Die Ostsee (Baltisches Meer)

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Einführende Betrachtungen aus Sicht der alternativen Ur- und Frühgeschichtsforschung

Abb. 1 Kartographische Darstellung der heutigen Ostsee und ihrer gegenwärtigen Anreiner-Staaten

(bb) Wie wir bei Atlantisforschung.de gerne betonen, muss man bei der Suche nach Hinweisen auf Rätsel der Vergangenheit gar nicht weit reisen, denn sie finden sich quasi schon vor unserer 'Haustür'. Ein Beispiel dafür stellt die Ostsee (Abb. 1) dar, auch Baltisches Meer (lat.: Mare Balticum) bzw. Baltische See genannt. Dieses zwischen der Nordostküste Europas und Skandinavien gelegene, ca. 412.500 km² große Binnenmeer [1], welches in seiner heutigen Form und Ausdehnung erst im Gefolge des Endes der jüngsten Eiszeit entstand [2], bietet in der Tat reichlich Studien-Bedarf und natürlich Diskussions-Stoff zu allen möglichen Gegenständen alternativer Ur- und Frühgeschichtsforschung.

Die Ostsee und Atlantis

Beginnen wir unsere kleine kryptowissen-schaftliche Beschau des geographischen Großraums der Baltischen See mit möglichen Bezügen zu Platons Atlantisbericht. Obwohl, wie der irische Atlantologie-Enzyklopädist Tony O’Connell ausführt, "auf den ersten Blick als Kandidatin für die Lokalisierung von Platos Atlantis äußerst unwahrscheinlich", weist sie in dieser Hinsicht tatsächlich "eine Reihe von Merkmalen auf, die nicht ignoriert werden können. Das Gebiet war einer Reihe postglazialer Überflutungen unterworfen. Tacitus, der angesehene römische Geschichtsschreiber, platzierte die Säulen des Herakles, oder zumindest eine davon, ins Baltikum.

Abb. 2 Eine Skizze der Atlantis-Lokalisierung von Doris Manner bei Hohwacht in Schleswig-Holstein

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde von Konrad Kretschmer berichtet, ein anderer deutscher Autor, der nur mit dem Nachnamen Hafer erwähnt wird, habe anno 1745 vorgeschlagen, dass Atlantis mit seiner Hauptstadt sich im Raum der Baltischen See auf der Insel Rügen gelegen hat. Jürgen Spanuth basierte seine Atlantis-Theorie auf einer eindeutigen Gleichsetzung der Atlantier mit den Hyperboreern der baltischen Region [3] [4] [5]

O’Connell erwähnt auch - leider nicht ganz zutreffend [6] - die deutsche Privatforscherin Doris Manner, die Anfang der 1990er Jahre mit einer Ostsee-Lokalisierung von Atlantis bei der heutigen Gemeinde Hohwacht in Schleswig-Holstein (Abb. 2) aufwartete. [7] Ferner schreibt er: "Der italienische Autor Felice Vinci hat unlängst [8] überzeugende Argumente offeriert, die seine Behauptung stützen, dass ein großer Teil der griechischen Mythologie seine Wurzeln im nördlichen Europa hat. Er konzentriert sich auf epische Dichtungen, Ilias und Odyssee, die Homer zugeschrieben werden, um einen baltischen Ursprung dieser Geschichten zu demonstrieren. Vinci schlägt vor, dass auch die Atlantiserzählung im Licht seiner Forschungen neu betrachtet werden solle. Zudem bietet er auch einige interessante Ansichten zur Größe von Atlantis an." [9]

Abb. 3 Eine Karte mit den wichtigsten Orten, bei welchen die sagenhafte, in der Ostsee versunkene Stadt Vineta vermutet wird

Obwohl Tony O’Connell die atlantologischen Ostsee-Theorien deskriptiv und durchaus freundlich abhandlelt, stellt er gleichwohl unerbittlich ihre aus seiner Sicht 'wundesten Punkte' heraus: "Das womöglich stärkste Argument gegen die Ostsee-Hypothese ist geologischer Natur, denn Plato verzeichnet, dass sowohl Athen als auch Atlantis einige Zeit nach ihrem Krieg infolge eines Erdbebens und durch Fluten eine katastrophische Zerstörung erfuhren. Anders als z.B. die Ägäis ist die Ostsee nicht als erdbebengefährdet bekannt und die beiden Örtlichkeiten liegen 1200 Meilen [ca. 1931 km; d.Ü.] voneinander entfernt. Es ist nichts darüber bekannt, dass ein Erdbeben simultan an so weit entfernten Orten Schäden selbst geringerer Natur anrichtet [10], und es scheint unmöglich zu sein, wenn einer dieser Orte seismisch stabil ist." [11]

Archäologische & krypto-archäologische Entdeckungen

Ganz abgesehen von seiner atlantologischen Diskussion ist der Ostsee-Raum bezüglich alternativer Vergangenheits-Forschung aber auch in manch anderer Hinsicht von einigem Interesse. Zuallererst ist hier natürlich die anhaltende Suche nach den Überresten der sagenhaften Stadt Vineta an der Südküste des Binnenmeers zu nennen. deren historisches Vorbild - wohl eine hochmittelalterliche Hafenstadt namens Jumne, Jomsburg, Julin etc. -, bei einem außergewöhnlich starken Sturmhochwasser überflutet und dauerhaft vom Meer verschlungen wurde.

Abb. 4 Hier eine Sonar-Aufnahme der so genannten 'Ostsee-Anomalie', die 2011 von Tauchern des schwedischen Ocean X Teams entdeckt wurde

Dieses (ein wenig irreführend) so genannte ' Atlantis des Nordens' [12], an dessen Historizität angesichts diverser historischer Quellen kaum ein Zweifel bestehen dürfte, wird von Forschern inzwischen an verschiedene Orten im Bereich der deutschen und polnischen Ostseeküste vermutet, hauptsächlich (Abb. 3) am Kap Arkona, am Vinetariff vor Koserow, bei Ruden (am Peenemünder Haken), bei Barth ober bei Wollin. Ein Ende der Suche nach Vineta ist jedenfalls noch nicht abzusehen.

Was die Prähistorie des Ostsee-Raums betrifft, so gelang der Forschung vor wenigen Jahren ein faszinierender Fund: "Die britische Daily Mail vom 27. Januar 2014 berichtete [13], dass schwedische Taucher [am Boden der] Baltischen See bei Hanö, vor der Küste Schonens, die Überreste einer 11.000 Jahre alten Siedlung entdeckt haben, die schnell das Etikett 'Schwedens Atlantis' verpasst bekam. " [14] Zu dieser Fundstätte und den dort entdeckten Objekten - u.a. eine Harpune, Werkzeuge und bearbeitetes Horn - heißt es in besagtem Artikel: "Archäologen glauben, dass die Relikte vor 11.000 Jahren von schwedischen Nomaden hinterlassen wurden und die Entdeckung könne der Beweis für eine der ältesten Siedlungen sein, die jemals in der nordischen Region gefunden wurden. Einige der Relikte sind sehr gut erhalten, und in Berichten wurde der Fund >Schwedens Atlantis< genannt sowie nahegelegt, die Siedlung könnte in der gleichen Weise vom Meer verschlungen worden sein wie die mythische Insel im Atlantischen Ozean." [15]

Während der oben genannte Fund zwar höchst interessant ist, aber letztlich nur einige gängige Vorstellungen zur Prähistorie bestätigt, sorgt eine andere Entdeckung seit Jahren immer wieder für Aufsehen, deren Herkunft und Natur bisher nicht geklärt werden konnten. Die Rede ist hier von der so genannten 'Ostsee-Anomalie' (Abb. 4), einer rätselhaften Steinformation, die im Jahr 2011 von Peter Lindberg und Dennis Åsberg vom schwedischen Bergungsunternehmen OCEAN X TEAM in der Bottensee (im Bottnischen Meerbusen) ausgemacht wurde. Diese Struktur, über die wir an anderer Śtelle ausführlicher berichten [16], stellt auch erfahrene Anomalistiker vor Rätsel.

Kein Wunder, dass schon bald nach ihrer Entdeckung wilde Spekulationen über sie zu grassieren begannen: "Wir haben `ne Menge unterschiedlicher Erklärungen zu hören bekommen, von einem Raumschiff wie bei George Lucas – dem Millennium Falken – bis zu »es ist irgendeine Art von Pfropfen [über einem Zugang ; d.Ü.] zur inneren Welt«", erklärte der Taucher Peter Lindberg damals in einer Pressemitteilung. [17] Immerhin lässt sich beim derzeitigen Erkenntnisstand sagen, dass es sich bei der mysteriösen Struktur am Grunde der Bottensee mit einiger Sicherheit um eine von Menschen bearbeitete Gesteinsformation handelt - und das heißt: sie muss in ihrer jetzigen Form bereits vor vielen Jahrtausenden entstanden sein, zu einem Zeitpunkt, als dieser Bereich der Ostsee einmal trockenes Land war. Wann genau dies war und wer ihre Erschaffer waren, liegt aber noch völlig im Dunklen.


Anmerkungen und Quellen

Fußnoten:

  1. Quelle: Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, unter: "Ostsee" (abgerufen: 02. August 2017)
  2. Siehe: Dr. Robert Spielhagen, "Die Entstehung der Ostsee", 01.Januar 2012, bei GEOMAR - Hemholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (abgerufen: 02. August 2017)
  3. Red. Anmerkung: Siehe dazu z.B. bei Atantisforschung.de: Jürgen Spanuth, "Mein Weg nach Atlantis" (1949)
  4. Red. Anmerkung: Bei Tony O’Connell findet sich im selben Artikel auch folgender Verweis: "Spanuths Ansichten zum Thema nordischer Einflüsse auf griechische Poeten und Autoren sind ebenfalls wert, gelesen zu werden." Siehe: Jürgen Spanuth, "Atlantis - The Mystery Unravelled", London (Arco), 1956, S. 163 (englischsprachige Fassung von: Derselbe, "Das enträtselte Atlantis", Stuttgart, 1953)
  5. Quelle: Tony O’Connell, "Baltic Sea (L)", 3. Juni 2010, bei Atlantipedia.ie (abgerufen: 02. August 2017; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)
  6. Anmerkung: Manner setzt keineswegs, wie er schreibt, Platons Atlantis mit der Jahrtausende später in der Ostsee versunkenen Metropole Vineta gleich.
  7. Siehe dazu: Doris Manner, "Die Märchenstadt in der Ostsee", Norderstedt (BoD), 2010 (eine Neubearbeitung ihres ersten, längst vergriffenen Atlantis-Buches von 1991); sowie bei Atlantisforschung.de: Dieselbe: "Atlantis lag an der deutschen Ostseeküste"
  8. Siehe: Felice Vinci, "Omero nel Baltico", Rom (Fratelli Palombi), 1995; sowie: Derselbe, "The Baltic Origins of Homer's Epic Tales", Rochester (Inner Traditions), 2006
  9. Quelle: Tony O’Connell, op. cit (2010)
  10. Red. Anmerkung: Wenn auch nur um des Arguments willen, muss der Verfasser (bb) Tony O’Connell hier widersrprechen. Als Beispiel für einen solchen Vorgang sei das Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755 erwähnt. Über dessen großräumige Auswirkungen heißt es in der deutschsprachigen Wikipedia u.a.: "In den Niederlanden und in Schweden rissen sich Schiffe aus ihren Verankerungen. An der englischen Südküste lief eine drei Meter hohe Flutwelle auf. In Schottland und der Schweiz kam es zu Seiches in Binnenseen, die Wasserstände stiegen plötzlich an und kehrten wieder zum Normalstand zurück. Das Beben wurde sogar in Finnland registriert." Die Erderschütterungen waren auch im nordwwestlichen Mittelmeer-Raum - zumindest bis nach Venedig hin - spürbar: "Der damals in den »Piombi« gefangene Giacomo Casanova erwähnt in seinen Memoiren Histoire de ma vie, wie das bleierne Dach über dem Dogenpalast in Venedig stark in Bewegung kam." (Quelle; abgerufen 02. Sept. 2017) Da davon auszugehen ist, dass die Erdbeben im Zusammenhang mit der vermuteten Atlantis-Katastrophe weitaus gravierenderer Natur waren als das von 1755 (z.B. in Form von Impakt-Beben), dann erscheinen derart großräumige Auswirkungen durchaus denkbar.
  11. Quelle: Tony O’Connell, op. cit. (2010)
  12. Siehe z.B.: Frank Grondkowski, "Sagenhaftes Vineta - Atlantis des Nordens?", in: Q´PHAZE - Realität anders!, Ausg. 4/2014 , Nr. 36
  13. Siehe: Victoria Woollaston, "Swedish divers unearth a 'Stone Age Atlantis': 11,000-year-old ancient settlement discovered under the Baltic Sea", 27. Jan. 2014, bei Mail Online (abgerufen: 03. September 2017)
  14. Quelle: Tony O’Connell, op. cit. (2010)
  15. Quelle: Victoria Woollaston, op. cit. (2014); Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de
  16. Siehe dazu bei Atlantisforschung.de: "OCEAN X TEAM: Presseemitteiluung vom 15. Juni 2012" (red); "Weitere Neuigkeiten zur 'Ostsee-Anomalie'", vom 11.04.2013 (red); "Update zur 'Ostsee-Anomalie' - 27.07.2013" (red); "Neues von der 'Ostsee-Anomalie' (Update: 17. Okt. 2014)" (rmh)
  17. Quelle: o.A., "Experts: Baltic Sea Anomaly ‘UFO’ contains metals nature CANNOT reproduce", bei EWAO (abgerufen: 03. August 2017; Übersetzung ins Deutsche durch Atlantisforschung.de)

Bild-Quellen:

1) Ulamm (Eigenes Werk, derivative work of Baltic Sea location map.svg and Übersichtskarte_Ostsee.svg by User:NordNordWest) bei Wikimedia Commons, unter: File:Ostseegliederung.png; Lizenz: GNU Free Documentation License oder CC BY-SA 3.0
2) Bild-Archive Doris Manner und Atlantisforschung.de
3) Saxo bei Wikimedia Commons, unter: File:Vinetakarte.jpg
4) Bild-Archiv OCEAN X TEAM