Bujan

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Abb. 1 Eine künstlerische Darstellung der sagenhaften Insel Bujan (Gemälde von Iwan Jakowlewitsch Bilibin (1876 - 1942)

(red) Im 'Buch der Taube 'und anderen mittelalterlichen russischen Schriften wird Bujan (auf Russisch: Буя́н; Transkription ins Englische: Buyan) als mysteriöse Insel im Ozean beschrieben, die mit den Gezeiten erscheinen und verschwinden kann. Dort sollen drei mythische Brüder - der Nord-, West- und Ostwind - leben. Zudem seien dort auch die Zoryas ansässig, Sonnengöttinnen, die Dienerinnen oder Töchter des Sonnengottes Dažbog sind. [1]

Bujan spielt in vielen berühmten Mythen und Märchen eine herausragende Rolle. Koschtschei der Unsterbliche, hält seine Seele dort in einer Nadel verborgen, die in einem Ei steckt, welches sich wiederum im Inneren einer mystischen Eiche befindet. Andere Legenden berichten, Bujan sei der Ort, wo Wetter jeglicher Art geschaffen werde, welches dann vom Gott Perun hinaus in die Welt gesandt wird. Darüber hinaus soll sich auf dieser Insel auch ein mythischer Stein mit Namen Alatyr (russisch: Алатырь) mit heilenden und anderen magischen Kräften befinden, der vom Vogel Gagana und der Schlange Garafena bewacht wird.

Der russische Komponist Rimski-Korsakow (1844-1908) verarbeitete das Motiv dieser sagenhaften Insel in seiner - im November 1900 uraufgeführten - Oper Die Geschichte vom Zaren Saltan... (auf Russisch: Сказка о царе Салтане, Skazka o Tsare Saltane), deren Handlung zum Teil in der altertümlichen Stadt Tmutarakan an der Straße von Kertsch, und teilweise in der magischen Stadt Ledenets (im Russischen: Леденец) auf Bujan angesiedelt ist.

Wie auch bezüglich anderer sagenhater Orte hat es im Fall Bujans ebenfalls Versuche einer mytho-geographischen Ausdeutung bzw. Lokalisierung gegeben. Dabei ist eine ganze Reihe von Gelehrten zu der Ansicht gelangt, dass Bujan der slawische Name für eine reale Insel sei, höchstwahrscheinlich für Rügen (auf Altrussisch: Ruyán [2]) in der Ostsee. [3] [4] [5] [6] [7] Andere Forscher, wie etwa der sowjetische Archäologe und Philologe Michail Fedorowitsch Boltenko (1888-1959), plädierten dagegen für die Insel Beresan im Schwarzen Meer. [8] Zu Ehren des sagenhaften Eilands wurde auch eine im 20. Jahrhundert entdeckte Insel des Sewernaja Semlja-Archipels im Nordpolarmeer Bujan getauft. [9]



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Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag basiert auf dem Artikel "Buyan" bei Wikipedia - The Free Encyclopedia (Stand: 28. März 2020). Übertragung ins Deutsche sowie redaktionelle Bearbeitung und Ergänzungen durch Atlantisforschung.de

Fußnoten:

  1. Siehe: Mike Dixon-Kennedy, "Encyclopedia of Russian and Slavic myth and legend", ABC-CLIO, 1998, S. 48. ISBN 978-1-57607-130-4
  2. Quelle: Leonard Arthur Magnus, "The Heroic Ballads of Russia", K. Paul, Trench, Trubner & Company, Limited, 1921, S. 181
  3. Siehe z.B.: S.V. Zharnikova, "Hyperborea and the Aryan ancestral home", WP IPGEB, ohne Jahrgang, S. 159
  4. Siehe auch: Maria Kravchenko, "The World of the Russian Fairy Tale", Lang, 1987, S. 144
  5. Siehe auch: Alexey Vasilyevich Trekhlebov, "LEGENDS OF THE PHOENIX", Author House, 2014, S. 116
  6. Siehe auch: "Slavistische Beiträge, Ausgaben 41-44", O. Sagner, 1969, S. 53
  7. Siehe auch: Frank A. Kmietowicz, "Slavic Mythical Beliefs", F. Kmietowicz, 1982, S. 252
  8. Quelle: ru.wikipedia.org, unter: "Буян" (abgerufen: 30. März 2020)
  9. Quelle: ebd.

Bild-Quelle: