auszubilden, was ich aber nicht belegen kann.

Der Ring „Xicotencatl“ lag ursprünglich in der Mitte des nahezu kreisrunden Chalco-Sees, der zu dem großen salzhaltigen Seensystem des Texcoco-Sees im Tal von Mexiko gehörte. (Abb. 9)Im Pleistozän erstrecke sich dieses Seensystem über eine weitaus größere Fläche. Es gab mehrere Paläoseen, die von Zeit zu Zeit miteinander in Verbindung standen. Im Norden der modernen Siedlung Tocuila gibt es ein großes Paläofeld, in dem sich zahlreiche Hinweise auf eine reichhaltige pleistozäne Fauna finden. Die Überreste von sieben Mammuts, die auf 11.188 v. Chr. zurückdatiert werden können, lassen bereits für diesen Zeitraum eine menschliche Besiedelung vermuten.

Eine landwirtschaftliche Nutzung des Seeufers ist erstmals für die Zeit um ca. 7000 v. Chr. belegt (Lorenzo, 1981; Niederberger, 1979). Offensichtlich folgten die Menschen in ihrem Siedlungsmuster den sich periodisch ereignenden Überschwemmungen. Um den gesamten See herum kam es zur Ausbildung mehrerer präkolumbischer Kulturen. Am nordöstlichen Ufer befanden sich zwischen 1700 und 1100 v. Chr. mehrere Dörfer, die durch charakteristische Keramikskulpturen („Smiling faces“) gekennzeichnet sind. Am südlichen Ufer lag auch das um 1200 v. Chr. gegründete Cuicuilco.[2]

Am Kraterrand sind Strukturen sichtbar, die nach 38° NO ausgerichtet (Abb. 2) sind, und somit zu dem nächstgelegenen, ca. 3 km entfernten, Vulkan Tlapacoya hinzeigen (Abb. 3), auf welchem eine ca. 100m im Durchmesser große Ring-Geoglyphe mit 12 Ringen sichtbar ist. (Abb. 4) Dieser Vulkan ist der Fundort der bis dato ältesten allgemein anerkannten Artefakte und Skelette Mittelamerikas.

Beim Bau der Autobahn Mexiko-Puebla wurden im Jahr 1966 zu Füßen den ehemaligen Vulkans Tlapacoya im Gebiet des ehemaligen Chalco-Sees die bislang ältesten Spuren menschlicher Aktivitäten in Mittelamerika entdeckt. Die Artefakte, darunter Schaber und Obsidianspitzen, ließen sich mit Hilfe der C14-Messung und stratigraphischer Untersuchungen in die Zeit zwischen 22.000 und 20.000 v. Chr. datieren. Jedoch sind Ergebnisse und Methoden unter den Fachleuten immer noch heftig umstritten. [3] Besser gesichert ist die Datierung menschlicher Skelettreste auf ein Alter von 9730 ± 65 Jahren, womit die Stätte immer noch einen der frühesten Funde menschlicher Überreste nach der Buhl Woman aufweisen würde“. [4]

Später haben die Bewohner des Texcoco-Sees ihre Bauten nach dem Sonnenverlauf (15,5° NNO) ausgerichtet wie man an Teotihuacán (Abb. 5), Cholula und Cuicuilco (Abb. 6) sehen kann. Wenn man den Krater „Xicotencatl“ als Mittelpunkt ansieht, den Durchmesser des Kraters (1km) als Längeneinheit nimmt und die Verschiebung von 15,5° anwendet, ergibt sich folgendes Gesamtbild.

Von „Xicotencatl“ aus gemessen (Abb. 7):

4. Teotihuacán - 15,5° N - 52 km
6. Texcoco - 15.5° N - 26 km
3. Cuicuilco - 15,5° W - 26 km
5. Iztaccíhuatl (Struktur) - 15,5° O - 26 km (Abb. 7)
x. Cholula - 15,5° O - (durch Höhenunterschied nicht genau messbar)

Ich gehe davon aus, dass die Ureinwohner eine Art Kalender bauten oder bauen wollten, indem Sie in allen 4 Himmelsrichtungen in jeweils 13-, 26- und 52 km eine Siedlung errichten. (Wahrscheinlich geschah das erst nach dem Untergang der Insel.)

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Es gab übrigens schon im Jahr 2005 archäologische Grabungen in der Nähe des Kraters, worüber leider sehr wenig Informationen zu finden sind. Damals wurde jedenfalls in verschiedenen Zeitungen (u.a. bei El Universal) über den "wohl sensationellen Fund" mehrerer präkolumbischer murales (Wandmalereien) und Skelette in der Nähe des Vulkans, gleich neben dem Hauptstadtbezirk (Distrito Federal), berichtet. (Satelliten-Foto bei Google Maps) Dabei wurden folgende Relikte entdeckt:

  • Wandgemälde mit einer Länge von 22 m und 80 cm Breite
  • Der (deformierte [5]) Schädel einer Frau (offiziell geschätztes Alter: 2.500 Jahre)
  • Überreste von 20 anderen Skeletten, von denen zum Zeitpunkt der Berichterstattung nur fünf geborgen waren
  • Eine Wohnzone sowie ein Tempel, angeblich aus der Zeit zwischen 600 und 800 n.Chr.
  • Über besagtemem Tempel das Fundament eines zweiten aus der Zeit zwischen 600 und 1100 n.Chr.

"Die Wandgemälde zeigen verschiedene Personen. Auf der Ostseite befinden sich Gesichter und prähispanische Symbole für das gesprochene Wort; auf der Westseite, besser erhalten, werden drei Personen gezeigt: eine sieht Richtung Süden und trägt Federschmuck und sitzt auf einer Art Thron, was darauf schließen läßt, dass die Person sehr wichtig gewesen sein muß. Die zweite Person kniet vor der ersteren und spielt auf einem "Wind-Instrument" und die dritte, noch nicht komplett ausgegraben, liegt auf dem Boden; man weiß noch nicht, ob sie schläft oder geopfert wurde. Im oberen Teil des Wandgemäldes befindet sich ein Symbol, das das Jahr oder Edelsteine repräsentieren könnte.[6]


Nachwort

Bis auf den direkten Zugang zum Meer, wobei damit auch die großen Seen gemeint sein könnten, sehe ich alles von Platon beschriebene bestätigt. Es ist anzunehmen, dass mit Elefanten Präriemammuts oder Mastodonten, und mit Stieren wohl eher Bisons gemeint waren. Da es die endeiszeitlichen Tierarten zur Zeit Platons schon lange nicht mehr gab, war es wohl naheliegend, Sie dergestalt zu bezeichnen. So würde dies auch mit der Zeitangabe Platons übereinstimmen.

Die Verarbeitung von Erzen und vor allem dem Goldkupfererz, im präkolumbischen Amerika 'Tumbaga' genannt, ist erst für wesentlich spätere Zeiten belegt. Ob es eine Erfindung Platons war, es einen durch den Untergang von Atlantis 'verfluchten' Werkstoff darstellte, oder ob lediglich seine Verarbeitung lange Zeit verlernt worden war, kann ich natürlich nur vermuten und enthalte mich deshalb einer Meinung.

Auffällig ist zudem, dass wesentlich später im aztekischem Tenochtitlan, das im gleichen Seensystem lag, die Pyramiden und Tempel ebenfalls mit roten, schwarzen und weißen Steinen erbaut worden sind. Auf eine durch kataklysmische Flutwellen versunkene Kultur im Tal von Mexiko weist auch William Niven's 1911 erschienene Arbeit "Buried Ancient City in Mexico" hin. [7]


Bilder-Galerie zum Artikel


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Abb. 2: Xicotencatl und die NO-Ausrichtung


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Abb. 3: 1. Xicotencatl, 2. Tlapacoya. Gelb = 38°/Rot = 15,5°


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Abb. 4: Ring-Geoglyphe auf dem Vulkan Tlapacoya


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Abb. 5: Teotihuacán


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Abb. 6: Rundpyramide in Cuicuilco


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Abb. 7: 1. Xicotencatl, 2. Tlapacoya, 3. Cuicuilco, 4. Teotihuacán, 5. Iztaccíhuatl, 6. Texcoco, 7. Vulkan Tlaloc


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Abb. 8: Iztaccíhuatl-Struktur


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Abb. 9: Karte des Texcoco-Sees von 1519


Kontakt zum Verfasser

E-Mail: d.kolb84[at]gmx.de ("[at]" bitte durch "@" ersetzen!)


Anmerkungen und Quellen

  1. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Chicxulub-Krater (abgerufen: 09.04.2013)
  2. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter:Texcoco-See (abgerufen: 09.04.2013)
  3. Anmerkung bei Wikipedia: "Die Angaben stammen aus Jose Luis Lorenzo und Lorena Mirambell, The Inhabitants of Mexico During the Upper Pleistocene, in: Ice Age People of North America, Hg. Robson Bonnichsen und Karen Turnmire, Oregon State University Press 1999, S. 482–496. James Dixon, Bones, Boats & Bison, University of New Mexico Press 1999, hält die Stätte für nicht gesichert."
  4. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: Tlapacoya (abgerufen: 09.04.2013)
  5. Red. Anmerkung: Aus der Quelle geht leider nicht hervor, ob es sich hierbei (a) um eine krankheitsbedingte Deformation, um (b) eine künstliche - zu Lebzeiten dieser Frau vorgenommene - Manipulation, oder (c) um eine natürliche, post mortem erfolgte Verformung handelt. Zu b siehe z.B: "Das Rätsel der deformierten Schädel" von François de Sarre. Zu c: Natürliche craniale und andere Knochendeformationen bei Skelett-Funden entstehen in aller Regel nur unter ganz bestimmten Bedingungen durch den enormen Druck auf den betreffenden Human-Relikten lastender, über ihnen abgelagerter Gesteinsmassen bzw. Sedimente. Sie erfolgen üblicherweise über sehr lange Zeiträume hinweg und sprechen daher im Allgemeinen auch für ein sehr hohes Alter solcher Funde. Vergl. dazu bei Atlantisforschung.de z.B.: "Dr. Recks kontroverser Fund" von Richard L. Thompson
  6. Quelle: Wandgemälde am Xico entdeckt, bei: Was geht in Mexico, Mittwoch, 27. Juli 2005 (abgerufen: 09.04.2013)
  7. Red. Anmerkung: Siehe dazu bei Atlabtisforschung.de auch: "William Niven´s verlorene Stadt" von Ivar Zapp und George Erikson